Machen wir uns nichts vor: OLEDs – egal, ob Fernseher oder Monitor – sind aktuell das Nonplusultra. Saustarke Kontraste, extrem kurze Reaktionszeit und Burn-in ist auch kein Thema mehr.
Doch da gibt es diese eine Disziplin, bei der die organischen Pixel haushoch verlieren.
Schrift.
Das stellte auch Julian12345 fest und suchte bei meinem Ask Me Anything zu OLED Hilfe:
»Hallo Maxe,
ich habe seit ein paar Monaten den Monitor MSI MPG 272URXDE QD-OLED und bin aber leider nicht zufrieden. Bei Spielen wie Battlefield 6 hatte ich keine besonderen Probleme. Bei Hell is us wurde mir jedoch immer übel und ich hatte leichte Kopfschmerzen. Ich dachte das liegt speziell an diesen Spiel, aber mir ist aufgefallen dass dies auch bei Esoteric Ebb der Fall ist. Insbesondere Spiele mit Text bzw. das lesen scheint mit der Übelkeit in Verbindung zu stehen. Die Schrift wirkt auf mich sehr unruhig. Ich bin mittlerweile so weit, dass ich überlege den Monitor zu verkaufen. [...] Gibt es vielleicht Einstellungen, die ich ausprobieren könnte? Oder muss ich mich damit abfinden, dass ich empfindlich reagiere?«
Julian12345Hier schon mal die gute Nachricht: Abfinden muss sich damit niemand, da man in den meisten Fällen gegensteuern kann.
Ich verrate euch, wo der Hase im Pfeffer liegt, was ihr tun könnt und ob das Problem in Zukunft der Vergangenheit angehören könnte (Spoiler: ja, wird es).
OLED und Schrift: Das Problem erklärt
Julian12345 spricht in seinem Kommentar von unruhiger Schrift – und trifft damit im Grunde den Kern des Problems.
Das eigentliche Problem ist nicht OLED selbst, sondern die Subpixel-Anordnung. Gerade bei QD-OLEDs, also OLED-Display mit Quantum Dots (oder anderen Nanopunkten), spuckt die uns in die Suppe, weil die RGB-Subpixel in einem Dreieck angeordnet sind. Das sieht man wunderbar in einem Artikel von Rtings.
Durch besagtes Subpixel-Layout entstehen sogenannte »chromatische Aberrationen«. Das sind optische Abbildungsfehler, bei denen Licht unterschiedlicher Wellenlängen nicht gleich fokussiert wird, was zu farbigen Rändern in Bildern oder Objekten führt.
Das sieht ein bisschen so aus wie 3D-Bilder oder -Filme, wenn man keine entsprechende Brille auf der Nase hat.
In beiden nachfolgenden Bildern seht ihr den Unterschied.
Auf meinem OLED-TV geht ohne den Monitormodus gar nichts. (Bildquellen: Maxe S., GameStar)
Wird Schrift unscharf, dann spricht man dabei von »Fringing«. Das hat mit der Abtastrate zu tun und wie das Verhältnis von Chrominanz (Farbinformationen) zu Luminanz (Helligkeitsinformationen) steht.
Wollt ihr, wie ich, einen OLED-Monitor als TV verwenden, ist das Subsampling-Format 4:4:4 wichtig. Das haben die meisten Fernseher, außer Einsteigermodelle.
Color Fringing: Was tun und worauf achten?
Wenn ihr bereits einen OLED-TV oder -Monitor besitzt, dann stellt das Preset auf »Monitor« (oder eine ähnliche Bezeichnung) um. Die Bilder oben habe ich beispielsweise einmal mit der Monitoreinstellung und einmal ohne gemacht.
Wenn ihr auf einen OLED-Monitor spekuliert, greift zu einer möglichst hohen Auflösung. Je höher die Pixeldichte, desto kleiner ist das Problem.
Bei einem 27-Zoll-Monitor mit 1440p fällt Color Fringing leicht ins Auge. Bei einem 32-Zöller mit 4K deutlich weniger und wenn es ein 27-Zoll-Modell mit 4K-Auflösung ist, nehmen es die meisten kaum noch wahr. Rtings bestätigt das.
Rettung ist da
Eingangs habe ich erwähnt, dass es bald Abhilfe geben könnte. Die kommt in Form einer neuen Subpixel-Anordnung, um Color Fringing Herr zu werden.
Ende letzten Jahres in Hinblick auf die CES hat unter anderem LG Monitore mit »Streifen-Subpixel« angekündigt (via Tom’s Hardware).
Der Pferdefuß bleibt die Subpixel-Anordnung, also hat man sich in Südkorea dazu entschieden, eine andere Methode zu verwenden, um Pixel zusammenzusetzen.
Indem die Subpixel in Streifen angeordnet werden, kommt es gar nicht erst zum Color Fringing. Es gibt bereits auch erste RGB-OLED-Monitore.
Sollte euch das davon abhalten, einen OLED-Monitor zu kaufen? Nein, ihr könnt noch heute zu einem entsprechenden Modell greifen; unsere Kaufberatung hilft euch, den richtigen zu finden.
- Color Fringing ist nur bei Schrift ein Problem. Spielt ihr hauptsächlich oder schaut Filme, fällt das nicht zu sehr ins Auge.
- Eine hohe Auflösung beugt dem Problem vor.
- Ein OLED-TV als Monitor ist ebenfalls eine valide Option. Achtet hier vor allem auf das Subsampling-Format 4:4:4.

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