Prominente Orte wie Pompeji und Civita di Bagnoregio sind in ihrer Existenz bedroht. Die Gründe hierfür sind vielschichtig.
Während die weltberühmte Ruinenstadt bei Neapel ungehindert verfällt, sieht sich die »sterbende Stadt« Gefahren durch Erosion und Erdrutsche ausgesetzt. Die Ursachen sind allerdings noch viel komplexer und hängen neben geologischen Schwierigkeiten mit anderen Faktoren vor Ort zusammen (via National Geophraphic).
Um diese Kulturstätte zu bewahren, hat das chinesische Unternehmen Antigravity beziehungsweise Insta360 ein Projekt ins Leben gerufen. »Project Eternal« soll mithilfe moderner Technologie und 360-Grad-Drohnen diese Kulturstätten in ihrer jetzigen Form digital und »hochpräzise« bewahren.
»Project Eternal«: Digitale Bewahrung des Welterbes
Durch den Einsatz der leichten A1-Drohne von Antigravity (249 Gramm) können empfindliche Denkmäler erfasst werden, ohne die Gegebenheiten vor Ort zu gefährden, so der Hersteller.
Der Vorteil dieser Art Drohnen liegt auf der Hand: Die 360-Grad-Panorama-Erfassung ermöglicht es, eine komplette Szene mit nur einem Flug aufzunehmen.
Die Datengewinnung, also das Aufnehmen, war bisher offenbar ein großes Problem. Zukünftig erreiche man höhere Konsistenz bei Licht sowie Perspektive und eine komplexe Flugplanung sei nicht mehr notwendig.
Demnach erfolgt die Dokumentation via Drohne etwa drei- bis fünfmal schneller als mit »herkömmlichen Methoden«. Neben einem solchen Gadget kommt eine moderne 3D-Technologie zum Einsatz: Gaussian Splatting.
Vereinfacht ausgedrückt: Mittels Gaussian Splatting wird in diesem Fall aus dem Video-Rundgang eine fotorealistische 3D-Ansicht erzeugt.
Im Gegensatz zu klassischen 3D-Modellen wie Meshes nutzt 3D Gaussian Splatting Millionen von »optimierten 3D-Gauß-Punkten«. Dies »führe zu schnellerem Rendering und einer höheren visuellen Detailtreue«.
Zusammengefasst: Die Drohne übernimmt die »Kartierung« der Kulturstätten. Anschließend werden die Aufnahmen durch 3D Gaussian Splatting verarbeitet, und es entsteht eine hochwertige 3D-Modellierung, die digital und öffentlich »begehbar« wird.
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Antigravity A1: So besonders können Aufnahmen aus der 360-Grad-Drohne aussehen
Das erste Pilotprojekt
Gemeinsam mit der NGO CyArk werden digitale Zwillinge von Pompeji und der durch Erosion bedrohten Stadt Civita di Bagnoregio erstellt. Wie eine solche digitale Tour aussehen kann, seht ihr hier.
Zusätzlich startet der Hersteller die globale Kampagne »Welchen Ort würdest du für immer bewahren?«. Creator, Archäologen und Laien sind weltweit dazu aufgerufen, eigene 3D-Aufnahmen beziehungsweise -Modelle einzureichen.
Eine Fachjury wird die besten Beiträge aus der Community bewerten und auszeichnen.
Das Ziel des gesamten Projekts ist laut Antigravity zudem eine Demokratisierung der Technik. Hierzu stellt das Unternehmen Splatica seine Technologie bereit: Bei den ersten 1.000 Uploads (bis zu zehn Minuten) können die Aufnahmen kostenlos mit der 3D-Rekonstruktion mittels »Gaussian Splatting« aufbereitet werden.
Die Plattform Splatica will mit ihrer Technologie den komplexen Prozess für Endverbraucher vereinfachen – ohne teure Hardware und ohne Expertenwissen.
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