Nvidia verbessert die Grafik von über hundert Spielen gratis mit einem kleinen Download

Nvidias neuester Game-Ready-Treiber verspricht einiges an Verbesserungen in Sachen Spieleoptik. Besitzer von RTX-Karten profitieren am meisten.

von Kay Nordenbrock,
15.01.2022 20:59 Uhr

Am 14. Januar erschien der neue Geforce-Treiber in gewohnt überschaubarer Größe von etwa 800 MByte. Neben Optimierungen für das frisch erschienene God of War (hier geht es zu unserem Test des Spiels) bringt er zwei interessante Techniken für die Optik von Spielen mit sich. Einerseits gibt es mehr FPS in höheren Auflösungen per DLDSR, andererseits kommt Raytracing per Shader für über hundert Spiele per Nvidia Freestyle.

Update, 15. Januar: Die Zahl der Spiele, die per Shader Raytracing bekommen, ist niedriger als zunächst gedacht. Es gehören nur die Freestyle-Titel von Nvidias offizieller Liste dazu, bei denen nun am Ende des Namens ein Sternchen (*) zu sehen ist. Derzeit sind das insgesamt etwa 150 Spiele, allerdings sind wir in ersten Tests teils auf Grafikfehler gestoßen. Die neuen Shader funktionieren also nicht immer reibungslos. Lasst uns gerne in den Kommentaren wissen, welche Erfahrungen ihr damit gemacht habt. Parallel planen wir bereits, uns die neuen Funktionen möglichst zeitnah in einem eigenen Erfahrungsbericht genauer anzusehen.

Optimiertes Upsampling: Mit der sogenannten Deep Learning Dynamic Super Resolution (kurz DLDSR) verpasst Nvidia einer alten Technologie neues Leben. Denn die Dynamic Super Resolution (DSR) gibt es schon seit einigen Jahren. Durch Nvidias neuesten Treiber wird die Auflösungsanpassung allerdings per KI verbessert. 

DSR kann die Bildqualität steigern, indem die interne Renderauflösung erhöht wird. So ist es beispielsweise auch auf einem Full-HD-Monitor möglich, durch das Spielen in 4K-Auflösung ein schärferes Bild zu erhalten. Die KI-Berechnungen von DLDSR sollen jetzt dafür sorgen, dass die Performance dabei weniger stark sinkt.

Bessere Grafik mit weniger FPS-Verlust

Es geht also darum, bei niedrigerem Rechenaufwand optisch vergleichbare Ergebnisse zu erzielen, oder anders ausgedrückt: Wenn ihr die Grafik durch eine höhere Render-Auflösung per DSR verbessern wollt, bekommt ihr dabei jetzt mehr FPS als zuvor. Die KI-gesteuerte Variante nutzt allerdings die Tensorkerne der RTX-Grafikkarten von Nvidia und ist deshalb auch nur mit diesen kompatibel. 

In einem Beispiel am Spiel Prey veranschaulicht Nvidia, dass ihr mit DLDSR fast die gleichen Bilder pro Sekunde bekommt wie bei der originalen Auflösung, allerdings mit mehr Details. Vergleichbar viele Details soll auch die alte DSR-Version bieten, aber eben bei deutlich niedrigeren FPS. Wirklich gut erkennbar sind die optischen Verbesserungen im Bild unten nicht, aber wir werden uns die Technik auch selbst noch näher anschauen.

Die Ankündigung von Nvidias DLDSR kommt kurz nachdem AMD auf der CES 2022 ihre eigene Super-Resolution-Technologie mit dem Namen Radeon Super Resolution vorgestellt hat, kurz RSR. Und ja: Bei DSR, DLDSR, RSR, DLSS und andere Grafikkarten-Technologie-Kürzeln kommen wir auch schon mal durcheinander. Ein passender Übersichtsartikel ist für die Zukunft geplant.

Wie aktiviere ich das Feature? Per Treiber funktioniert DLDSR in jedem Spiel, wenn ihr eine passende RTX-Grafikkarte besitzt. Um es zu aktivieren, müsst ihr erst einmal den neuesten Treiber herunterladen. . Dann öffnet ihr das Nvidia Control Panel, geht zu dem Menüpunkt Manage 3D Settings, wählt DSR - Factors aus und setzt das Häkchen bei 2.25x DL oder der niedrigeren Stufe wie im Screenshot zu sehen:

So aktiviert ihr DLDSR nach dem Update So aktiviert ihr DLDSR nach dem Update

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Raytracing per Shader für hunderte von Spielen

Zusätzlich zur Auflösungsskalierung bringt der neue Treiber drei Filter für Nvidias Freestyle-Feature. Mit dem Feature könnt ihr über das In-Game-Overlay verschiedene Filter über das Spielgeschehen legen, um es euren Wünschen anzupassen oder grafisch zu verbessern. Ob euer Lieblingsspiel unterstützt wird, seht ihr auf Nvidias Liste der Freestyle-SpieleNur die Titel, die am Ende des Namens mit einem Sternchen versehen sind gehören dazu.

Das Highlight der Filter ist sicherlich der sogenannte Raytracing-ReShade-Filter, den Nvidia in Zusammenarbeit mit dem bekannten Modder Pascal Gilcher in Freestyle implementiert. Seine Ergebnisse waren auch auf GameStar.de immer wieder Thema, zuletzt etwa im Falle von Kingdom Come:

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Er soll die Licht-und-Schatten-Dynamik verbessern und die Beleuchtung realistischer Aussehen lassen. Damit bekommt ihr Raytracing also zumindest in einer abgespeckten Version in den passenden Freestyle-Spielen. Zusätzlich gibt es außerdem zwei weitere Filter: 

  • SSAO (Screen Space Ambient Occlusion): Dieser Filter soll die Darstellung von Schatten verbessern, vor allem in schlecht beleuchteten Arealen.
  • Dynamic DOF (Depth of Field): Das ist eine Art Bokeh-Effekt für euer Spiel, der den Hintergrund verwischt, um das Hauptobjektiv in den Vordergrund zu stellen. 

Insgesamt liefert Nvidia hier einige interessante Features im Treiber-Update. Wir sind gespannt, wie sie sich in der Praxis schlagen und wie gut der Raytracing-Effekt im Vergleich zum Original aussieht.

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