Wer an DLSS denkt, verbindet damit in der Regel vor allem eines: mehr Bilder pro Sekunde.
Doch bei DLSS 5 stellt Nvidia das gewissermaßen auf den Kopf. Wenn man so will, war alles, wofür DLSS bisher stand, lediglich das Vorspiel für DLSS 5.
Denn in NBA 2K27 kostet die neue Technologie auf unserer Geforce RTX 5080 Founders Edition massiv Performance. Dafür verändert sie jedoch spürbar, wie glaubwürdig Menschen und Materialien aussehen.
DLSS 5 greift stärker ins Bild ein
Im Fokus der neuesten Iteration von Deep Learning Super Sampling steht das sogenannte 3D-Guided Neural Rendering. Das greift auf Daten der jeweiligen Spiele-Engine zu, um per neuronalem Modell Haut, Haare, Beleuchtung, Kontaktschatten und Materialien zu verfeinern.
Geometrie und grundlegende Struktur bleiben erhalten. 3D-Guided Neural Rendering arbeitet als letzter Schritt der Renderpipeline mit dem erzeugten Frame und den Daten der Engine.
Neural Rendering kann Erstaunliches leisten, aber der Preis ist hoch. (Bildquelle: NBA 2K27)
Das hat zur Folge, dass Gesichter besonders in Nahaufnahmen deutlich realistischer und plastischer wirken. Haut reagiert glaubwürdiger auf die Hallenbeleuchtung, Bart und Haare bekommen gewissermaßen mehr Tiefe – und unterschiedliche Stoffe lassen sich besser voneinander unterscheiden.
Das soll jedoch nicht heißen, dass NBA 2K27 ohne Neural Rendering schlecht aussieht. Das tut es nicht. Nur fällt im direkten Vergleich der für Charaktere oftmals typische, leicht wächserne
Look stärker auf.
Aus der normalen Perspektive von leicht schräg oben ist der Unterschied entsprechend weniger auffällig als in Replays, Zwischensequenzen und Nahaufnahmen.
Aber auch da erkennt man ihn. Selbst die Zuschauer wirken kontrastreicher und plastischer.
Auch die Zuschauer sehen mit Neural Rendering plastischer aus. (Bildquelle: NBA 2K27)
Der Preis dafür ist enorm
Neural Rendering: Aus vs. An
Preset Ultra, Raytracing Ultra, DLSS Qualität, MFG 2X
- 3.840 x 2.160 (Ø FPS)
- 1% Low
- 0,0
- 54,0
- 108,0
- 162,0
- 216,0
- 270,0
Ohne Neural Rendering erreicht unsere RTX 5080 in 4K, mit dem Preset Ultra und Raytracing auf Anschlag durchschnittlich 171,5 FPS bei aktiviertem DLSS Super Resolution im Modus Qualität.
Schalten wir die neue Technologie ein, bleiben davon noch 53 Bilder pro Sekunde übrig. Ganz abgesehen von dem einen Prozent der niedrigsten FPS, die es in dem Szenario auf nur 39,2 FPS bringen.
Aber wie bereits erwähnt, fällt DLSS 5 ja nicht urplötzlich vom Himmel. Nvidia hat über Jahre ein Sammelsurium an Techniken entwickelt und verfeinert, die dieses Loch stopfen sollen.
Auf unserer RTX 5080 reicht neben DLSS Super Resolution im Qualitätsmodus zweifache Multi Frame Generation, um die durchschnittliche Bildrate von 53 auf 94,9 zu steigern. Bildartefakte sind uns dabei nicht aufgefallen.
12:11
Das Internet brennt: Nvidia DLSS 5 soll Spiele-Grafik “realistisch” machen und alle hassen es!
Ohne Neural Rendering messen wir sogar 268 FPS.
Der Performance-Verlust bleibt also gewaltig – im Bereich von rund minus 65 bis minus 70 Prozent. Ein möglicher Grund hierfür könnten die vielen Zuschauer sowie die Feldspieler sein. Aber das ist vorerst reine Spekulation und bleibt abzuwarten.
Nvidia tauscht Leistung gegen Glaubwürdigkeit
Und genau darin steckt auch die interessante Entwicklung, die Richtung, die Nvidia mit DLSS 5 einschlägt.
Als Nvidia DLSS 2018 vorstellte und Anfang 2019 unter anderem in Battlefield 5 einführte, hatten die frühen Versionen noch mit matschigen Texturen und deutlichen Qualitätsproblemen zu kämpfen. Doch Nvidia verbesserte die Technik rasch, entwickelte sie weiter und über mehrere Generationen wurde sie zum zentralen Werkzeug für hohe Auflösungen und Raytracing.
Dann folgten Frame Generation, Ray Reconstruction, Multi Frame Generation (MFG) und parallel zu Letzterem ein neues KI-Modell für Super Resolution, Ray Reconstruction und DLAA. Erst vor wenigen Monaten erschien hierfür dann die zweite Iteration der Transformer-Generation und gleichzeitig Dynamic MFG sowie MFG 6X.
Mit DLSS 5 wird dieser Werkzeugkasten um ein Tool erweitert, das nicht mehr rekonstruiert oder Zwischenbilder erzeugt, sondern den finalen Bildinhalt stark mitgestaltet.
Nur ist die Rechnung dafür aktuell noch sehr hoch.
NBA 2K27 besitzt genügend Leistungsreserven, um den Einbruch mit DLSS Super Resolution und Multi Frame Generation abzufangen.
Ob das bei Spielen, die ohnehin stärker GPU-limitiert sind, ebenso gut funktioniert, lässt sich aktuell noch nicht seriös beantworten. Hinweise geben allerdings Mods, mit denen Neural Rendering bereits in verschiedene Spiele implementiert wurde.
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Besonders bei älteren Spielen zeigen erste Mods teils auffällig starke Veränderungen. Gleichzeitig kann das Alter ein Vorteil mit Blick auf die Leistungsreserven sein.
Ob der Performance-Verlust in anderen Spielen und anderen Implementierungen zum Problem wird, muss sich allerdings erst zeigen.
Insgesamt verdeutlicht NBA 2K27 aber ziemlich gut, in welche Richtung Nvidia das Echtzeit-Rendering in den kommenden Jahren entwickeln will.

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