Pompeji und die sterbende Stadt in Italien sind in ihrer Existenz bedroht: Jetzt sollen sie mit einer besonderen Technik hochpräzise verewigt werden

Das Projekt soll gefährdete Kulturstätten jeder Person in digitaler Form zugänglich machen.

Civita di Bagnoregio wird auch die sterbende Stadt genannt. Die Stadt hat bereits schwerwiegende Naturkatastrophen hinter sich, darunter ein Erdbeben. (Bild: cyark) Civita di Bagnoregio wird auch die sterbende Stadt genannt. Die Stadt hat bereits schwerwiegende Naturkatastrophen hinter sich, darunter ein Erdbeben. (Bild: cyark)

Prominente Orte wie Pompeji und Civita di Bagnoregio sind in ihrer Existenz bedroht. Die Gründe hierfür sind vielschichtig.

Während die weltberühmte Ruinenstadt bei Neapel ungehindert verfällt, sieht sich die »sterbende Stadt« Gefahren durch Erosion und Erdrutsche ausgesetzt. Die Ursachen sind allerdings noch viel komplexer und hängen neben geologischen Schwierigkeiten mit anderen Faktoren vor Ort zusammen (via National Geophraphic).

Um diese Kulturstätte zu bewahren, hat das chinesische Unternehmen Antigravity beziehungsweise Insta360 ein Projekt ins Leben gerufen. »Project Eternal« soll mithilfe moderner Technologie und 360-Grad-Drohnen diese Kulturstätten in ihrer jetzigen Form digital und »hochpräzise« bewahren.

»Project Eternal«: Digitale Bewahrung des Welterbes

Durch den Einsatz der leichten A1-Drohne von Antigravity (249 Gramm) können empfindliche Denkmäler erfasst werden, ohne die Gegebenheiten vor Ort zu gefährden, so der Hersteller.

Der Vorteil dieser Art Drohnen liegt auf der Hand: Die 360-Grad-Panorama-Erfassung ermöglicht es, eine komplette Szene mit nur einem Flug aufzunehmen.

Unter anderem soll die Antigravity A1 dabei helfen, bedrohte Kulturstätte digital zu bewahren. (Bild: Patrick S. - GameStar Tech) Unter anderem soll die Antigravity A1 dabei helfen, bedrohte Kulturstätte digital zu bewahren. (Bild: Patrick S. - GameStar Tech)

Die Datengewinnung, also das Aufnehmen, war bisher offenbar ein großes Problem. Zukünftig erreiche man höhere Konsistenz bei Licht sowie Perspektive und eine komplexe Flugplanung sei nicht mehr notwendig.

Demnach erfolgt die Dokumentation via Drohne etwa drei- bis fünfmal schneller als mit »herkömmlichen Methoden«. Neben einem solchen Gadget kommt eine moderne 3D-Technologie zum Einsatz: Gaussian Splatting.

Vereinfacht ausgedrückt: Mittels Gaussian Splatting wird in diesem Fall aus dem Video-Rundgang eine fotorealistische 3D-Ansicht erzeugt.

Im Gegensatz zu klassischen 3D-Modellen wie Meshes nutzt 3D Gaussian Splatting Millionen von »optimierten 3D-Gauß-Punkten«. Dies »führe zu schnellerem Rendering und einer höheren visuellen Detailtreue«.

Zusammengefasst: Die Drohne übernimmt die »Kartierung« der Kulturstätten. Anschließend werden die Aufnahmen durch 3D Gaussian Splatting verarbeitet, und es entsteht eine hochwertige 3D-Modellierung, die digital und öffentlich »begehbar« wird.

Video starten 3:41 Antigravity A1: So besonders können Aufnahmen aus der 360-Grad-Drohne aussehen

Das erste Pilotprojekt

Gemeinsam mit der NGO CyArk werden digitale Zwillinge von Pompeji und der durch Erosion bedrohten Stadt Civita di Bagnoregio erstellt. Wie eine solche digitale Tour aussehen kann, seht ihr hier.

Pompeji ist eine von zwei italienischen Städten, in denen das Pilotprojekt starten soll. (Bild: cyark) Pompeji ist eine von zwei italienischen Städten, in denen das Pilotprojekt starten soll. (Bild: cyark)

Zusätzlich startet der Hersteller die globale Kampagne »Welchen Ort würdest du für immer bewahren?«. Creator, Archäologen und Laien sind weltweit dazu aufgerufen, eigene 3D-Aufnahmen beziehungsweise -Modelle einzureichen.

Eine Fachjury wird die besten Beiträge aus der Community bewerten und auszeichnen.

Das Ziel des gesamten Projekts ist laut Antigravity zudem eine Demokratisierung der Technik. Hierzu stellt das Unternehmen Splatica seine Technologie bereit: Bei den ersten 1.000 Uploads (bis zu zehn Minuten) können die Aufnahmen kostenlos mit der 3D-Rekonstruktion mittels »Gaussian Splatting« aufbereitet werden.

Die Plattform Splatica will mit ihrer Technologie den komplexen Prozess für Endverbraucher vereinfachen – ohne teure Hardware und ohne Expertenwissen.

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