Nach 3 Jahren mit Roborock zieht jetzt ein günstigeres Modell bei mir ein

Der Herausforderer ist günstiger, aber spielt bei Saugrobotern ganz oben mit. Das musste ich einfach testen.

Bei mir fährt jetzt der Mova P70 Pro Ultra. Bei mir fährt jetzt der Mova P70 Pro Ultra.

Ich habe mein teures Roborock-Setup nach drei Jahren für einen halb so teuren Herausforderer in Rente geschickt – und ausgerechnet bei der Navigation eine riesige Überraschung erlebt.

Beim Stichwort Rundum-Sorglos-Paket im Saugroboter-Bereich stand Roborock für mich immer auf dem Treppchen. Seit etwa drei Jahren nutze ich Sauger dieser Marke, um mein Haus zu reinigen. Zuletzt hatte ich den flachen Qrevo Slim im Einsatz, den ich hier im großen Doppeltest mit dem Qrevo Curv verglichen habe.

Jetzt fordert die Marke Mova – eine Tochterfirma des Tech-Riesen Dreame – mit dem neuen P70 Pro Ultra den Platz auf dem Thron heraus. Für weniger als 600 Euro verspricht der Herausforderer Features, die man selbst bei modernen Top-Modellen vermisst. Ich habe den Umstieg gewagt und das neue, günstige Modell direkt gegen meine jahrelange Roborock-Erfahrung antreten lassen. Warum sich der Wechsel für mich lohnt, zeige ich euch hier.

Die Navigations-Überraschung: Warum der günstige Mova meinen Premium-Roborock alt aussehen lässt

Der größte Unterschied der Modelle zeigt sich nicht unbedingt auf dem Papier, sondern direkt am Boden meiner Wohnung. Und hier habe ich eine Überraschung erlebt, die ich so nicht erwartet hatte.

Mein Qrevo Slim ist ein echtes Premium-Gerät. Doch bei mir im Alltag hat er sich trotz modernster Technik immer wieder eine nervige Schwäche erlaubt: Er fuhr sich regelmäßig an herumliegenden Kabeln fest. Wer wie ich hinter dem Sofa oder dem Schreibtisch das eine oder andere Ladekabel liegen hat, musste beim Roborock ständig aufpassen, dass er sich nicht festfährt.

Jeder Saugroboter-Besitzer kennt diesen Frust-Moment: Du bist unterwegs, freust dich auf ein sauberes Zuhause und plötzlich vibriert das Handy: »Roboter festgefahren, bitte helfen Sie mir.« In diesem Moment ist das gesamte Versprechen von der bequemen, autonomen Reinigung hinfällig, weil man genau weiß, dass die Wohnung bei der Rückkehr immer noch dreckig ist.

Die geballte Navigation des P70 Pro Ultra mit Turm, Kamera, Sensoren und Licht. Die geballte Navigation des P70 Pro Ultra mit Turm, Kamera, Sensoren und Licht.

Ganz anders ist es zu meiner Überraschung beim Mova: Der Roboter für unter 600 Euro zieht nun seit knapp zwei Monaten völlig problemlos seine Bahnen bei mir und hat sich noch kein einziges Mal festgefahren. Seine Kombination aus LiDAR-Laserturm und der Kamera-Sensorik erkennt Kabel im Alltag absolut fehlerfrei, bremst rechtzeitig ab und umfährt sie elegant. Wo ich beim teuren Roborock oft »retten« gehen musste, gilt beim Mova echtes »einschalten und machen lassen«. In Sachen Hindernisvermeidung hat der günstige Herausforderer meinen etablierten Favoriten eiskalt vom Platz gedrängt.

Warum patzt der teure Roborock hier so auffällig? Meine These: Es liegt am genialen, aber kompromissbehafteten Design des Slim. Um die extrem flache Bauhöhe von nur 8,2 cm zu erreichen, verzichtet Roborock auf den klassischen, rotierenden LiDAR-Turm auf der Oberseite. Stattdessen setzt der Slim auf ein optisches 3D-System (Dual-Solid-State-Laser) in der Front. Das Problem dabei: Dem Slim fehlt dadurch die permanente 360-Grad-Rundumsicht des klassischen Laserturms. Dreht er sich ab oder navigiert in schattigen Zonen, verliert er scheinbar kurz die Orientierung für Objekte auf dem Boden – und frisst das Kabel. Der Mova hingegen hat den klassischen Turm-Buckel auf dem Dach und scannt die Umgebung permanent in Echtzeit in alle Richtungen ab.

Der Qrevo Slim verzichtet auf den Turm. Das macht ihn flacher und damit zugänglicher für Flächen unter Möbeln. Der Qrevo Slim verzichtet auf den Turm. Das macht ihn flacher und damit zugänglicher für Flächen unter Möbeln.

Saugleistung und Hundehaare: Die 30.000-Pascal-Falle

Mova wirbt beim P70 Pro Ultra mit einer Saugleistung von 30.000 Pascal. Zum Vergleich: Der Qrevo Slim bewegt sich im Bereich von 11.000 Pascal.

Meine Erfahrung dazu aus dem Alltag: Lasst euch von diesen riesigen Zahlen auf dem Karton nicht blenden. Ja, der Mova saugt im direkten Vergleich tatsächlich eine Nuance stärker und macht seine Reinigung dadurch im Alltag etwas gründlicher. Gerade aus tieferen Fugen oder aus Teppichfasern holt er noch ein Fünkchen mehr Dreck heraus. Aber der Unterschied ist bei Weitem nicht so extrem, wie die beiden Zahlen auf dem Papier vermuten lassen. (Tipp: Hier erfahrt ihr, wie viel Pascal ihr im Jahr 2026 wirklich braucht).

Auch beim härtesten Gegner in meinem Haushalt – den Hundehaaren – schlägt sich der Mova durch seine rohe Saugkraft im Test noch einen Tick besser. Während auf dem Teppich beim Roborock hier und da mal einzelne, hartnäckige Haare liegen blieben, bekommt der Mova sie noch etwas besser zu fassen.

Allerdings zeigt sich hier im Detail auch ein klarer Vorteil des Roborocks: Die doppelten Vollgummibürsten (DuoRoller) des Qrevo Slim waren im Alltag deutlich weniger anfällig dafür, dass sich die Haare unter dem Gerät um die Bürsten wickeln und dort sammeln.
Beim Mova muss ich hier manuell etwa einmal im Monat reinigen. Am Ende des Tages liefern beide Modelle ihre ganz eigenen Vor- und Nachteile, bescheren mir aber beide ein Reinigungsergebnis auf absolutem Top-Niveau.

Ein ganz anderes Hardware-Feature begeistert mich dagegen bei beiden Modellen gleichermaßen: der ausfahrbare Wischmopp und die ausschwenkbare Seitenbürste für die Kantenreinigung.

Seitenbürste und Wischer sind bei beiden Modellen ausfahrbar. Toll, um Kanten oder verwinkelte Ecken zu erreichen. Seitenbürste und Wischer sind bei beiden Modellen ausfahrbar. Toll, um Kanten oder verwinkelte Ecken zu erreichen.

Dass der Roborock Qrevo Slim mit einer UVP zum Release von 1.100 Euro seine mechanischen Arme ausfahren kann, um an Sockelleisten und in Ecken jeden Krümel zu erwischen, habe ich bei diesem Preis erwartet. Dass der nur halb so teure Mova P70 Pro Ultra dieses geniale Premium-Feature aber eins zu eins adaptiert, ist eine echte Ansage. Auch er schwenkt an Kanten aktiv seine Arme aus und drückt den nassen Mopp spürbar bis an die Sockelleiste.

Das funktioniert im Alltag bei beiden Geräten super und sorgt dafür, dass ich manuell deutlich seltener nacharbeiten muss. Hier zeigt sich eindrucksvoll, wie rasant absolute High-End-Features in die bezahlbare Mittelklasse wandern.

Warum der Wechsel für mich im Alltag voll aufgeht

Natürlich bringt ein Wechsel nach so vielen Jahren auch ein paar Umgewöhnungen mit sich. Zwei Punkte waren mir im Vergleich zum Roborock besonders aufgefallen – sie haben mich im Alltag aber nicht gestört:

  • Die Bauhöhe: Der Qrevo Slim war extrem flach (8,2 cm) ohne Laserturm. Der Mova trägt mit seinem Turm über 10 Zentimeter auf. Da er bei mir trotzdem unter alle Möbel passt, stört mich das im Alltag überhaupt nicht. Wer extrem flache Sofas oder schwebende WCs hat, sollte das aber im Hinterkopf behalten.
  • Die App: Die Roborock-Software wirkt bei der Zonen-Einrichtung im Detail etwas runder und flüssiger, aber die Mova-App macht im Alltag einen absolut soliden Job.

Die Stationen der beiden Geräte haben ganz andere Stile - Beim Mova verschwinden die Tanks für Schmutz- und Frischwasser unter einem Deckel. Die Stationen der beiden Geräte haben ganz andere Stile - Beim Mova verschwinden die Tanks für Schmutz- und Frischwasser unter einem Deckel.

Auch die Stationen beider Modell überzeugen. Rückstände wurden bei mir im Test absolut rückstandslos aus den Pads gewaschen, und die anschließende Heißlufttrocknung verhindert zuverlässig, dass die Mopps nach dem Putzen anfangen zu müffeln.

Fazit: Ich bereue den Umstieg nicht

Der Wechsel nach drei Jahren Roborock-Dauereinsatz hat mir vor allem gezeigt, dass teurer nicht immer gleich besser bedeutet.

Mova P70 Pro Ultra
Mova P70 Pro Ultra
30.000 Pa Saugkraft
Saugen und Wischen: Der Mova P70 Pro entfernt selbst hartnäckigen Schmutz und das auch an Ecken und Kanten. Bei Bedarf verlängert sich der Mopp um bis zu 4cm, um auch unter Möbeln und an Wänden alles zu reinigen.
699 €549 €

Obwohl die Roborock-App nach wie vor eine Spur geschmeidiger läuft, hat der Mova P70 Pro Ultra für mich im Alltag den entscheidenden Sieg davongetragen: Er funktioniert einfach, ohne dass ich ständig ein Auge auf ihn haben muss. Seit zwei Monaten habe ich keine einzige nervige »Festgefahren«-Meldung mehr auf meinem Smartphone gesehen.

Dass ich für unter 600 Euro – also knapp der Hälfte des Preises meines alten Setups – ein Gerät bekomme, das fehlerfrei an Kabeln vorbeimanövriert, Kanten dank der Schwenkarme perfekt reinigt und dessen Station im Flur auch noch richtig schick aussieht, macht den Umstieg für mich zu einer absolut runden Sache. Der Mova hat sich seinen festen Platz in meiner Wohnung redlich verdient.


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