Als ich eben auf die Uhr geschaut habe, bin ich erschrocken: Acht Jahre ist es schon her, seit ich auf der CES 2018 Samsungs The Wall gesehen habe.
Seither vermisse ich jede Spur von Micro-LED-TV – auch dieses Jahr. Muss ich meinen Traum endgültig begraben?
Deswegen feiere ich Micro-LED
Eigentlich verrät es der Name schon: Auf den kleinsten Nenner heruntergebrochen bestehen Micro-LED-Panels aus mikroskopischen Leuchtdioden – die wie OLEDs funktionieren. Der Unterschied ist, dass OLEDs mit organischen Kohlenstoffverbindungen arbeiten, Micro-LED anorganisch.
Kurz und gut: Die Pixel leuchten von selbst. Dadurch brauchen sie nicht nur keine Hintergrundbeleuchtung, sie sind auch modular beliebig einsetzbar.
Das schlägt sich in folgende Vorteile nieder:
- Selbstemittierend, heißt, es ist keine Hintergrundbeleuchtung nötig.
- Höherer Kontrast im Vergleich zu LED.
- Perfektes Schwarz, ganz wie bei OLED.
- Keine Verschleißerscheinungen wie bei OLED und damit eine lange Lebensdauer.
- Schnelle Reaktionszeiten
- Modular einsetzbar, wodurch jede Displaygröße potenziell möglich ist.
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CES 2026: Samsung stellt Riesen-TV mit 130 Zoll vor
Klingt ja alles schön gut, aber wieso gibt es denn immer noch keine Micro-LED-TVs? Das hat mehrere Gründe.
Wo sind die Micro-LED-TVs?
Seit 2018 ist natürlich viel Zeit vergangen. Seit Juli 2024 sieht es für Micro-LED schlecht aus, denn sowohl LG als auch Samsung haben nach Jahren ihren Fokus verschoben. Die Gründe:
- Die Technologie entwickelt sich nicht schnell genug weiter.
- Micro-LED-Geräte sind zwar günstiger geworden, die Preise bewegen sich allerdings immer noch im sechsstelligen Bereich.
- Micro-LED ist limitiert auf riesige Panels und ist damit für den häuslichen Gebrauch (noch) zu groß.
Das alles resultiert darin, dass Micro-LED-TVs in der Herstellung schlichtweg zu teuer sind und dementsprechend teuer verkauft werden müssten.
Eine zweite Wahrheit ist, dass OLED-TVs mittlerweile sehr viel besser geworden sind. Der Qualitätsvorsprung, den Micro-LED zur damaligen Zeit hatte, war deutlich größer.
Mittlerweile hat die OLED-Technologie die Lücke nahezu geschlossen.
- OLED-Fernseher sind günstiger geworden: Es gibt sie mittlerweile für dreistellige Eurobeträge.
- OLED-TVs gibt es jetzt in allen Größen, in denen es LED-Fernseher auch gibt.
- OLED-TVs sind top ausgestattet, sodass selbst Mittelklasse-Geräte Sonderfunktionen wie Gaming Features bieten.
- OLED hat seine Einbrenngefahr durch Reinigungsprogramme und Pixel-Shift in den Griff bekommen.
- OLED-Geräte sind im Zuge dessen langlebiger geworden.
- OLED-Fernseher haben an der Helligkeit geschraubt und müssen sich vor Geräten mit Hintergrundbeleuchtung kaum mehr verstecken.
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OLED: Die Lichtgestalt für Gamer oder übertriebener Hype?
Micro-LED ist nicht völlig verschwunden
Auf der CES zeigt Samsung den Timeless Frame, über den ich bereits bezüglich seiner Optik geschrieben habe. Dieses Modell nutzt Micro-RGB-LED-Beleuchtung. Da sind die Bildpunkte zwar nicht selbst winzig, aber das Backlight ist es.
Prinzipiell ist das die Weiterentwicklung von Mini-LED; die Dioden sind einfach noch mal kleiner geworden. Das RGB kommt daher, dass keine weißen oder blauen LEDs für die Hintergrundbeleuchtung zum Einsatz kommen. Stattdessen drei LEDs in Rot, Grün und Blau (wie der Name vermuten lässt).
- Das erhöht die Kontrastwerte.
- Dimming-Zonen lassen sich noch genauer ansteuern.
- Höhere Spitzenhelligkeit
Tatsächlich gibt es bereits sogar schon einen Nachfolger im Geiste: Nano-LED. Das sind noch sehr viel kleinere Pixel als Micro-LEDs. So richtig kann die Wissenschaft den Größenunterschied allerdings nicht beziffern. Das liegt daran, dass bei Micro-LED »Micro« einfach nur kleiner als Mini meint, nicht aber die tatsächlichen Maße von Mikrometern besitzt.
Auf der CES vor zwei Jahren wurde bereits ein Prototyp gezeigt.
Link zum YouTube-Inhalt
Bis Nano-LED- oder QDEL-Bildschirme wirklich massentauglich sind, werden noch viele Jahre vergehen – sofern das überhaupt geschieht.
Habt ihr die CES 2026 verfolgt? Was sind eure Highlights der Messe? Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare!







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