OneDrive testet eine Gesichtserkennung für eure Fotos – und die lässt sich nur drei Mal im Jahr abschalten

Microsoft arbeitet an einem neuen KI-Feature, das eure Fotos per Gesichtserkennung zuordnen will – und tritt damit Kritikern zufolge in gleich zwei Fettnäpfchen.

Microsoft testet aktuell ein OneDrive-Feature, das aus gleich mehreren Gründen in der Kritik steht. Microsoft testet aktuell ein OneDrive-Feature, das aus gleich mehreren Gründen in der Kritik steht.

Microsofts Dienste setzen immer mehr auf künstliche Intelligenz – der Zug dürfte auf absehbare Zeit nicht mehr aufzuhalten sein. Die Ideen kommen dabei wie im Fall der »Windows Recall« genannten Funktion nicht immer gut an.

Auch eine aktuelle Vorschau für OneDrive sorgt derzeit für Kritik: Der Clouddienst soll künftig in der Lage sein, Gesichter auf hochgeladenen Fotos automatisch zu erkennen. Das Feature ist dabei nicht nur »opt-out« (ihr müsst also aktiv werden, falls ihr das nicht wollt), sondern lässt die Deaktivierung auch nur drei Mal im Jahr zu.

Video starten 55:02 KI fair und transparent? Experten erklären, wo es hakt und was sich ändern muss

»Sie können diese Einstellung nur 3 Mal im Jahr abschalten«

Auf der Tech-Plattform Slashdot wurde ein Screenshot der mobilen OneDrive-App hochgeladen, die eine neue, sich in der Testphase befindlichen Funktion zeigt.

Das »People Section« genannte Feature nutzt hierbei künstliche Intelligenz, um Gesichter auf etwaigen Fotos zu erkennen und nach Möglichkeit derselben Person zuzuordnen – Microsoft-Angaben zufolge, um euch das Wiederfinden von Bildern zu vereinfachen.

Der Haken: Beim Versuch, diese KI-Funktion über den zugehörigen Schalter zu deaktivieren, erschien der Hinweis, dass die Abschaltung nur drei Mal im Jahr möglich sei.

  • Auf Anfrage von Slashdot erklärte ein Microsoft-Sprecher allerdings nur, dass »OneDrive die Datenschutzeinstellungen von Microsoft 365 und SharePoint erbt«.
  • Eine Begründung, wieso diese Datenschutzeinstellungen lediglich das dreimalige Deaktivieren im Jahr vorsehen, lieferte die Erklärung indes nicht.

Unter dem Slashdot-Beitrag wird über eine mögliche Begründung spekuliert. So sei denkbar, dass Microsoft damit verhindern wolle, dass Daten allzu oft gelöscht und wieder angelegt werden müssen, was in Regionen mit strengen Datenschutzbestimmungen wie der EU zusätzliche Rechenleistung erfordere.

Im selben Artikel meldet sich aber auch der Sicherheitsforscher Thorin Klosowski der Electronic Frontier Foundation zu Wort, der dieses Argument nicht stehen lässt.

  • Grundsätzlich müssen solche Funktionen opt-in und nicht opt-out sein – Nutzer also ihre explizite Zustimmung (und nicht umgekehrt ihre explizite Ablehnung) zu einem solchen Feature geben, das mit biometrischen Daten hantiert.
  • Außerdem bemängelt Klosowski fehlende Transparenz seitens Microsoft: So werde nicht direkt ersichtlich, welche Vor- und Nachteile mit der aktivierten OneDrive-Funktion einhergehen.

Wann das KI-Feature von OneDrive flächendeckend eingeführt wird, ließ der Microsoft-Sprecher indes noch offen.

zu den Kommentaren (4)

Kommentare(4)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.