Nach 100-Milliarden-Dollar-Angebot von Musk will OpenAI dringend Maßnahmen ergreifen, um Übernahme zu verhindern

Musk soll OpenAI keinesfalls aufkaufen. Zumindest, wenn es nach OpenAI geht.

Der Kampf um OpenAi geht in die nächste Runde. (Bild: OpenAI | xAI) Der Kampf um OpenAi geht in die nächste Runde. (Bild: OpenAI | xAI)

Nachdem Elon Musk knappe 100 Milliarden Dollar geboten hat, um OpenAI aufzukaufen, hat Sam Altman, CEO von OpenAI, auf X geantwortet:

Nein danke, aber wir werden Twitter für 9,74 Milliarden Dollar kaufen, wenn du willst,

Doch damit hat sich das Thema nicht erledigt, denn OpenAI will sich jetzt mit Sonderrechten für den Non-Profit-Vorstand vor einer feindlichen Übernahme schützen, wie ArsTechnica unter Berufung auf die Financial Times berichtet.

Sonderstimmrechte gegen Musk-Übernahme

Im Detail: In einer entschlossenen Reaktion hat der Vorstand von OpenAI das Übernahmeangebot von Elon Musk in Höhe von 97,4 Milliarden US-Dollar einstimmig abgelehnt. Sam Altman, sagte dazu: OpenAI steht nicht zum Verkauf.

Dieses Angebot erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem OpenAI plant, von einer Non-Profit-Organisation zu einer gewinnorientierten Public Benefit Corporation (PBC) zu wechseln. Um die Kontrolle während dieses Übergangs zu sichern, erwägt der Vorstand, dem gemeinnützigen Arm von OpenAI besondere Stimmrechte zu verleihen. 

Video starten 44:19 »Künstliche Intelligenz ist die neue Elektrizität« - Wir busten mit einem Experten 5 Mythen zu KI

Diese Maßnahme würde es dem Non-Profit-Vorstand ermöglichen, Entscheidungen großer Investoren wie Microsoft und SoftBank zu überstimmen und somit die ursprüngliche Mission von OpenAI zu schützen.

Elon Musk, Mitbegründer von OpenAI, verließ das Unternehmen 2018 nach internen Differenzen. Seitdem hat er mehrfach Kritik an der aktuellen Ausrichtung von OpenAI geäußert und argumentiert, dass die Organisation sich von ihrer ursprünglichen gemeinnützigen Mission entfernt habe. 

Elon Musk gilt als einer der reichsten Menschen der Welt aber auch einer der kontroversesten. Es gab unter anderem transphobe ÄußerungenVorwürfe von Antisemitismus, weil er durch seine Aussage, der jüdische Investor George Soros hasse die Menschheit, die um Soros kursierende Verschwörungstheorie weiter anheizte und Diskussionen um seine Einstellung zu Free Speech.

Seit der Übernahme von Twitter (jetzt X) durch Musk gibt es vermehrt Beschwerden über den Umgang mit Hate Speech, Fake News und politischer Einflussnahme auf der Plattform. Zuletzt griff Musk auch persönlich auf X diverse europäische Staatsoberhäupter an und mischt sich aktiv in den deutschen Bundestagswahlkampf ein. In der amerikanischen Politik gilt er als Trump-Berater und soll unter dem neuen Präsidenten das neu geschaffene Amt für Prozessoptimierung besetzen. Nach Trumps Vereidigung im Januar 2025 zeigte Musk auf einer öffentlichen Veranstaltung eine Geste, die vielfach als Hitlergruß interpretiert wurde.

Auch in die deutsche Politik mischte er sich zuletzt immer wieder ein. Etwa durch einen stark kritisierten Gastbeitrag in der Zeitung Welt zu Gunsten der AfD oder indem er der AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel über X eine Plattform für ihren Livestream bot und dabei mehrfach Falschaussagen tätigte.

Die geplante Umstrukturierung von OpenAI zielt darauf ab, zusätzliche Investitionen zu ermöglichen, um im Wettkampf um fortschrittliche KI-Technologien wettbewerbsfähig zu bleiben.

Gleichzeitig sollen Mechanismen implementiert werden, die sicherstellen, dass die Kontrolle über die Entwicklung und den Einsatz von KI im Sinne des Gemeinwohls bleibt. Die Einführung besonderer Stimmrechte für den Non-Profit-Vorstand ist ein wichtiger Bestandteil dieser Strategie.

Keine Kommentarfunktion?
Aufgrund des zu erwartenden hohen Moderationsaufwandes haben wir uns entschieden, die Kommentare ins Forum zu verlagern. Dort könnt ihr wie gewohnt diskutieren:

Zum Forenthread