Milliarden-Projekt in München: Nvidia und Telekom planen Bau eines KI-Rechenzentrums

Nvidia und die Deutsche Telekom investieren gemeinsam rund eine Milliarde Euro in den Bau eines KI-Rechenzentrums in München, das Europas digitale Souveränität stärken soll.

In der bayerischen Landeshauptstadt soll ein milliardenschweres KI-Rechenzentrum entstehen. (Bildquelle: Nvidia Creative Commons) In der bayerischen Landeshauptstadt soll ein milliardenschweres KI-Rechenzentrum entstehen. (Bildquelle: Nvidia / Creative Commons)

Die Deutsche Telekom und Nvidia vertiefen demnächst wohl ihre Partnerschaft. Nachdem der Netzbetreiber im vergangenen Juni angekündigt hatte, zusammen mit dem GPU-Hersteller die europäische KI-Infrastruktur zu übernehmen, geht der nächste Plan einen Schritt weiter.

Wie zunächst das Nachrichtenportal Bloomberg unter Berufung auf Insiderquellen berichtete, wollen die beiden Unternehmen in München ein neues KI-Rechenzentrum errichten. Kostenpunkt: Rund eine Milliarde Euro.

Video starten 2:04 Nvidia stellt neuen KI-Computer im Mini-Format vor

Teil einer größeren Europastrategie

Die nahezu offiziell bestätigten Baupläne dürften dabei einen Schritt in der größer angelegten Strategie darstellen, die Nvidia im Rahmen der GTC 2025 in Paris ankündigte. Insgesamt sollten 20 KI-Rechenzentren in sieben EU-Ländern errichtet werden.

Nvidia-CEO Jensen Huang sprach hierbei von einer »KI-Autobahn Deutschlands«, die Teil einer souveränen KI-Entwicklung in Europa sein soll. Damals ließ Huang noch offen, wo KI-Rechenzentren platziert werden sollen – mit den München-Plänen dürfte diese Frage eine erste Antwort erhalten haben.

1,2 Mrd. US-Dollar in der bayerischen Landeshauptstadt

Die Pläne sehen laut der Süddeutschen Zeitung vor, das Rechenzentrum im Tucherpark im Stadtteil Schwabing-Freimann zu errichten; die Münchner Stadtwerke haben laut dem Bericht bereits zugesichert, den Standort mit ausreichend Strom versorgen zu können.

Mit der technischen Ausstattung in Form von etwa 10.000 GPUs sollen demzufolge KI-Anwendungen für Forschung, Wirtschaft und Industrie ermöglicht werden, wobei auch die Bedürfnisse deutscher Unternehmen im Fokus stehen sollen. Die Bundesregierung beteiligt sich an diesem Ausbau mit Förderprogrammen und möchte »KI-Gigafactories« etablieren, deren Umsetzung jedoch noch am Anfang steht.

Das grundsätzliche Bauvorhaben wurde seitens der Landesregierung inzwischen gegenüber dem Handelsblatt bestätigt, auch wenn hier noch keine der oben erwähnten Details verifiziert wurden. Der bayerische Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) äußerte sich nachvollziehbarerweise positiv über das Engagement:

Die Planung des Rechenzentrums von Telekom und Nvidia ist ein großartiges Bekenntnis zum Tech-Standort in Bayern.

Nvidia und die Deutsche Telekom selbst halten sich ebenfalls noch bedeckt; laut Bloomberg soll die offizielle Ankündigung im Laufe des kommenden Novembers erfolgen. Ein erster Großkunde steht laut der Ursprungsquelle indes schon in den Startlöchern: SAP – immerhin Europas größtes Softwareunternehmen – soll sich bereits als Großkunde für die Infrastruktur verpflichtet haben.

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