Wer an Nokia denkt, erinnert sich vermutlich an Snake oder an das legendäre 3310. Oder daran, dass der Hersteller in den 2010er-Jahren die Smartphone-Wende verschlafen hat.
Verschwunden ist das finnische Unternehmen jedoch keineswegs, ganz im Gegenteil. Nokia hat heute einen der besten Plätze im derzeit größten Tech-Boom – und das ganz ohne Smartphones.
Was macht Nokia überhaupt?
Vereinfacht ausgedrückt baut Nokia die Datenautobahnen für die KI-Unternehmen.
Extrem leistungsfähige KI-Modelle wie Claude, ChatGPT oder Gemini werden nicht auf einzelnen Rechnern trainiert. Dafür arbeiten zigtausende Grafikchips zusammen, die über riesige Hallen und teilweise mehrere Standorte verteilt sind.
Das bedeutet wiederum, dass für den Austausch extrem schnelle Glasfaserverbindungen, Switches und weitere Technik zwingend notwendig sind, die große Mengen an Daten zuverlässig übertragen.
Und genau das liefert Nokia.
Nokias Systeme verbinden Server und Rechencluster. Sie stellen sicher, dass die schieren Mengen an Daten über die entsprechenden Leitungen möglichst verzögerungsfrei fließen.
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Ein konkretes Beispiel nennt Nokia-Chef Justin Hotard selbst. So unterstützt Nokia Google bei dessen Investition in Höhe von 13 Milliarden US-Dollar in Finnland, wo der Suchmaschinen-Riese seine Rechenzentrumskapazitäten aufstockt.
Bildlich ausgedrückt: Während Nvidia die Goldgräber mit Schaufeln (KI-Chips) ausstattet, baut Nokia die Straßen zu den Minen.
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Was Palantir WIRKLICH mit unseren Daten macht
Die Zahlen sprechen für sich
Das dritte Quartal 2026 sorgte für eine Überraschung. Analysten hatten nämlich mit einem Betriebsgewinn von rund 453 Millionen Euro gerechnet (via Wirtschaftswoche). Allerdings erzielte Nokia einen vergleichbaren Betriebsgewinn von stolzen 605 Millionen Euro und damit ein Drittel mehr als erwartet sowie rund 35 Prozent mehr als im Vorjahr mit 448 Millionen Euro.
Woher kommt das Wachstum? Der Umsatz mit Kunden aus den Bereichen KI und Cloud legte um 123 Prozent zu. Allein der Auftragseingang in diesem Bereich stieg um 118 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn rund 48 Prozent im Plus.
Das dritte Quartal ist kein Ausreißer, sondern bestätigt den Trend, der sich im Jahresverlauf massiv beschleunigt hat.
- Q1: Hier stiegen die Umsätze mit KI- und Cloud-Kunden um 49 Prozent.
- Q2: Hier waren es bereits 105 Prozent.
- Q3: Jetzt stehen die Zahlen bei 123 Prozent.
Ganz so rosig ist es allerdings nicht. Die 605 Millionen Euro sind bereinigt – inklusive der Kosten für den Konzernumbau sank der berichtete Betriebsgewinn um 22 Prozent auf 196 Millionen Euro.
Der freie Cashflow ist zudem negativ: Im dritten Quartal lag er bei minus 99 Millionen Euro. Nokia investiert viel in den Umbau und kauft Bauteile auf Vorrat, um lieferfähig zu bleiben. Die Aktie verlor nach ihrem Hoch im Juni zwischenzeitlich rund 40 Prozent. Von einer Krise ist hierbei allerdings nicht zu sprechen.
Die Hintergründe: Wie kam es dazu?
Was viele nicht wissen: Nokia war nie nur ein Handyhersteller. Das Netzwerkgeschäft lief immer parallel dazu. Als die Handysparte 2014 an Microsoft ging, konzentrierte sich Nokia auf sein Kerngeschäft.
Durch einen gezielten Umbau der letzten zwei Jahre wurde der Konzern zum KI-Zulieferer.
Für rund 2,3 Milliarden US-Dollar kaufte der Konzern den US-Spezialisten Infinera für optische Netze. Zudem holte man Justin Hotard ins Boot, der zuvor bei Intel für Rechenzentren und KI verantwortlich war.
Unter der Führung von Justin Hotard bleibt Nokia selbst weiter optimistisch: Der Konzern erwartet, dass das Geschäft mit optischen und IP-Netzen bis 2027 um 25 bis 30 Prozent wächst. Wie lange Nokia diese Boom-Welle reiten wird, zeigen die nächsten Monate und Jahre.



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