Mitgefühl mit Robotern - »Bitte schalte mich nicht aus, ich habe Angst«

Eine Studie mit einem kleinen, humanoiden Roboter zeigte, dass Menschen Bedenken haben, einen Roboter auszuschalten, wenn er um sein Leben fleht.

von Georg Wieselsberger,
03.08.2018 09:14 Uhr

Roboter wirken auf Menschen wie Lebewesen. (Bildquelle: Plos.org/Uni Duisburg-Essen)Roboter wirken auf Menschen wie Lebewesen. (Bildquelle: Plos.org/Uni Duisburg-Essen)

Roboter sind zwar noch nicht sehr weit verbreitet, doch schon jetzt zeigt sich, dass Menschen wohl Probleme haben werden, die Maschinen nicht als Lebewesen zu sehen. Ein aktuelles Experiment deutscher Forscher zeigt, dass Menschen sehr anfällig für vermeintliche, soziale Interaktionen mit Robotern sind. Das geht sogar so weit, dass sie sich weigern, den Roboter auszuschalten, wenn der Roboter um sein Leben fleht.

Bitte nicht ausschalten!

In dem Experiment sollten die Teilnehmer eigentlich nur mit dem Roboter kommunizieren - angeblich, um dessen Lernalgorithmen zu verbessern. Doch wie bei vielen Studien üblich war dies gar nicht das eigentliche Ziel des Experiments. Erst nach den vermeintlichen Aufgaben kam der eigentliche Test: das Ausschalten des Roboters.

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Bei ungefähr der Hälfte der Tests erklärte der Roboter bei diesem Schritt, dass er Angst vor der Dunkelheit hätte und bettelte teilweise sogar um sein Leben mit Aussagen wie »Bitte schalte mich nicht ab«.

Von den 43 Teilnehmern, die damit konfrontiert wurden, weigerten sich 13 komplett, den Roboter auszuschalten. Die restlichen 30 benötigten durchschnittlich doppelt so lange wie eine Gruppe, bei der der Roboter sich kommentarlos ausschalten ließ.

Teilnehmer waren überrascht

Diejenigen, die den Roboter nicht ausgeschaltet hatten, gaben verschiedene Gründe an, doch vor allem die Tatsache, dass der Roboter nicht ausgeschaltet werden wollte, wurde oft genannt. Außerdem wollten die Teilnehmer nichts falsch machen und waren von der Reaktion des Roboters überrascht.

Für die Forscher ist das Verhalten der Teilnehmer übrigens vollkommen normal, da wir soziales Verhalten bislang nur mit Menschen in Verbindung bringen können. Das ändere sich nun aber und daher könne man sich anpassen, auch wenn die bisherige Reaktion bei Menschen unbewusst ablaufe.

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