Von Anbeginn der Firmengeschichte von SpaceX hat Elon Musk unumwunden klargestellt, was sein Ziel ist: der Mars. Jenseits aller Erfolge von Starlink, den Falcon-Raketen oder auch den ersten Flügen des Starships wartet der rote Planet. Bezüglich seiner Pläne hat sich der Milliardär nun zu Wort gemeldet.
Wir stellen euch vor, wann die ersten Passagiere zum Mars aufbrechen sollen, wie so eine Reise zum Mars überhaupt ablaufen soll und ob die größte Rakete aller Zeiten schon startbereit ist.
In wenigen Jahren zur bemannten Mars-Landung
Zusammengefasst ist laut eines Posts von Elon Musk auf seiner Social-Media-Plattform X, früher Twitter, Folgendes geplant:
- In zwei Jahren (also Ende 2026) sollen fünf unbemannte Starships zum Mars fliegen.
- Dort sollen sie landen und somit die Simulationen von SpaceX verifizieren.
- Gelingen alle fünf Landungen, sollen in etwa vier Jahren (Ende 2028) erste bemannte Flüge erfolgen.
- Laufen die Landungen nicht wie geplant, werden die bemannten Flüge um zwei Jahre verschoben.
Wieso immer diese Zwei-Jahres-Abstände? Der Mars kann von der Erde alle zwei Jahre effektiv erreicht werden. Nur, wenn sich beide Planeten auf ihren jeweiligen Umlaufbahnen maximal annähern, ist die Reise innerhalb eines halben Jahres machbar. Dann sind es nur etwa 60 Millionen Kilometer. Maximal sind wir etwa 400 Millionen Kilometer voneinander entfernt.
Erde und Mars umrunden die Sonne nämlich nicht parallel und im Gleichschritt. Geschwindigkeit und Länge der Bahn sind stark unterschiedlich:
- Jahreslänge Erde: 365 Tage vs. Mars: 687 Tage
- Tageslänge Erde: 24 Stunden vs. Mars: 24 Stunden, 40 Minuten
- Geschwindigkeit Erde: 107.000 Kilometer pro Stunde vs. Mars: rund 87.000 Kilometer pro Stunde
- Bahnlänge Erde: 940 Millionen Kilometer vs. Mars: etwa 1,5 Milliarden Kilometer
Doch wie steht es eigentlich um das Starship? Hat es bereits einen Orbit erreicht und weshalb ist das Raumschiff von SpaceX weit mehr als nur eine weitere Rakete? Wir erklären es euch.
Das Starship
Theoretisch stünde aktuell im Oktober 2024 das Startfenster zum Mars offen, doch noch ist das Starship nicht bereit. Aber SpaceX kommt bei der Serienreife der stärksten Rakete aller Zeiten voran.
Dabei besteht das Raumschiff an sich aus zwei Teilen: dem Super Heavy Booter sowie dem eigentlichen Starship. Beides zusammen testet SpaceX seit einiger Zeit von Texas aus. Der Booster bringt das etwa 120 Meter hohe und neun Meter durchmessende Duo vom Startturm empor, ehe sich beide trennen. Ersteres (50 Meter hoch) fliegt weiter in den Orbit, letzteres kehrt zurück und landet wieder am Ausgangsort. Stand Oktober 2024 ist dieses Verfahren bereits einmal erfolgreich erprobt worden.
Als Antrieb kommt das Raptor-Triebwerk zum Einsatz. Wer mehr über die allgemeine Funktionsweise von chemischen Raketentriebwerken sowie speziell über das Raptor nachlesen möchte, sollte sich diesen Artikel von uns anschauen.
Der Super Heavy Booster setzt auf 33 Triebwerke, das Starship auf sechs. Beim Start erzeugt die Rakete mehr als das Doppelte der Schubkraft wie einst eine Mondrakete vom Typ Saturn V.
Doch abseits von allen Ausmaßen und Messwerten sticht das Starship alle bisherigen Modelle durch seine Fähigkeiten bei der Landung aus. Denn Starship wie Booster sind für die Wiederverwendung ausgelegt. Das folgende Video vom Everyday Astronaut zeigt eindrücklich, wie der jüngste Testflug das Einfangen des Boosters demonstriert hat.
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Das Starship umrundete derweil die Erde und landete schließlich nach Wiedereintritt im Pazifik. Landungen auf Land hat das Modell bereits in der Vergangenheit absolviert. Dies wird für den Einsatz auf Mond und Mars entscheidend.
So würde ein Flug vom Starship zum Mars ablaufen
Der Flug eines Starships zum Mars soll laut der offiziellen SpaceX-Website folgendermaßen aussehen:
- Ein Booster hilft dem Mars-Starship (MS) in den Orbit, er kehrt zurück, das MS umrundet wartend die Erde.
- Ein Betankungs-Starship fliegt mithilfe eines weiteren Boosters hoch, betankt das MS und kehrt zurück zur Erdoberfläche.
- Das MS fliegt zum Mars.
Das Starship würde dabei aber keine gerade Linie fliegen, sondern die energetisch günstigste Bahn wählen, Hohmann-Transfer genannt. Die Details sind kompliziert, aber stellt euch die Flugbahn wie einen großen Wurf vor. Die Rakete verfolgt den Mars auf einer inneren, daher engeren Umlaufbahn um die Sonne und erreicht ihn schließlich etwa ein halbes Jahr später auf der anderen Seite des Sonnensystems. Für mehr Informationen schaut gerne hier beim Haus der Astronomie.
- Auf dem Mars landet das MS mithilfe eines Luftbremsmanövers und unter Einsatz seiner Triebwerke.
- Dort wird das MS mit lokalen Ressourcen (Methan und Sauerstoff) wieder betankt. Allerdings müssen dafür erst entsprechende Einrichtungen vorhanden sein.
- Danach startet es unter seinem eigenen Schub und kehrt so nach etwa zwei Jahren zur Erde zurück, wo es wieder landet.
Vom Mars kann das Starship mit seinen sechs Raptor-Triebwerken alleine abheben. Die Gravitation des roten Planeten macht nur etwa 1/3 der irdischen aus und der Luftwiderstand ist ebenfalls weit geringer.
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