Wieso mich ein 3-Kilo-Controller seit Wochen begeistert

Hardware-Redakteur Alex wusste nicht, dass es so etwas wie den Ego Arcade Fight Stick überhaupt (noch) gibt. Jetzt weiß er, dass er ihn unbedingt braucht.

von Alexander Köpf,
21.07.2021 18:45 Uhr

Mad Catz Ego Arcade Fight Stick. Mad Catz Ego Arcade Fight Stick.

Zusammenfassung: Der Ego Arcade Fight Stick von Mad Catz ist ganz klar für das kompetitive Zocken von Beat-em-Ups wie Street Fighter ausgelegt. Dafür bietet er extrem hohe Präzision bei normalen Schlägen, Blocks, Unique und Special Moves, an die ein herkömmlicher Controller nicht heranreichen kann. Der Preis für den Fight Stick fällt mit über 160 Euro jedoch recht hoch aus.

Pro
  • Ungeahnte Präzision beim Schlagen
  • Schickes Retro-Design...
  • Kompatibel zu PC und Konsolen...
  • Angenehme, natürlich Haltung für die Hände
  • Lässt sich sowohl optisch als auch technisch modden
Contra
  • Hoher Anschaffungspreis
  • ...für manch einen vielleicht etwas zu klobig
  • ...Anschluss an Konsolen aber nicht optimal gelöst

Es gibt so Dinge im Leben, von denen man erst dann weiß, dass man sie braucht, wenn man sie erst einmal hat. 4K-OLED-Fernseher mit 120 Hertz zum Beispiel oder 21:9-Monitore. Ich kenne niemanden, der auf das augenschmeichelnde Ultra-Wide-Format umgestiegen ist und wieder zurück auf 16:9 wechseln wollen würde - mich eingeschlossen.

Dann gibt es Geräte, von denen man nicht einmal weiß, dass es sie überhaupt gibt, nur um dann herauszufinden, dass da ein Leben lang unbemerkt eine Lücke in der Spielerseele geklafft hat. So geht es mir mit Prügelspielcontrollern wie dem Ego Arcade Fight Stick von Mad Catz aus diesem Check. Ihr wisst schon, das sind die Dinger, die aussehen wie Überbleibsel aus den 1980er-Jahren - was sie gewissermaßen ja auch sind.

Das geht in meinem Fall sogar so weit, dass ich bislang gar nicht wusste, Beat-em-Ups überhaupt zu mögen. Und jetzt spiel ich mit meinen 41 Lenzen plötzlich lieber Street Fighter 5 anstatt Counter Strike und Co.

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Das ist der Mad Catz Ego Arcade Fight Stick

  • Design: Analog-Stick plus 8 Tasten (dazu kommen noch 9 Funktionstasten und -regler)
  • Anschluss: Kabelgebunden, USB 2.0 Type-A
  • Kabellänge: Gerätekabel 3 Meter / Steuerkabel 1 Meter
  • Maße: 400 mm x 250 mm x 80 mm (Länge, Breite, Höhe)
  • Gewicht: 2,76 Kilogramm
  • Straßenpreis (Stand 14. Juli 2021): ab rund 160 Euro

Was sind die Besonderheiten des Fight Stick?

Der Ego Arcade Fight Stick ist laut Hersteller Mad Catz besonders Modding-freundlich: Wer das Design gerne anpassen möchte, kann sowohl die inneren Komponenten als auch die Blende austauschen. Ein Schraubenzieher ist dem Gerät beigelegt. Darüber hinaus ist der Controller mit gängigen Plattformen kompatibel, sprich: mit Playstation 4, Xbox One, Nintendo Switch und natürlich dem PC.

Alle Tasten des Mad Catz Ego Arcade Fight Stick. Alle Tasten des Mad Catz Ego Arcade Fight Stick.

Die Inbetriebnahme an der Xbox One gestaltet sich im Test jedoch als etwas unhandlich: So muss ich den Fight Stick zunächst an den normalen Controller anschließen - ihn koppeln, um die Funktion zu aktivieren. An der Playstation fällt das Prozedere genauso aus und selbst an der Switch ist die Inbetriebnahme unnötig umständlich. Lediglich am PC ist der Fight Stick nach Anschluss mit dem im Lieferumfang enthaltenen, drei Meter langen USB-2.0-Kabel ohne weiteres Zutun einsatzbereit.

Wie relevant gerade die optischen Anpassungsmöglichkeiten in der Praxis und im Vergleich zu anderen Arcade Sticks anderer Hersteller sind, kann ich nicht wirklich beurteilen. Für die Freude am Kloppen spielt das in meinen Augen jedoch keine Rolle. Anders mag das bei Tastern und Joystick selbst sein. Wahlmöglichkeiten zu haben ist auf jeden Fall begrüßenswert.

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Wie gut ist der Fight Stick?

Hier mal ein Auszug aus meinem ersten Tag mit dem Ego Arcade Fight Stick: Als das Gerät angeliefert wurde, war ich direkt von den Ausmaßen überrascht. Ich hatte ein handliches Gerät erwartet, nicht viel größer als ein herkömmlicher Controller, nur etwas flacher vielleicht. Dabei ist der Fight Stick tatsächlich so groß wie eine Fullsize-Tastatur samt Handballenauflage und dazu noch deutlich klobiger.

Außerdem konnte ich mir partout nicht vorstellen, dass es sich damit besser spielen lassen sollte, weil die Steuerung ja viel längere Wege mit sich bringt als mit einem Controller. Schließlich sind die Tasten erheblich größer, weiter auseinander und der Stick wird nicht mit den Daumenspitzen geführt, sondern liegt im Idealfall zwischen Ring- und Mittelfinger und wird dementsprechend mit mehreren ganzen Fingern gleichzeitig betätigt. Falls ich überhaupt damit klarkäme - so meine Intuition - würde das wohl mit ganz viel Übung einhergehen.

Doch es kam ganz und gar anders: Kaum hatte ich den Fight Stick ausgepackt, angestöpselt, Street Fighter 5 gestartet und den ersten Hadoken vom Stapel gelassen, verstand ich plötzlich, worin der große Vorteil der Arcade Sticks liegt: In der unfassbaren Präzision, die sich aus dem Zusammenspiel wohldosierter Bewegungen mit ausreichend Bewegungsspielraum ergibt.

Zum Vergleich: In zehn Versuchen gelangen mir direkt zehn perfekte Hadoken. Mit meinem sehr guten und innig geliebten Xbox Elite Wireless Controller Series 2 hatte ich bei gleicher Zahl an Versuchen mindestens zwei Aussetzer - und das wohlgemerkt mit etwas Übung.

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Ein Segen für die Hände: Neben der hohen Präzision überzeugt mich die entspannte, natürliche Haltung, die meine Hände auf dem Fight Stick einnehmen können und bei richtiger Handhabung sogar zwangsläufig einnehmen müssen - »Form follows function« oder so. Da wird dann schnell klar, warum die Geräte so groß ausfallen.

Für wen lohnt sich der Fight Stick?

Der Fight Stick lässt sich grundsätzlich in vielen Spielen verwenden, die Steuerung ist jedoch in erster Linie auf Beat-em-Ups zugeschnitten. Wer sich einen Prügelknecht zulegen möchte, sollte also ernsthaft vorhaben, Street Fighter, Mortal Kombat, Tekken und Co. zu spielen.

Und nicht nur ernsthaft vorhaben, sondern auch vorhaben, ernsthaft - im Sinne von kompetitiv - zu zocken. Zwar kann der Gelegenheitsspieler mit dem Fight Stick ebenso viel Freude haben, meiner Meinung nach sind über 160 Euro Anschaffungspreis für das Zocken zwischendurch aber schlicht zu viel.

Für diese Spielergattung lohnt sich daher vielleicht der Blick auf günstigere Konkurrenzprodukte. So finden sich bei Amazon auf Anhieb mehrere Geräte im Bereich von 45 bis 80 Euro, die allesamt gut bewertet sind.

Gebrauchte, hochwertige Modelle von Mad Catz gibt es zudem bei Ebay. Die grundsätzliche Qualität steht dem Ego Arcade Fight Stick in nichts nach, die Geräte sind aber gut und gerne mal um knapp die Hälfte günstiger.

Fazit der Redaktion

Alexander Köpf
@NebulaMutara

Mad Catz kann Fight Sticks, das beweist der Hersteller bereits seit vielen Jahren. Insofern bietet der Ego Arcade Fight Stick nicht wirklich viel Neues. Er überzeugt in meinen Augen jedoch mit Qualität.

Und die kostet ihren Preis: Über 160 Euro Straßenpreis beim günstigsten Anbieter ist eine Stange Geld, die gut überlegt investiert werden will. Hochwertige Geräte anderer Hersteller spielen mit Blick auf den Preis zwar in der gleichen Liga, grundsätzlich finden sich gute Arcade Sticks von vergleichbarer Qualität auf dem Gebrauchtwarenmarkt oftmals für erheblich weniger.

Dennoch bereitet mir der Ego Arcade Fight Stick jede Menge Freude: So müssen Prügelspiele gespielt werden! Für Fans von Beat-em-Ups sind derartige Geräte meiner Meinung nach ein absolutes Muss. Die Präzision, mit der gewöhnliche Schläge, Blocks, Unique und Special Moves ausgeführt werden können, ist für einen herkömmlichen Controller schier unerreichbar.

Dafür, dass ich gar nicht wusste, dass es Geräte wie den Ego Arcade Fight Stick überhaupt (noch) gibt, liebe ich ihn jetzt umso mehr.

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