Viele von euch haben es sicher schon geahnt: Der Artikel zu einem nicht genau erklärten Grafikvergleich in Gothic 3, den ich vor ein paar Tagen veröffentlicht habe, drehte sich um Nvidias neuesten KI-Streich namens DLSS 5.
So viel sei jetzt schon verraten: Eine klare Mehrheit von euch bevorzugt genau wie ich optisch die Version des Spiels, die von der frisch veröffentlichten KI-Technik angepasst wurde.
Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil DLSS 5 weder für derart alte Titel gedacht ist, noch ohne eine vorherige Optimierung durch die Spieleentwickler selbst auf uns losgelassen werden soll.
Aus diesem Grund sehe ich großes Potenzial in der Technik, zumal es im Falle von Gothic 3 um Verbesserungen geht, die sich von dem Fokus weg bewegen, den Nvidia bislang selbst gesetzt hat. Statt Gesichtern profitiert für mich die Darstellung der Spielwelt insgesamt – und das finde ich sehr gut.
Was genau ich damit meine und welche großen Pferdefüße es dabei noch gibt, erfahrt ihr jetzt.
57:01
Der Sargnagel für AAA-Gaming
Wichtige Informationen vorab
Um kurz das Wie?
zu klären: Gothic 3 setzt auf eine veraltete DirectX-Schnittstelle (DX9) und unterstützt kein DLSS – beides Faktoren, die eine Implementierung von DLSS 5 via Mod erschweren.
Wie das ohne diese Störfaktoren klappt, erfahrt ihr im Artikel: Da kommt Großes auf uns Spieler zu, oder besser gesagt: Es ist schon da! Doch ein paar Dinge solltet ihr unbedingt wissen
. In Sonderfällen wie diesen kann es aber hakelig werden und andere Lösungsansätze nötig sein.
Wenn ihr euch selbst daran versuchen wollt, rate ich euch zu einem Besuch auf dem Discord-Server RenoDX. Ich habe hier eine Drag-and-Drop-Lösung für alte Spiele gefunden, bei der lediglich das Kopieren bestimmter Dateien in den Ordner mit der passenden EXE-Datei nötig war.
Es gibt hier allerdings gefühlt stündlich neue Entwicklungen und ich kann euch nur empfehlen, selbst nach der besten Lösung für euch und die Titel eurer Wahl zu suchen.
Und generell gilt dabei: Herunterladen und Ausprobieren auf eigene Gefahr!
Die grafischen Unterschiede sind groß
Ich war wiederholt baff, als ich mir die Unterschiede zwischen Gothic 3 mit und ohne DLSS 5 angesehen habe.
Das liegt vor allem daran, dass die Technik sowohl die Farbgebung als auch die Beleuchtung und viele Schattenwürfe in meinen Augen deutlich verbessert.
Weil Gothic 3 außerdem oftmals trotz seines Alters und Störfaktoren wie niedriger Texturauflösung, geringer Sichtweite und Objekten mit überschaubarer Polygonzahl einen stimmigen Weltaufbau hat, profitiert das Spiel für mich enorm von DLSS 5.
Im Folgenden findet ihr passende Gegenüberstellungen der Grafik. Die ersten sechs kennt ihr bereits aus dem eingangs erwähnten Vergleichsartikel, darunter folgen weitere Szenen.
Szene #1
Szene #2
Szene #3
Szene #4
Szene #5
Szene #6
Szene #7
Szene #8
Szene #9
Die meisten von euch bevorzugen das Spiel mit DLSS 5
Ich habe euch gebeten, in Szene eins bis sechs jeweils euren Favoriten zu bestimmen.
- Im Schnitt bekam die Variante mit DLSS 5 bei knapp zwei Dritteln von euch den Vorzug (64 Prozent zum Zeitpunkt meiner Auswertung).
- Etwa 30 Prozent der Stimmen haben das Bild ohne DLSS 5 genannt.
- In ungefähr fünf Prozent der Fälle konntet ihr euch nicht eindeutig entscheiden.
Doch es gibt gleich mehrere große Haken bei der ganzen Sache.
Die größten Probleme von DLSS 5 in Gothic 3
Ich habe Gothic 3 mit den jüngsten Community-Patches und Performance-Optimierungen getestet. Dennoch liegen die FPS bereits ohne DLSS 5 nicht auf einem Niveau, das ich mir wünschen würde.
- So schaffe ich mit einer RTX 4090 und AMDs Ryzen 7 9800X3D inklusive 32 GByte RAM im 4K nur ungefähr 100 bis 150 FPS, und das trotz mehr als betagter Optik.
- Der Grund: Das Spiel weiß mit moderner Hardware wenig anzufangen, sowohl CPU als auch GPU werden also bei weitem nicht voll ausgelastet.
- Schalte ich DLSS 5 hinzu, bleiben nur noch knapp 30 FPS übrig. Außerdem stürzt das Spiel recht schnell ab, wenn ich mich durch die Spielwelt bewege.
Des Weiteren gilt, dass DLSS 5 kein grafisches Wundermittel ist. So sehen die Gesichter für meinen Geschmack zwar detaillierter, aber irgendwie auch etwas komisch aus, und wenn die Welt optisch kaum etwas zu bieten hat, bringt die KI-Überarbeitung auch nicht viel:
Fazit der Redaktion
Nils Raettig
Je mehr ich von DLSS 5 in Aktion sehe, desto größer wird meine Vorfreude auf das, was uns da noch alles erwartet.
Das liegt nicht zuletzt daran, dass wir hier in vielen Fällen von inoffiziellen, nicht optimierten Mod-Versionen sprechen, die auf Spiele treffen, für die DLSS 5 bisher nicht gedacht ist – und dennoch gelingt es der Technik oft, die Grafik in meinen Augen klar zu verbessern, wie auch hier im Falle von Gothic 3.
Der Performance-Verlust ist dabei sicher oft noch zu groß, Geschmäcker sind verschieden und es können weitere Stolpersteine folgen, die derzeit nicht absehbar sind.
Das Debut der Technik halte ich persönlich aber bislang für äußerst vielversprechend, und das war mit Blick auf die alles andere als gelungene Vorstellung der Technik vor ein paar Monaten so nicht unbedingt zu erwarten.
Mit Bedacht eingesetzt kann KI ein echter Game-Changer für uns werden. Und wenn jetzt noch bald AMD und Intel nachziehen und wir mehr Möglichkeiten und Auswahl bekommen, dann blicke ich in freudiger Erwartung auf die Zukunft von DLSS 5 & Co. – und hoffe, dass sich das nicht ändert.

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