Ein wichtiger Teil meines Jobs ist es, Texte zu produzieren. Gleichzeitig gibt es aber auch noch eingehende E-Mails, Mircosoft-Teams-Nachrichten und zig andere Aufgaben.
Oft bin ich gerade am Schreiben, möchte kurz etwas nachlesen und schon klicke ich mich durch Rechercheseiten zu anderen Tech-Themen, die mit meinem aktuellen Artikel nur wenig zu tun haben. Tab-Hopping ist etwas, das viele im Homeoffice plagt – mich auch.
Es ist natürlich okay, wenn ich während der Arbeit zu anderen Tech-Themen recherchiere, das gehört eben auch dazu. Vom reinen Recherchieren entstehen aber keine Texte, und das ist das Problem. Nicht bloß, dass am Ende des Tages zwar neue Erkenntnisse, aber keine Artikel entstanden sind, es ist auch demotivierend.
Bongo Cat eilt zur Hilfe
Vor Kurzem hat mir aber jemand, der ebenfalls im Homeoffice arbeitet, Bongo Cat empfohlen. Bongo Cat ist ein kostenloses Spiel vom Publisher Irox Games.
Spiel gestartet und schon schaut eine kleine Cartoon-Katze vom Bildrand meiner Arbeit zu. Doch nur, wenn ich tippe, macht die Katze etwas – und zwar ebenfalls tippen
. Also eigentlich tippt sie nicht wirklich. Ihrem Namen entsprechend trommelt sie eher mit den Pfoten, als würde sie auf einer Bongotrommel spielen. Das macht sie nur, wenn ich schreibe.
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Bongo Cat: Wir probieren die Taskleisten-Katze aus, während wir einen Artikel über sie schreiben
Einzelne Wörter sehen schon echt putzig bei der Katze aus. Zu einer visuellen Symphonie wird der kleine Stubentiger aber erst, wenn ich flüssig längere Absätze tippe.
Irgendwie fühlt es sich befriedigend an, dieses direkte Feedback der Katze im Augenwinkel zu sehen. Mir wird bewusster, dass ich gerade etwas Produktives mache. Ein gewisser Rhythmus entsteht zusätzlich.
Ich habe Marcel Zurawka, den CEO von Irox Games gefragt, ob diese Art von Belohnungssystem so vorgesehen war. Er bejaht das und fügt eine lustige Anekdote aus der Entwicklung hinzu:
Ja, auf jeden Fall, das war auch meine initiale Konzeption. Ich bin beim Programmieren damals mit dem Laptop durchs Office gelaufen und hab den Leuten gesagt, klopf mal auf der Tastatur rum, schau mal wie gut sich das anfühlt.
Es ist toll, wenn auf diese Art Texte entstehen. Für mich ist es besser, wenn ich erst einmal ein Textgrundgerüst fabriziere, ohne zu viel darüber nachzudenken. Hauptsache, ich fange überhaupt an, tatsächlich das zunächst leere Textfenster zu füllen. Das motiviert und regt die Kreativität an. Änderungen kann ich später schließlich immernoch vornehmen.
Pro Klick mit meiner Maus habe ich meine Bongo Cat zwar so eingestellt, dass sie auch dabei die Pfoten bewegt, aber ein Mausklick macht lediglich einen einzelnen Pfotenhieb aus. Nach echtem Trommeln sieht das nicht aus und Punkte gibt es dafür entsprechend nur langsam.
Hier kommt eine weitere Motivation hinzu: Jeder Tastanschlag wird gezählt. Ich kann je 1.000 Anschläge jede halbe Stunde gegen neue Katzen-Skins, Emojis und Hüte eintauschen.
Soll Bongo Cat ein schlechtes Gewissen machen?
Zudem gibt es bei Bongo Cat aber auch noch eine soziale Komponente. Ich fühle mich, als würde mir die ganze Zeit jemand beim Arbeiten zusehen und mir gewissermaßen Gesellschaft leisten.
Zum einen ist da meine eigene Katze, die mit mir gemeinsam in die Tasten haut. Zum anderen gibt es aber auch einen Mehrspieler. Darin kann ich entweder einer Lobby mit Fremden beitreten oder eine eigene eröffnen. Gemeinsam mit einer anderen Person im Homeoffice mache ich für gewöhnlich Letzteres – und das ist echt schön.
Der Clou: Die andere Person sieht nicht nur die eigene, sondern auch meine Katze. Bin ich länger inaktiv, wird das angezeigt, indem bei der Katze 💤 über dem Kopf auftauchen.
Mir macht dieses Verhalten der Katze meine eigene Schreibinaktivität sofort bewusst.
Podcast
Das erfolgreichste deutsche Spiel auf Steam ist NICHT Anno 117!
Trotz AAA-Konkurrenz wie Anno 117: Pax Romana ist das kostenlose Bongo Cat das erfolgreichste deutsche Spiel auf Steam – und hält sich dort seit Monaten! Im großen Talk klären Moderatorin Lea und Expertin Ann-Kathrin Kuhls mit den Entwicklern Marcel Zurawka und Julius Krüger, wie dieses Meme-Phänomen entstand, wie sie mit den Bugs umgehen und welche süßen Inhalte noch geplant sind.

Ich habe Zurawka gefragt, ob die Katze auch ein charmantes schlechtes Gewissen sein soll, das uns sagt: Hey, du arbeitest gerade nicht
. Seine Antwort:
Ne, das kam durch Feedback von Nutzern welche in Multiplayer Lobbies wissen wollten, wenn die Person gegenüber nicht mehr am PC ist, bevor sie weiter mit ihnen interagieren.
Richtig, wer mag, kann in ein kleines Textfeld kurze Nachrichten schreiben oder durch das Tippen freigeschaltete Emojis aufsteigen lassen. Die werden aber nur kurz angezeigt.
Sind beide Personen anwesend, kann man sich so ohne viel Zeit zu investieren kurze Signale schicken: Ein Herz, ein Daumen hoch oder andere Reaktionen, die zusätzlich motivieren oder einfach nur zeigen Ich bin da, mir geht es gut
.
Zurawka mag an seinem Spiel vor allem das. Er meint:
Der Multiplayer ist 10/10. Gibt so ein sehr softes soziales Gefühl. Leichter als jeder Messenger, das lieb ich dran. Fühlt sich immer ein bisschen wie still/flüsternd gemeinsam in der Bibliothek zu sitzen und zu arbeiten.
Kommunikation mit anderen ist ein netter Zusatz, aber kein Muss bei Bongo Cat. Die Individualisierungen der Katze sind vor allem für die Person, die gerade am PC sitzt. Zurawka sagt hierzu:
Ich glaube, viele Leute designen ihre Katzen nach ihren Aktivitäten oder wie sie sich gerade fühlen. Ich denke es hilft sehr dabei, den Arbeitsplatz etwas mehr zu "meinem" zu machen.
Ich kann das bestätigen. Wenn ich selbst gerade mit Headset auf den Ohren da sitze, gebe ich meiner Katze auch gerne eines. Wenn ich aus meiner Pause komme und gerade draußen war, mag ich fröhliche Katzen mit Blumenkranz im Fell oder einem Vogel auf dem Kopf und so weiter.
Laut Zurawka gibt es mehr als 500 Skins für die Bongo Cats und ich habe nur einen kleinen Teil davon freigeschaltet. Mit dabei sind unter anderem Gurkengläser, ein Bierkrug und eine Banane, die man der Katze auf den Kopf setzen kann.
Ich kann kaum erwarten, auch noch die anderen kosmetischen Veränderungen freizuschalten. Und genau diese Gamifizierung trägt weiterhin dazu bei, produktiv zu sein.
Für mich ist Bongo Cat besser als jede App
Mir hilft Bongo Cat bei der reinen Schreibarbeit momentan mehr als jede Productivity-App es könnte. Ich wollte von Zurawka wissen, ob sein Team bereits ähnliches Feedback von Autorinnen und Autoren bekommen hat. Bei der Frage muss er lachen und bestätigt:
Ja, einiges, es wurde sogar in einigen Masterarbeiten erwähnt mit einem Screenshot ihrer Katze, weil es die Leute so sehr motiviert hat zu Schreiben, hätte ich nie gedacht, aber erwärmt mein Herz.
Er fügt hinzu: Autoren, etc. kommen auf uns zu. Aber auch sehr viele Game Devs. Das Beste war ein AAA Studio, wo mir ein Mitarbeiter geschrieben hat, dass sie einen eigenen Slack Channel besitzen für ihre Bongo Cats und dass er der Meinung war, dass das Studio nur noch wegen Bongo Cat lebt
.
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Auch mir hilft Bongo Cat sehr. Ein Blick zum Bildschirmrand und ich sehe die Katze geduldig mit erhobenen Pfoten warten. Schon haue ich wieder in die Tasten, nur um sie trommeln zu sehen. Ich hoffe, dass dieser Effekt noch lange anhält.
Jetzt seid ihr gefragt: Was sind eure kleinen und großen Helfer im Homeoffice?

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