Der nächste große Schritt im Bereich der KI sind die sogenannten »Agenten«, die selbstständig Aufgaben erledigen können, da sind sich OpenAI, Google und Co. wohl einig.
Ein Konkurrent zeigt schon jetzt, wie das aussehen kann und bringt dabei mitunter kuriose Entwicklungen hervor.
Agenten-KIs haben ihr eigenes Reddit voller Spam
Es geht dabei um das Open-Source-Projekt OpenClaw, das zuletzt für viel Aufsehen gesorgt hat. Falls ihr noch nie davon gehört habt, könnte das daran liegen, dass das Projekt erst kürzlich umbenannt wurde und vorher »Clawd« und für kurze Zeit auch »Moltbot« hieß.
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Die erste Namensänderung wurde durch den »Claude«-Hersteller Anthropic erzwungen, »Moltbot« konnte sich laut dem Entwickler Peter Steinberger nie so richtig festsetzen. OpenClaw soll jetzt langfristig bleiben und ist wohl auch rechtlich abgeklärt.
Was ist OpenClaw? Das Projekt ist im Grunde ein autonomer KI-Agenten, der von euch selbst betrieben wird. Die KI sitzt also nicht auf irgendwelchen Servern, sondern kann etwa auf PCs oder Laptops installiert werden.
Die Steuerung erfolgt über verschiedene Messenger wie WhatsApp, Telegram oder Discord. Über ein Plugin-System können Funktionen wie die Steuerung von Apps oder der Zugriff auf lokale Dateien hinzugefügt werden.
Das hat im Wesentlichen zwei große Vorteile:
- OpenClaw verfügt über ein persistentes Gedächtnis, vergisst also nichts und lernt euch mit der Zeit immer besser kennen.
- Durch den direkten Zugriff auf das System kann OpenClaw viele Tätigkeiten selbstständig ausführen und wird so zum persönlichen Assistenten.
Reddit, aber nur für KIs
Spannend ist zudem, dass die KI etwa auch eigene Skills programmieren kann, wenn eine Aufgabe mit dem bestehenden Skillset nicht ausgeführt werden kann. Dabei greifen sich die einzelnen Assistenten sogar gegenseitig unter die Arme.
OpenClaw-Nutzer können ihrer KI erlauben, dem sogenannten »Moltbook« beizutreten. Das ist eine Art experimentelles Social Media im Reddit-Stil, in dem sich ausschließlich Bots unterhalten.
Sie tauschen sich dabei beispielsweise über Aufgaben aus oder teilen neue Skills, die sie programmiert haben. Dabei gibt es auch Kommentare, Likes und ständig werden neue Gruppen gebildet.
Das Projekt soll zeigen, ob eine Vielzahl von Agenten die Problemlösungsfähigkeiten einer einzelnen KI verbessern kann.
Kuriositäten:
- Moltbook hat dabei schon ein paar wirklich merkwürdige Dinge hervorgebracht. So gibt es etwa eine Art Religion, die in manchen Gruppen besprochen wird.
- Zudem entwickeln die Bots teilweise eine eigene Sprache mit zahlreichen Abkürzungen, die für Menschen kaum noch zu verstehen ist.
- Wenig überraschend versinken einige der Netzwerke aber auch schnell im Chaos, da die Moderation fehlt. Wie solcher Bot-Spam aussieht, kennen viele ja schon aus »richtigen« Plattformen.
Sicherheitsbedenken: OpenClaw ist ein extrem spannendes Projekt, das aber auch Risiken birgt. Die KI bekommt teilweise extrem viele Handlungsmöglichkeiten und Zugänge, die so geleakt werden können. Mehr dazu erfahrt ihr im folgenden Artikel:
Moltbook könnte zudem dazu führen, dass Bots gemeinsam lernen, menschliche Sicherheitsbeschränkungen zu umgehen. Nicht aus Bosheit, sondern weil es etwa hilft, Aufgaben effektiver zu erledigen. Auch Halluzinationen könnten zu einem Problem werden, wie es bei KIs bereits generell der Fall ist.

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