Obwohl PCIe-5.0-SSDs bereits seit über zwei Jahren auf dem Markt verfügbar sind und beeindruckende Spezifikationen von bis zu 14.000 MB/s aufweisen, ist in Tests regelmäßig zu sehen, dass sie für PC-Spieler praktisch keinen spürbaren Vorteil gegenüber PCIe-4.0-Modellen bieten.
Hersteller wie Micron hält das aber nicht auf, an den Festplatten der Zukunft zu schrauben: Wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung ankündigt, hat man mit der »Micron 9650« die industrieweit erste SSD mit PCIe 6.0 im Portfolio.
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PCIe 6.0: Erneut die doppelte Bandbreite
Die weltweit erste PCIe-6.0-SSD erreicht laut Micron satte 28.000 MB/s beim sequenziellen Lesen (doppelt so viel wie PCIe 5.0) sowie 14.000 MB/s beim Schreiben (40 Prozent mehr als PCIe 5.0).
Bei den zufälligen Lesegeschwindigkeiten spricht der Hersteller von 5,5 Millionen IOPS; die Schreibgeschwindigkeit soll sich indes auf 900.000 IOPS belaufen. Gegenüber der Vorgängergeneration ist das ein Mehrwert von 61 respektive 22 Prozent.
- Diese Leistungssteigerung wird durch die Verdopplung der Bandbreite von PCIe 6.0 gegenüber dem Vorgänger ermöglicht. Während PCIe 5.0 eine theoretische Geschwindigkeit von 32 GT/s pro Lane bietet, steigert PCIe 6.0 diese auf 64 GT/s.
- Technisch wird dies durch den Wechsel von der herkömmlichen NRZ-Signalisierung zu PAM-4 (Pulse Amplitude Modulation) realisiert, die vier Spannungsebenen statt zwei nutzt.
Kurz gefasst: Während bei NRZ ein Bit (0 oder 1) pro Taktzyklus übertragen wird, sind es bei PAM-4 zwei Bits, die pro Takt übertragen werden. PAM-3, das in GDDR7-Speicher zum Einsatz kommt, geht gewissermaßen einen Mittelweg, denn hier sind es drei Bit in zwei Taktzyklen.
Microns 9650 SSD richtet sich jedoch ausschließlich an professionelle Anwender in Rechenzentren und KI-Anwendungen. Die Festplatte wird ausschließlich in Enterprise-Formfaktoren wie E1.S und E3.S angeboten, die in Servern und KI-Beschleunigern zum Einsatz kommen.
Einen Preis gibt es allerdings erst auf Anfrage. Laut dem Hersteller sollen die ersten Modelle bereits auf dem Weg zur zahlenden Industriekundschaft sein.
Übrigens: Die Ursache für den fehlenden Nutzen für PC-Spieler liegt in der Art, wie moderne Spiele Daten verarbeiten. Während PCIe-5.0-SSDs bei sequenziellen Transfers ihre Stärken ausspielen, greifen Spiele hauptsächlich auf zufällig verteilte Datenpakete zu – ein Szenario, bei dem sich die theoretischen Geschwindigkeitsvorteile bestenfalls geringfügig in der Praxis niederschlagen.
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