Oculus Gründer - »Aktuelle und kommende VR-Headsets wären selbst geschenkt nicht gut genug«

Palmer Luckey, Gründer von Oculus, zweifelt daran, dass VR-Brillen in naher Zukunft den Mainstream erreichen könnten. Dazu fehle es der Hardware an Qualität bei der VR-Erfahrung.

von Sara Petzold,
01.11.2018 16:45 Uhr

Aktuelle VR-Brillen wie die Oculus Quest haben laut Oculus-Gründer Palmer Luckey keine Chance, den Mainstream-Markt zu erobern. (Bildquelle: Oculus)Aktuelle VR-Brillen wie die Oculus Quest haben laut Oculus-Gründer Palmer Luckey keine Chance, den Mainstream-Markt zu erobern. (Bildquelle: Oculus)

Obwohl die einschlägigen Hersteller bereits VR-Brillen der zweiten Generation vorgestellt haben, hat die Technologie auch nach Jahren der Entwicklungszeit nicht den Mainstream erreicht. Und das wird nach Meinung von Oculus-Gründer Palmer Luckey auch noch eine ganze Weile so bleiben.

Denn wie Luckey kürzlich auf seiner eigenen Webseite schrieb (via Wccftech), seien VR-Brillen derzeit selbst dann nicht gut genug, zum Mainstream zu werden, wenn sie kein Geld kosten würden. Auch künftige Hardware werde daran in den kommenden Jahren wenig ändern, glaubt der Entwickler. Konkret schreibt er dazu:

"[...] Hardware-Verkäufe sind für den Erfolg von VR bedeutungslos. Sie fungieren lediglich als Mittel zum Zweck, als Grundlage um die einzige Sache möglich zu machen, die wirklich zählt: die Bindung. [...] Hardware-Verkäufe ziehen jede Menge Aufmerksamkeit und Spekulationen auf sich, von Analysten und Konsumenten gleichermaßen, aber in Wahrheit dreht sich alles um die Zahl der Leute, die sich einloggen und jede Woche Geld ausgeben, die Lebenskraft, die alles antreibt. Kürzliche Markt-Studien haben gezeigt, dass Millionen Menschen gewillt sind, günstige Hardware zu kaufen, aber nur sehr wenige diese Hardware dann auch weiternutzen oder langfristig in deren Software-Ökosystem investieren. Das ist sogar dann der Fall, wenn die Leute die Hardware umsonst bekommen [...]. Warum ist das so? Qualität der Erfahrung. Wenn die gratis Hardware wirklich [...] gut wäre und mit gutem Content gepaart wäre, würde es praktisch über Nacht zu einer Massenmarkt-VR-Revolution kommen. "

Luckey schließt daraus, dass der Preis von VR-Hardware eine deutlich geringere Rolle für den langfristigen Erfolg von VR spielt als die tatsächliche Erfahrung. Seiner Meinung nach ist derzeit keine »existierende oder bevorstehende VR Hardware gut genug, um wirklich Mainstream zu werden, auch nicht zu einem Preis von 0,00 US-Dollar«.

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Aus diesem Grund werde sich jeder Dollar, der jetzt in die Verbesserung von VR investiert werde, langfristig auszahlen: »Virtual Reality ist ein glaubwürdiger Kandidat für die Rolle der wichtigsten Technologie des Jahrhunderts«, konstatiert Luckey. Bessere Hardware werde die Dauer bis zur Massentauglichkeit von VR viel stärker verringern als aggressives Marketing für bereits vorhandene Produkte.

Zumindest Oculus-Fans müssen auf diese deutlich »bessere Hardware« allerdings wohl noch etwas warten: Denn wie ComputerBase berichtet, wird Facebook im kommenden Jahr voraussichtlich mit der Oculus Rift S eine VR-Brille auf den Markt bringen, die nur leichte Hardware-Verbesserungen gegenüber der originalen Oculus Rift mit sich bringen wird.

Dabei setzen die Entwickler vor allem auf ein integriertes System für das HMD und ein Inside-Out-Tracking anstelle externer Sensoren. Auf diese Weise will Facebook offenbar die Zugänglichkeit der VR-Brille verbessern.

Luckey war der Gründer von Oculus, das im Jahr 2014 von Facebook übernommen wurde. Drei Jahre später verließ Luckey das Unternehmen. Zuvor war er wegen des möglichen Diebstahls geistigen Eigentums und aufgrund der finanziellen Unterstützung der Organisation »Nimble America«, die im Wahlkampf 2016 mit fragwürdigen populistischen Memes und »Shitpostings« gegen die Trump-Rivalin Hilary Clinton auffiel, in die Negativ-Schlagzeilen geraten.

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