Erst der Rekordstart, jetzt 37 Prozent weniger Verkäufe: Nintendos Switch 2 bekommt einen deutlichen Dämpfer

Die Switch 2 verkauft sich im zweiten Jahr deutlich schwächer. Gleichzeitig ist sie teurer geworden – doch die Ursachen sind komplexer, als es zunächst scheint.

Die Switch 2 Verkaufszahlen lassen nach der Preiserhöhung deutlich nach - Das wird auch Mario nicht freuen (Bildquelle: Nintendo) Die Switch 2 Verkaufszahlen lassen nach der Preiserhöhung deutlich nach - Das wird auch Mario nicht freuen (Bildquelle: Nintendo)

Nach dem Rekordstart der Nintendo Switch 2 folgt ein deutlicher Rückgang: Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres hat Nintendo 37,4 Prozent weniger Konsolen verkauft als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig ist die Switch 2 inzwischen teurer geworden – in Europa kostet sie offiziell rund 500 Euro.

Das wirft eine naheliegende Frage auf: Schreckt der höhere Preis die Käufer ab, oder fällt der Vergleich mit dem außergewöhnlich erfolgreichen Verkaufsstart einfach besonders ungünstig aus?

Wie stark sind die Verkäufe der Switch 2 eingebrochen?

Die neuen Geschäftszahlen von Nintendo beziehen sich auf den Zeitraum vom 1. April bis zum 30. September 2026. Der Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum zeigt einen deutlichen Rückgang:

  • April bis September 2025: 10,36 Millionen Switch 2
  • April bis September 2026: 6,49 Millionen Switch 2
  • Rückgang: 3,87 Millionen Konsolen beziehungsweise 37,4 Prozent

Im ersten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres setzte Nintendo 3,82 Millionen Konsolen ab, zwischen Juli und September waren es weitere 2,67 Millionen.

Die Zahlen erfassen Nintendos Verkäufe an Handelspartner sowie Direktverkäufe und sind damit nicht vollständig mit den tatsächlichen Käufen durch Endkunden gleichzusetzen.

Ein wichtiger Punkt beim Vorjahresvergleich: Die Switch 2 erschien erst am 5. Juni 2025. Damals traf eine neue Konsole auf die lange aufgestaute Nachfrage der Spieler. Nintendo konnte in seinem ersten Geschäftsjahr insgesamt 19,86 Millionen Geräte verkaufen – ein außergewöhnlich erfolgreicher Start.

Welche Rolle spielt die Preiserhöhung?

Nintendo kündigte bereits im Mai an, die Preise für seine Konsolen in mehreren Regionen anzuheben. Inzwischen gelten folgende Anpassungen:

  • Europa: von 469,99 auf 499,99 Euro, seit dem 1. September
  • USA: von 449,99 auf 499,99 US-Dollar, seit dem 1. September
  • Japan: von 49.980 auf 59.980 Yen für das japanischsprachige Modell, seit dem 25. Mai

Die europäischen Preise beziehen sich auf den offiziellen Nintendo Store. Im Handel können die tatsächlichen Verkaufspreise abweichen.

Als Begründung für die Anpassungen nennt Nintendo mehrere Faktoren. Neben den gestiegenen Preisen für Speicherchips und andere Bauteile spielen laut Unternehmenschef Shuntaro Furukawa auch Wechselkurse und die Entwicklung der Ölpreise eine Rolle.

Die Speicherkrise ist damit ein Teil des Problems, allerdings ausdrücklich nicht die einzige Ursache für die höheren Konsolenpreise.

Hat die Preiserhöhung also die Verkaufszahlen gedrückt? Das lässt sich aus den aktuellen Zahlen nicht eindeutig ableiten.

In Europa und den USA trat der höhere Preis erst am 1. September in Kraft – also im letzten Monat des ausgewerteten Halbjahres. In Japan erfolgte die Anpassung bereits im Mai.

Nintendo veröffentlicht in den genannten Halbjahreszahlen keinen Vergleich, der den Einfluss der jeweiligen Preiserhöhungen isoliert. Gleichzeitig sorgt der außergewöhnlich starke Verkaufsstart 2025 für eine hohe Vergleichsbasis.

Video starten 45:49 Ist die Switch 2 endlich ihr Geld wert?

Hat Nintendo mit diesem Rückgang gerechnet?

Zumindest teilweise. Bereits im Mai hatte Nintendo für das gesamte Geschäftsjahr bis März 2027 einen Absatz von 16,5 Millionen Switch-2-Konsolen prognostiziert.

Das entspricht einem Rückgang von rund 17 Prozent gegenüber den 19,86 Millionen Geräten des vorherigen Geschäftsjahres. Nintendo hatte damals ausdrücklich auf den besonders starken Verkaufsstart und die geplanten Preisanpassungen verwiesen.

Auch nach den neuen Halbjahreszahlen hält das Unternehmen an seiner Jahresprognose fest.

Interessant ist außerdem die Entwicklung des übrigen Geschäfts: Während die Hardwareverkäufe zurückgingen, legten die Verkäufe von Switch-2-Spielen im Halbjahresvergleich zu. Nintendos Nettogewinn stieg ebenfalls um elf Prozent.

Die Konsole verkauft sich also deutlich langsamer als im außergewöhnlichen Startjahr, das bedeutet allerdings noch keinen entsprechenden Einbruch des gesamten Geschäfts.

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Was bedeutet das für Käufer?

Wer sich jetzt eine Switch 2 kaufen möchte, muss zumindest beim offiziellen Nintendo-Preis tiefer in die Tasche greifen. Ob die höheren Preise dauerhaft zu schwächeren Verkaufszahlen führen, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen besser beurteilen lassen.

Über die ursprüngliche Preiserhöhung der Switch 2 haben wir bereits berichtet. Auch damals war klar, dass Nintendo unter gestiegenen Herstellungskosten leidet. Wie unser weiterer Artikel erklärt, decken die höheren Verkaufspreise laut Nintendo nicht einmal alle Mehrkosten.

Für Nintendo wird vor allem das Weihnachtsgeschäft wichtig. Die Jahresprognose setzt voraus, dass in den kommenden sechs Monaten wieder deutlich mehr Konsolen verkauft werden als im ersten Halbjahr.

Der Rückgang von 37,4 Prozent ist deshalb ein ernst zu nehmender Wert, allerdings noch kein Beweis für eine Absatzkrise. Der Rekordstart verzerrt den Vergleich erheblich, und die Auswirkungen der Preiserhöhungen lassen sich noch nicht sauber trennen.

Entscheidend wird sein, ob Nintendo auch zum höheren Preis genügend neue Käufer gewinnt – und ob kommende Spiele dabei helfen, die Switch 2 weiter zu verbreiten.


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