Die meisten Leute denken erst an die Folgen von Notfällen, wenn sie selbst in eine solche Situation geraten – und dann ist es oft zu spät, um dem Problem schnell abzuhelfen.
Mein Blick auf mögliche Gefahren hat sich auch erst geändert, als ich Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr meines Dorfes wurde und einiges über Gefahrensituationen und deren Vermeidung gelernt habe.
Genau deswegen habe ich mir einige sehr nützliche Gadgets angeschafft, die hoffentlich auch euch helfen, falls es mal eng wird.
Federkörner mit Gurtschneider
- Kosten: 39,95 € bei Amazon (2er Pack)
- Möglicher Notfall: Autounfall
- Wo aufzubewahren: Mittel- oder Seitenkonsole der Fahrerkabine (nicht im Kofferraum!), alternativ Schlüsselbund
Seid ihr in einen Unfall verwickelt, solltet ihr das Fahrzeug so schnell wie möglich verlassen, da euer Auto so beschädigt sein kann, dass sich ein Brand im Motorraum entwickelt.
Mit dem Federkörner macht ihr euch den Weg zweifach frei:
- Mit dem eingebauten Gurtschneider durchtrennt ihr euren Sicherheitsgurt, solltet ihr diesen nicht mehr über die Gurtschließe aufbekommen.
- Ist die Autotür so verklemmt, dass ihr sie nicht mehr öffnen könnt oder die Schließelektrik durch den Unfall hinüber ist, schafft ihr euch mit dem Federkörner einen alternativen Fluchtweg.
Ihr setzt den vorhandenen Dorn an der Spitze an eine der Ecken der Seitenscheibe an und presst das Gadget fest gegen die Scheibe, um die Feder im Inneren auszulösen.
Der aus Wolfram bestehende, extra harte Dorn donnert löst aus und zerstört die Fensterscheibe, deren Sicherheitsglas in kleine, stumpfe Krümel zerspringt, bei denen das Verletzungsrisiko so gering wie möglich gehalten ist.
Nutzt den Federkörner an den Scheiben der Autotüren oder der Heckscheibe - nicht an der Frontscheibe, da diese aus Verbundsglas besteht und zu widerstandsfähig für einen Federkörner oder klassischen Nothammer ist. In der Packung sind zwei Testgläser enthalten, auf denen ihr den Federkörner ausprobieren könnt.
Der Vorteil eines Federkörners gegenüber Nothämmern liegt im geringeren Kraftaufwand: Beim Nothammer braucht ihr nicht nur Platz zum Ausholen, sondern müsst auch gut zuhauen, damit die Scheibe zerbricht.
Dennoch sind auch Nothämmer nützlich, falls ein Federkörner nicht zur Hand sein sollte. Nothämmer sind übrigens vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung in Bussen und Zugwaggons – gleiches Prinzip, viel größere Fenster.
Schaut euch mal um, wenn ihr unterwegs seid und scheut euch nicht, das Personal darauf anzusprechen, wenn zwar eine Halterung vorhanden ist, der Nothammer aber fehlt.
Taschenlampenwerkzeug mit Karabiner
- Kosten: 8,99 € bei Amazon
- Möglicher Notfall: Unfall, Verirren, Verschütten, unsicherer Heimweg
- Wo aufzubewahren: Am Rucksack, Gürtel, etc.
Seid ihr gerne in der freien Natur oder unwegsamem Gelände unterwegs, ist das Taschenlampenwerkzeug ein Rundum-Wohlfühlpaket für den Gürtel, dessen Akku ihr einfach per USB-Kabel aufladet.
Die eingebaute Taschenlampe hat insgesamt sechs verschiedene Modi (extrem helles Weißlicht, normales Weißlicht, helles Gelblicht, normales Gelblicht, normales Rotlicht, blinkendes Rotlicht), mit denen ihr euch die Nacht oder dunkle Umgebungen deutlich sicherer macht.
Wenn ich abends auf dem Land unterwegs bin, hänge ich mir das Gadget mit dem enthaltenen Karabiner zum Beispiel rot blinkend an den Rucksack oder die hintere Gürtelschlaufe und nutze es als Extra-Positionslampe.
Das extrem helle Weißlicht strahlt mit satten 1200 Lumen und lässt euch bei Nachtwanderungen kein Geäst mehr übersehen. Dank Flaschenöffner sitzt ihr gleichzeitig nie mehr auf dem Trockenen, Raucher nutzen den eingebauten Zigarettenanzünder.
Dazu habt ihr mit diesem Gadget auch ein Notfall-Schneidemesser für dünne Seile oder Ähnliches sowie einen kleinen Kreuzschlitz- und Schlitzschraubendreher parat.
Solltet ihr in unwegsamen Gelände einen Unfall haben, macht ihr mit der Notpfeife auf euch aufmerksam. Die hat einen wirklich schrillen, durchdringenden Ton, der so schnell niemandem entgeht.
Für Feuerwehrler und Handwerker hat das Taschenlampenwerkzeug ein weiteres, nützliches Extra: Mittels Magnet auf der Rückseite des Gadgets befestigt ihr es auf einem metallischen Teil eurer Ausrüstung und nutzt es als Zusatzlampe im Einsatz oder bei schlecht beleuchteten Arbeitsplätzen.
Löschspray
- Kosten: 27,99 € bei Amazon
- Möglicher Notfall: Fettbrand (Brandklasse F)
- Wo aufzubewahren: Küche (Wohnwagen, Boot)
Idealerweise lernt ihr schon in der Schule, dass brennendes Fett nicht mit Wasser gelöscht werden darf – wenn nicht, wisst ihr es jetzt: Durch die schlagartige Verdampfung und darauffolgende Ausdehnung des Wassers kommt es zu einer Fettexplosion, die in einem enormen Feuerball endet und leicht die Umgebung mit entzündet.
Fettbrände beim Kochen oder Grillen müssen erstickt werden, damit ihr sie unter Kontrolle bringen könnt. Habt ihr für einen brennenden Topf (oder Grill) keinen passenden Deckel parat, erledigt das Löschspray den Job für euch.
Dank des entstehenden Schaums bekommt das Feuer keinen frischen Sauerstoff und kann sich nicht weiter ausbreiten.
Ein Löschspray in Reichweite lohnt sich auch, wenn ihr Elektrogrills benutzt, im Wohnwagen oder auf dem Boot kocht oder beim Campen grillt.
Das empfohlene Spray taugt außerdem bei Bränden fester Stoffe (Brandklasse A) wie Holz, Papier und Textilien, flüssiger Stoffe (Brandklasse B) wie Benzin, Ethanol, Lacken oder Harz und Elektrogeräten bis 1000V und ist damit ein nützlicher Universalhelfer für alle Gelegenheiten.
Für größere Brände reicht ein Feuerlöschspray wegen der begrenzten Ladung allerdings nicht, dafür lohnt sich die Anschaffung eines 6l-Feuerlöschers der Brandklassen ABF (um die 100 Euro).
Wichtig: Feuerlöschsprays sind bis zu vier Jahre haltbar und sollten danach ausgetauscht werden. Beim Löschen von Bränden an Elektrogeräten müsst ihr zur eigenen Sicherheit mindestens einen Meter entfernt stehen.
Fazit der Redaktion
Gloria H. Manderfeld
@nerdgedanken
77 Euro sind wirklich nicht viel Geld, um sich vor so einigen gängigen Gefahren des Alltags zu schützen. Alle drei Gadgets verwende ich selbst im Alltag und kann sie euch wärmstens empfehlen, da sie auch für Laien ohne Probleme anwendbar sind.
Im Grunde sind alle drei Helferlein wie eine gute Versicherung: Gut, wenn man sie hat, aber nie wirklich braucht. Vor allem auf den Federkörner möchte ich bei Autofahrten nicht mehr verzichten – egal wie sicher man selbst fährt, andere tun das schließlich nicht unbedingt.
Übrigens verwenden auch Einsatzkräfte Federkörner, um Scheiben verunfallter Fahrzeuge zu sprengen.
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