Lidl, Rewe und Co. werden wegen Supermarkt-Apps verklagt

Discounter locken ihre Kunden mit Preisrabatten zum Download ihrer Apps. Verbraucherschützer verklagen jetzt wegen der Apps Lidl und Penny. Aber auch andere Supermärkte sind betroffen.

Penny und Lidl werden aufgrund von Werbung für ihre Supermarkt-Apps von Verbraucherschützern verklagt (Bildquelle: Elmira, Adobe Stock) Penny und Lidl werden aufgrund von Werbung für ihre Supermarkt-Apps von Verbraucherschützern verklagt (Bildquelle: Elmira, Adobe Stock)

Verbraucherschützer verklagen derzeit mehrere Discounter auf Unterlassung. Der Grund: Sonderpreise auf Waren, die exklusiv für Konsumenten mit Apps ausgezeichnet werden, seien nicht zulässig. Bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg gingen viele Beschwerden von Kunden ein. Aber auch andere Discounter-Apps sollen problematisch sein.

Mangelnde Preistransparenz bei Penny und Lidl

Bei Penny und Lidl sehen Kunden im Supermarkt häufiger zwei unterschiedliche Preisangaben für ein und dasselbe Produkt. Bedingung, um zum niedrigeren Preis zu kaufen: Man muss die App des jeweiligen Discounters auf seinem Smartphone bei sich haben. Zumindest Penny wirbt auch in Prospekten mit zwei Preisen.

Bei Penny kann man zurzeit sowohl im Supermarkt als auch in offiziellen Prospekten zwei Preise für ein Produkt sehen. Der günstigere bleibt denen mit App vorbehalten. (Bildquelle rechts: penny.de) Bei Penny kann man zurzeit sowohl im Supermarkt als auch in offiziellen Prospekten zwei Preise für ein Produkt sehen. Der günstigere bleibt denen mit App vorbehalten. (Bildquelle rechts: penny.de)

Gabriele Bernhardt, Leiterin der Stabsstelle Recht der Verbraucherschutzzentrale Baden-Württemberg, hält diese Praxis der Discounter nach Angaben des Handelsblatts für unzulässig: Das verstößt unserer Auffassung nach eindeutig gegen das Gesetz.

Wenn mit Preisen geworben werde, dann müsse nach der Preisangabenverordnung der angegeben werden, der für den normalen Kunden ohne App gilt. Schließlich richte sich die Werbung an alle Verbraucher.

Bernhardt gibt weiter an, dass die Verbraucherschutzzentrale derzeit viele Beschwerden erhielte, die die undurchsichtigen Preise beklagen.

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Sowohl Lidl als auch Penny haben sich zu den konkreten Vorwürfen bisher nicht geäußert. Aber auch gegen zwei weitere Discounter bereiten Verbraucherschützer derzeit juristische Schritte: Netto und Rewe. Was genau den beiden Händlern vorgeworfen wird, geht auch aus weiteren Quellen nicht hervor. Allerdings ist anzunehmen, dass es auch hierbei um Praktiken im Kontext der hauseigenen Supermarkt-Apps geht.

Gerade Rewe und Penny werben kräftig für ihre Apps

Anfang des Jahres sind Rewe und Penny aus dem Payback-Programm ausgestiegen. Dafür sieht man in den Supermärkten selbst einiges an Werbung für die hauseigenen Apps. Gamestar Tech veröffentlicht heute Nachmittag einen Test zu beiden Apps.

Dort könnt ihr dann nachlesen, was Verbraucherschützer im Allgemeinen zu Supermarkt-Apps raten. Aber auch wie es ist, mit den Apps einzukaufen und wie viel man derzeit mit Anwendungen der Discounter sparen kann, erfahrt ihr noch heute in unserem Erfahrungsbericht.

Was sagt ihr zu der Klage der Verbraucherschutzzentrale? Ist euch die doppelte Preispolitik bei Lidl und Penny auch schon negativ aufgefallen? Oder haltet ihr diese Beschwerden für übertrieben? Schreibt uns eure Meinung und Erfahrungen in die Kommentare!

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