Kannste knicken: Seitdem ich ein Foldable habe, sind andere Handys nur noch halbe Sache

Meinung: Autor Denis Brown besitzt ein Foldable, ein Samsung Galaxy Z Fold 3. Seither hat das Wort Smartphone eine neue Bedeutung für ihn.

von Denis Brown,
24.03.2022 08:11 Uhr

Samsung Galaxy Z Fold 3. Samsung Galaxy Z Fold 3.

So gut wie jedes Wochenende, wenn ich vor dem Einlass meiner Stamm-Karaokebar das Handy zücke, um meinen Impfnachweis vorzuzeigen, schallen mir drei Fragen entgegen, die sinngemäß wie folgt lauten:

  • Boah, was ist denn das für ein riesiges Handy?
  • Kann man das wirklich zusammenfalten?
  • Und was kann das so?

Daraufhin halte ich vor Begeisterung sprudelnd einen rund zehnminütigen Vortrag, bei dem ich mir oft vorkomme wie ein Samsung-Fachverkäufer. Ich führe Youtube-Videos vor, die in der normalen 16:9 Ansicht bereits beeindruckend viel Detail zeigen. Wenn ich es dann auf Vollbild-Maße heranzoome, leiere ich meinem Gegenüber die Kinnlade aus.

Es sei denn ich merke, dass mein Gesprächspartner Zocker ist. In dem Fall bemühe ich chess.com, Pinball Arcade oder spiele eine Runde Mario Kart Tour, und provoziere damit stets dieselbe Reaktion: Mega! Muss ich haben!

Denis Brown

Im Jahr 2004 entschied sich Denis Lucius Brown gegen den klassischen Autoren-Werdegang und wurde Quereinsteiger als freier Schreiber in der Videospielpresse. Als Tech-Nerd, Vollblut-Gamer, Sternengucker, Hobbymusiker und allgemeine Rampensau kennt Denis keine Langeweile. Und selbst wenn, würde er sich in solchen Momenten seinen geliebten Katzen zuwenden.

Wie kommts? Laufen YouTube Videos oder Handy-Spiele auf dem Galaxy Z Fold 3 flüssiger als auf anderen Smartphones? Nö. 120 Hz und leistungsfähig Chips schaden sicher nicht. Ausschlaggebend ist jedoch die 7,4 Zoll Diagonale des leuchtstarken OLED-Bildschirms, die einem das Gefühl vermittelt, man hätte ein Handflächengroßes Tablet vor Augen.

Der Knick fällt meist nur bei Reflexionen auf. Der Knick fällt meist nur bei Reflexionen auf.

Natürlich in Kombination mit dem Haupt-Feature: Das Gerät lässt sich auf halbe Breite zusammenknicken und verschwindet schnell in der Hosentasche. Die kleine Falte im Bildschirm, die dadurch zustande kommt, bemerken die meisten nicht einmal. Nur wenn der Bildschirm dunkel ist, geben Reflexionen auf seiner Oberfläche her, dass er nicht völlig eben ist.

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Arbeit und Vergnügen

Ich muss zugeben, dass mich die Präsenz dieses Technik-Gadgets immer wieder umhaut. Unterwegs Videos schauen und spielen erinnert mich nicht mehr an Mäusekino. Ein Luxus, an den ich mich schnell gewöhnen konnte. Nicht nur wegen der optischen Vorzüge. Als Schach-Suchti dirigiere ich meine Figuren mühelos über das Brett, ohne Angst, meine Wurstfinger könnten sie falsch platzieren. Seitdem kommt es mir so vor, als hätte man bei anderen Handys die zweite Hälfte vergessen.

Nicht falsch verstehen: Größe als solches spielt keine Rolle. Es kommt darauf an, wie sie genutzt wird, schließlich bietet heutzutage beinah jeder Hersteller eine übergroße Variante seines Smartphone-Modells an. In den Jahren zuvor gab ich mich nicht mit weniger als einer Plus-Größe zufrieden, allein für das bequemere Tippen von Whats-App-Nachrichten. Aber hatte ich deswegen mehr von meinem Handy? Iwo! Mal abgesehen von erweiterten Kamera-Funktionen konnte ich mit einem Galaxy S20 Plus kaum mehr anstellen als mit dem Standardmodell.

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Ich wollte schon immer ein Smartphone, das mir beim Arbeiten hilft. Unterwegs mal einen Schnappschuss machen, bei dem ich schon während der Aufnahme erkenne, wie gut das Endergebnis wird. Oder Daten aus einer Online-Quelle in Office festhalten, ohne umständlich zwischen zwei Apps hin und her zu wechseln. Sogar als ich ein Smartphone aus der Note-Serie besaß, das mit großem Bildschirm und einem Stift warb, bemühte ich dafür lieber den Laptop, weil sich arbeiten mit dem Handy anfühlte wie Holzhacken in einer Zwergenwerkstatt.

Mehrere Apps gleichzeitig auf dem Bildschirm haben zu können, erleichtert den Umgang ungemein. Mehrere Apps gleichzeitig auf dem Bildschirm haben zu können, erleichtert den Umgang ungemein.

Umso stärker weckten die ersten Galaxy-Z-Fold-Modelle meine Neugierde, denn sie versprachen mit ihrem an 4:3 angelehnten Format wunderbar große Arbeitsflächen und genug Platz, um auch mal mehrere Apps nebeneinander zu betreiben. Eine Funktion, die ich heute regelmäßig benutze. Ein knickbares Handy lässt sich zudem ohne Stativ aufstellen. So hat man bei Videokonferenzen alle Hände frei. Genial

Vorführungen beim nächstbesten Handy-Shop verließ ich allerdings mit gemischten Gefühlen. Was nützt einem so ein riesiger Bildschirm, wenn er einem im Handumdrehen den Akku leersaugt? Der erste Entwurf des Galaxy Z Fold verfügte über einen sparsameren Front-Screen, den man im zusammengeklappten Zustand verwenden konnte, aber er war zu klein für meine Ansprüche, während das Gerät selbst zu dick wirkte. Version zwei behob diesen Lapsus, war aber aufgrund der offenen Scharnier-Elemente nicht wasserdicht. Angst um mein Handy im Regenwetter? Für eine Anschaffung von rund 1.800 Euro völlig inakzeptabel.

Galaxy-Z-Fold 3 kaufen

Aller guten Dinge sind drei

Beim Galaxy Z Fold 3 war ich ebenso skeptisch, wurde aber eines Besseren belehrt. Wieder suchte ich ein Vorführ-Modell in einem Handy-Shop und bekam noch vor Veröffentlichung eins zu Gesicht. Der Verkäufer bemühte sich redlich, das Gerät zu bewerben, dabei musste er gar nicht viel tun. Ich fummelte zehn Minuten damit herum, las die offiziellen Daten und konnte nicht mehr widerstehen. Wasserdicht, zusammengeklappt mit etwa 1,4 cm immer noch vergleichsweise dünn und mit 271 Gramm nur unwesentlich schwerer als ein iPhone 12 Pro Max? Passt!

Auch wenn ich lieber immer den Hauptbildschirm nutzen will, der Frontbildschirm macht durchaus Sinn. Auch wenn ich lieber immer den Hauptbildschirm nutzen will, der Frontbildschirm macht durchaus Sinn.

Zugegeben, am Anfang war die Handhabung etwas ungewohnt. Der große Screen ist so verführerisch luxuriös, dass ich am liebsten alle meine Tätigkeiten darauf verrichtet hätte, aber die Akkulaufzeit sprach dagegen. Ich musste mich also darauf einstellen, das Ding nicht für jede kleine Whats-App-Nachricht aufzuklappen.

Eines von mehreren Opfern, das ich bringen musste, wenn das Gerät nicht jeden Abend an der Steckdose hängen soll. Ich stelle beispielsweise die Bildschirmbeleuchtung nur noch so hell ein wie gerade eben nötig. So hält der Akku bis zu zwei Tage. Dass die drei dünnen, weil platzsparenden Kameras mit ihren 12 Megapixeln nicht die Speerspitze ihrer Sparte darstellen, stört mich dagegen wenig. Abseits extremer Zoomfaktoren, die arg matschig herauskommen, bin ich mit den Fotos mehr als zufrieden.

Die Rückseite des Galaxy Z Fold 3 samt Kameras. Die Rückseite des Galaxy Z Fold 3 samt Kameras.

Inzwischen finde ich das schnucklig schmale Format des Frontbildschirms sogar richtig cool. Reicht allemal, um Mails zu checken, kurze Nachrichten zu lesen oder meine Musik-Playlist zu sortieren. Telefonieren funktioniert ebenfalls wunderbar. Ist aufgrund des schmalen Formfaktors sogar bequemer als mit einem normalen Handy.

Eine Sache nervt mich allerdings noch: Für Early Adopter spendierte Samsung einen Stift und eine Schutzhülle. Die Hülle ist in meinen Augen unbrauchbar, weil sie dem Handy eine dritte Aufklapp-Ebene für den Front-Screen aufzwingt. Dummerweise lässt sich der praktische Stift nur in dieser Hülle unterbringen. In Kombination wird das Handy also unhandlich und zu breit für meinen Geschmack. Darum hab ich mir eine schmalere Hülle gekauft und nutze den Stift seltener, als ich gerne würde.

Wenn Samsung (oder ein anderer Hersteller mit einem ähnlichen Gerät) es noch schafft, den Stift in kommenden Versionen im Gehäuse unterzubringen, kehre ich nie wieder zu einem normalen Handy zurück.

Meiner Frau geht es übrigens ähnlich, wenn auch in gegensätzlicher Denkweise. Inspiriert von meiner Anschaffung griff sie zum Galaxy Z Flip 3, das sich bei klassischem Format horizontal falten lässt und freut sich, dass ihr Handy in bester Schminkspiegel-Tradition winzig klein in ihrer Handtasche verschwindet. Ebenfalls eine Art Luxus, an den man sich sehr schnell gewöhnt. In unserer übersichtlichen Kaufberatung gibt es auch gute Smartphones für weniger Geld:

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Hattet ihr schon einmal das Vergnügen mit einem faltbaren Smartphone? Was haltet ihr von der Technik? Seid ihr eher skeptisch oder denkt ihr, dass die Geräte mittlerweile ausgereift sind? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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