Wer in letzter Zeit in der deutschen Streamer-Bubble unterwegs war, hat kürzlich womöglich einen kleinen Schock bekommen. Am 3. November musste der Content Creator und Influencer Maximilian Knabe alias HandOfBlood seinen Twitch-Stream überraschend abbrechend – offenbar wegen eines Polizeieinsatzes (GameStar berichtete).
Zwei Tage später legte er offen: Es war alles nur ein PR-Stunt, um Werbung für eine neue Sorte der hauseigenen Cola-Marke Knabe Cola zu machen. In der Folge wurde das Team von HandOfBlood auf verschiedenen Plattformen harsch kritisiert. In der Pressemitteilung wirkte das Team noch eher fasziniert von der Welle, die diese Aktion geschlagen hat.
Auch im ersten Stream nach der eintägigen Live-Pause zeigten sich Knabe und zwei weitere Kollegen noch ausgelassen. Man nahm die Kritik zwar wahr, doch in erster Linie war man wohl überrascht und schockiert, wie gut die orchestrierte Kampagne funktioniert hat. In einem neuen Statement auf Youtube stimmt Knabe jetzt ganz andere Töne an.
»Die Aktion ging auf die Kosten der Community«
Das vollständige Statement seht ihr auf dem Youtube-Kanal HandOfTrash, den Knabe unter anderem für Reaction-Content nutzt:
Link zum YouTube-Inhalt
Darin gibt er Hintergründe zur Aktion bekannt und welche Gedanken er und sein Team dabei verfolgt hätten. Im Zentrum stand demnach eine Art Running Gag der Marke Knabe Cola, denn früher sei in dem koffeinhaltigen Getränk echtes Kokain enthalten gewesen. Darauf aufbauend habe man den PR-Stunt mit der Drogen-Razzia geplant und durchgeführt – in Absprache mit der echten Polizei.
Doch bei der Umsetzung habe man sich »fast schon im Wahn« verloren. Knabe sagt:
Was wir irgendwie in diesem Prozess komplett aus den Augen verloren haben, ist, auf wessen Kosten dieser Gag eigentlich geht; oder dieser Stunt. [...] Bei dieser Sache ging das jetzt halt auf die Kosten von unserer Community. Weil die Basis von dieser Community ist ja tatsächlich echtes Vertrauen und Mitgefühl. [...]
Ich muss echt sagen, dass wir da euer Vertrauen, euer echtes Vertrauen und Mitgefühl einfach missbraucht haben. Und das ja nicht mal für irgendwie ein höheres Ziel wie einen gesellschaftskritischen Take, sondern einfach für Kommerz. Und das ist so Panne. [...]
Und dementsprechend möchte ich – stellvertretend fürs Team, aber vor allem auch ich – hier um Entschuldigung bitten, dass wir Grenzen überschritten haben. Wir möchten um Entschuldigung bitten bei allen, die davon jetzt betroffen sind, die sich Sorgen gemacht haben, deren Vertrauen wir missbraucht haben, die verletzt sind.
Nach dem PR-Stunt haben sich laut Knabe viele Mitglieder der Community an ihn und das Team gewendet, um ihre Kritik zu äußern. Er bedankt sich dafür, dass dies überwiegend aufrichtig, respektvoll und nachvollziehbar vonstatten ging.
Alle Inhalte, die für die Werbeaktion im Vorfeld produziert und inszeniert wurden, sollen bereits offline genommen worden sein. Weitere bereits, geplante Werbevideos bleiben jetzt ebenfalls hinter verschlossenen Türen.
In Zukunft wolle man zudem mehr darauf achten, Späße nicht auf Kosten anderer zu machen, wenn diese nicht in irgendeiner Weise gesellschaftskritisch sind.
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