Jensen Huang ist so sehr darauf bedacht, dass Nvidia in China verkaufen kann, dass er etwas erfunden hat: die »Seidenstraße der KI«

Jensen Huang setzt die USA unter Druck: Der Nvidia-CEO argumentiert, dass ein Verkaufsverbot für seine KI-Chips China zur Entwicklung eigener Technologie zwingt – und diese damit eine »KI-Seidenstraße« aufbauen.

Nvidia will seine leistungsstarken GPUs nach China verkaufen dürfen und warnt vor geopolitischen Folgen - mit einem erfundenen Begriff. Nvidia will seine leistungsstarken GPUs nach China verkaufen dürfen und warnt vor geopolitischen Folgen - mit einem erfundenen Begriff.

Nvidia-Chef Jensen Huang befindet sich in einer strategischen Offensive. Mit zunehmender Intensität nutzt der CEO jede Gelegenheit, um der US-Regierung vor Augen zu führen, welche Konsequenzen das Verkaufsverbot für Nvidia-Chips nach China haben könnte (via Xataka).

Sein Argument: Wenn die USA den Verkauf der leistungsstarken KI-Prozessoren von Nvidia weiterhin blockiert, zwingen sie China damit nur dazu, eigene Alternativen zu entwickeln – und diese dann global zu verbreiten.

Video starten 2:04 Nvidia stellt neuen KI-Computer im Mini-Format vor

Der aktuelle Status im »Chipkrieg« zwischen China und USA

Die Situation rund um Nvidias Geschäfte in China ist mit »komplex« höflich formuliert.

Grundsätzlich haben die USA einen generellen Verkaufsstopp für Nvidia-Chips nach China verhängt. Im vergangenen Sommer gelang es dem Nvidia-Chef jedoch, einen Teilsieg zu erringen: Trump stimmte dem Verkauf des H20-Chips zu, einer abgespeckten Version für den chinesischen Markt.

  • Die Annahme durch chinesische Käufer fiel jedoch verhalten aus. Das Material war für China offenbar nicht attraktiv genug – das Vertrauen war beschädigt, und Peking beschloss, auf einheimische Chip-Lösungen zu setzen.
  • Bis heute bleibt der Export der leistungsstarken H200- und B200-Prozessoren nach China allerdings untersagt, obwohl einzelne Unternehmen bereits Wege gefunden haben, die Restriktionen zu umgehen.

Die »KI-Seidenstraße« – Huangs geopolitisches Schreckgespenst

Huang beschreibt seine Sorgen mit einem einzigen Begriff: die »KI-Seidenstraße«. Das Konzept bezieht sich auf Chinas »Ein Gürtel, eine Straße«-Initiative, die 2013 vom chinesischen Staat ins Leben gerufen wurde und global Infrastruktur aufbaut – mit enormem wirtschaftlichem und geopolitischem Gewinn.

Unternehmen wie Huawei haben von diesem Modell profitiert, indem sie ihre 5G-Technologie über diesen Kanal weltweit verbreiteten. Huang befürchtet, dass China dasselbe Muster mit KI wiederholen könnte, wenn es Zugang zu fortgeschrittenen Chips hat.

Seine Warnung (via Nikkei Asia): »Ohne daran gehindert zu werden, wird China die Technologie verteilen, und zwar so schnell und flächendeckend wie möglich, um ihr Ökosystem früh zu etablieren.«

Apropos Huawei: Der Nvidia-CEO nennt das Unternehmen explizit als Hauptkonkurrenten und hebt deren Leistung im Interview mit Bloomberg hervor: »Es ist eines der außergewöhnlichsten Technologieunternehmen, das die Welt je gesehen hat.«

  • Huang hebt hier insbesondere Huaweis Agilität und Geschwindigkeit hervor – Eigenschaften, die für den KI-Wettbewerb entscheidend sind.
  • Zwar liegt Huawei derzeit noch technologisch hinter Nvidia, doch Huang signalisiert eine deutliche Besorgnis darüber, dass dieser Abstand kleiner werden könnte.

Das Energieproblem: Chinas stille Überlegenheit

Ein weiterer Schlüsselpunkt in Huangs Argumentation ist die Energieinfrastruktur. KI-Datenzentren sind extreme Stromfresser, und hier hat China laut dem Nvidia-Chef einen erheblichen Vorteil: eine robustere Energieinfrastruktur und staatliche Subventionen für Stromkosten.

Huang warnte bereits vor Monaten vor diesem Ungleichgewicht und wiederholte nun seinen Appell: Die USA sollten »alle verfügbaren Energiequellen nutzen« und »die Entwicklung von Kernkraftwerken beschleunigen«, um nicht in der KI-Wettbewerbsfähigkeit ins Hintertreffen zu geraten.

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