Die schlechte Nachricht: Micro-LED-TV bleiben teuer. Die gute: Wir wissen jetzt, was sich ändern muss

Micro-LED-Fernseher werden auf absehbare Zeit teuer bleiben.

Fast die Hälfte des Preises von Micro-LED-TVs soll bereits auf die Material- und Herstellungskosten fallen. (Bildquelle: DigitalTrends Youtube) Fast die Hälfte des Preises von Micro-LED-TVs soll bereits auf die Material- und Herstellungskosten fallen. (Bildquelle: DigitalTrends / Youtube)

Brillante Farben, perfektes Schwarz und eine lange Lebensdauer ohne lästiges Einbrennen: Micro-LED gilt als der Heilige Gral der TV-Technologie – wäre da nicht der geradezu abenteuerliche Preis, der bei rund 100.000 Euro beginnt.

Ein aktueller Bericht legt nun offen, was die Fernseher so teuer macht und warum wir, sehr zum Leidwesen unseres Heimkino-Experten Maxe Schwind, vorerst keine bezahlbaren Micro-LED-Fernseher im Handel sehen werden.

Doch die Analyse des jetzigen Status hat auch etwas Gutes: Sie zeigt auf, was sich ändern muss, damit die Fernseher aus dem absoluten Luxussegment ihren Weg in heimische Wohnzimmer finden können.

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Aufschlüsselung der Kosten

In einem Bericht von UBI Research hat ein Experte die hohen Preise anhand eines 101-Zoll-Micro-LED-Fernsehers aufgeschlüsselt.

  • Die reinen Material- und Herstellungskosten liegen hier schon bei rund 52.000 US-Dollar. Durch Entwicklungs- und Vertriebskosten sowie Gewinnmargen steigt der Preis oft auf rund 100.000 US-Dollar an.
  • Mehr als 85 Prozent der Herstellungskosten entfallen auf Panel-Materialien. Die Pixel-Schicht allein soll 29.000 US-Dollar kosten, für die Rückwandplatine fallen weitere 16.000 US-Dollar an.
  • Noch nicht skalierbar. Etablierte Technologien wie OLED oder Mini-LED können effizient produziert werden. Dies ist bei Micro-LED noch nicht der Fall.

Das muss sich laut den Analysten für den Massenmarkt ändern

Um den Preis deutlich zu senken, ist laut der Analyse eine Verbesserung der Produktionsausbeute zwingend notwendig. Zudem müssen die Kosten durch Verbesserungen in der Lieferkette gesenkt werden. So könnten Hersteller in Preisregionen des größeren Premium-Marktes gelangen.

Ein Schlüssel hierzu könnte die modulare Bauweise des Fernsehers sein. Es sei deutlich günstiger und einfacher, viele kleine Micro-LED-Module herzustellen und diese zu einem großen Bildschirm zusammenzufügen, als ein einziges großes Panel zu produzieren.

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In den nächsten Jahren dürfte sich am Preis aber nicht viel ändern. Bis Micro-LED-TVs preislich mit dem jetzigen Premium-Segment bei OLED-Fernsehern gleichziehen werden, dürften noch viele Jahre vergehen, so der Experte. Bereits 2018 zeigte Samsung auf der CES The Wall, einen Micro-LED-Prototypen. Seither hat sich am Preisschild nicht viel geändert.

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