Valve hat es endlich geschafft: Die Steam Frame ist vorbestellbar und alle technischen Daten liegen auf dem Tisch. Das günstigste Modell beginnt allerdings bei 1.049 Euro, wer mehr internen Speicher will, zahlt 1.279 Euro. Für knapp die Hälfte hingegen bekommt ihr eine VR-Brille, die technisch gar nicht so viel anders macht, dafür aber ein großes Portfolio aktueller VR-Spiele bereithält.
Nur halb so teuer wie Steam Frame: Meta Quest 3Meta Quest 3 vs. Steam Frame
Obwohl sich im Inneren der beiden VR-Brillen ganz ähnliche Hardware befindet, unterscheiden sich die Geräte durchaus spürbar voneinander. Bleiben wir kurz bei den Gemeinsamkeiten: Beide nutzen LCD zur Anzeige, bei Valve mit 72-144 Hz, bei Meta mit 72-207 Hz. Zugegeben, die 207 Hz bei der Meta Quest 3 sind eine neue Errungenschaft, üblicherweise arbeiten beide mit 120 Hz.
Für die Rechenleistung sorgt in beiden Fällen ein ARM-Prozessor, ganz ähnlich wie der in euren Smartphones, bei Valve gibt es aber das flottere und modernere Modell.
Unterschiede gibt es bei der Software: Während Valve auf SteamOS setzt und mit geschicktem Einsatz von Emulationsschichten sogar Windows-Games (zumindest die mit überschaubaren Hardwareanforderungen) auf der Steam Frame nutzbar macht, setzt Meta auf Horizon OS 2. Beide basieren auf Linux, relevant für den Alltagsnutzen ist aber eher, dass ihr nur unter Horizon OS den gut gefüllten Meta-Store erreichen könnt.
Für Steam Frame gibt es Steam, liegt irgendwie nahe. Valve verlässt sich dabei stark auf Streaming von PC-Inhalten zur VR-Brille, sogar ein WiFi-Dongle für's 6-GHz-Funknetz liegt bei. Lokal ausgeführte Spiele gibt es noch eher wenige und die nutzen oft Emulation um lauffähig zu sein. Sogar auf eine lokal lauffähige Version von Half-Life: Alyx müssen wir noch warten.
Pro Quest 3: Viele Exklusivspiele und ein gut gefüllter StoreDas Spielerlebnis unterscheidet sich meistens nur wenig - aber nicht immer
Wer VR einfach nur ausprobieren möchte, dürfte bei Meta und Valve sehr ähnliche Erfahrungen machen: Brille aufsetzen, Spiel starten, Spaß haben. Die Bildqualität unterscheidet sich dank sehr ähnlicher Optik mit LCD und Pancake-Linsen nur wenig, mit kleinem Bonus für die Steam Frame.
Die Controller der Meta Quest 3 hingegen sind etwas komfortabler nutzbar und auch die Akkulaufzeit der Meta-Brille fällt mit 1,5 bis 2,5 Stunden höher aus als die der Steam Frame mit 1-2 Stunden.
Allerdings bietet die Meta Quest 3 ein Feature, das Valve nicht sehr hoch priorisiert hat: Augmented Reality mit farbigem Passthrough. Ihr versteht nur Spanisch? Die Quest 3 kann über ihre Außenkameras die Umgebung direkt ins VR-Sichtfeld einblenden, so dass ihr nicht mehr blind in der Gegend herumstolpern müsst.
Für Augmented Reality können dann Grafiken in die reale Umgebung integriert werden - das kann wie in Demeo ein Spielfeld auf dem Tisch sein, aber auch Aliens oder Zombies, die in euer Haus eindringen wollen, und die ihr abwehren müsst. Spiele wie Assassin's Creed Nexus VR nutzen den AR-Modus um die Immersion zu steigern, andere setzen voll auf das Prinzip. Was soll ich sagen: Es bringt Spaß und ich würde nur ungerne darauf verzichten wollen.
Passthrough beherrscht die Steam Frame übrigens auch, allerdings mit höherer Latenz und ohne Farbe. Für Spiele eher wenig geeignet, Drittherstellerzubehör dürfte diese Lücke nicht schließen können.
Die Meta Quest 3 ist auch eine AR-Brille für neue SpielerfahrungenSteam Frame: Der Preis ist ein Thema
Auch wenn Valve ursprünglich Hoffnung auf einen niedrigeren Preis machte, zwingt die RAMpocalypse sie zu drastischen Maßnahmen: Die Steam Frame kostet mit 256 GB internem Speicher (erweiterbar via MicroSD) mindestens 1.049 Euro, mit 1 TB sogar 1.279 Euro - gegenüber den 599,99 Euro der Meta Quest 3 ein harter Brocken.
Zugegeben, zur Quest 3 gehört eigentlich auch immer die Anschaffung eines hochwertigeren Kopfbandes, idealerweise mit integriertem Akku. Nur so wird die Brille wirklich bequem tragbar und hält gleich noch länger durch. Auf der anderen Seite bietet Valve ein Zubehörkit für 59 Euro an, mit dem die Frame bequemer tragbar wird - auch wenn sie von Haus aus schon gut sitzt, besser geht ja immer. Relevanter ist sind aber die Handgurte, die es nur im Zubehörkit gibt: Nur mit diesen lassen sich einzelne Finger vom Controller tracken. Warum, Valve?
Der niedrige Preis der Meta Quest 3 hat allerdings auch einen Haken, den wir euch nicht vorenthalten wollen: Meta genehmigt sich umfassende Privatsphäre-Rechte in den zum Betrieb abzunickenden AGB. Das beeinhaltet auch Scans eurer Räume, Spielzeiten und sogar begrenzt Audioaufnahmen vom Headset. Ihr zahlt also, wie bei Meta nicht ungewöhnlich, auch mit euren Daten.
Euch ist Datensicherheit wichtiger als der Preis? Steam Frame!Fazit: Der Aufpreis zur Steam Frame ist happig. Zu happig.
Im Gegenzug punktet Meta aber bei einem für den alltäglichen Einsatz nicht unwichtigen Extra: Der hauseigene Store ist gut gefüllt und existiert seit Jahren. Zahlreiche Studios und Spiele wurden in den vergangenen Jahren von Meta gekauft oder finanziert.
Highlights wie das bereits erwähnte Assassin's Creed Nexus VR aber auch Batman: Arkham Shadow VR gibt es auf keiner anderen Plattform. Natürlich ist auch Steam gut mit VR-Games bestückt, die laufen aber gestreamt auch alle auf der Meta Quest 3. Daher bleibt die Meta Quest 3 weiterhin mein Favorit, wenn ich nach einer empfehlenswerten VR-Brille gefragt werde.
Mehr müsst ihr wirklich nicht für den VR-Einstieg bezahlen