Ich habe einen Controller mit 8.000 Hz ausprobiert und am Ende traute ich meiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr

Macht eine 8.000-Hz-Polling-Rate wirklich einen merkbaren Unterschied? Ich habe es selbst ausprobiert – wieder und wieder.

Der PXN P5 8K ist ein günstiger Controller mit 8.000-Hz-Polling-Rate – doch macht das wirklich einen merkbaren Unterschied? (Bildquelle: nargis - stock.adobe.com) Der PXN P5 8K ist ein günstiger Controller mit 8.000-Hz-Polling-Rate – doch macht das wirklich einen merkbaren Unterschied? (Bildquelle: nargis - stock.adobe.com)

Schneller, größer, besser. 

In jeder Tech-Sparte versuchen sich Hersteller mit immer größer werdenden Zahlen gegenseitig zu überbieten: Megapixel bei Kameras, Teraflops bei Konsolen oder Watt bei Ladegeräten.

Und warum sollten sie auch nicht? Höhere Zahlen sind besser, nicht wahr? Das versteht wirklich jeder – doch ist das so?

Nein, natürlich nicht. 200 Megapixel machen noch kein gutes Foto und Teraflops sind sinnlos, wenn die Software-Optimierung oder die restliche Hardware nicht hinterherkommt.

Wie sinnvoll ist es also, dass Hersteller von Gaming-Peripherie mit immer größer werdenden Aktualisierungsraten (Polling-Rate) prahlen? Steckt da echt ein Mehrwert drinnen? 

Ich habe jetzt einen Controller mit einer beeindruckenden 8.000-Hz-Polling-Rate ausprobiert und mit langsameren Modellen verglichen – und am Ende traute ich meiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr. 

8.000 Hz für unter 50 Euro – der PXN P5 8K

Für dieses kleine Experiment habe ich von PXN den P5 8K zum Testen erhalten. Der Hersteller ist vor allem bekannt für seine Gaming-Lenkräder, aber er hat auch einige Gamepads im Sortiment.

Der Controller kostet keine 50 Euro und fühlt sich leider auch so an. Die Verarbeitung wirkt nicht sehr hochwertig und ich bin kein Fan von dem sehr harten Kunststoff-Steuerkreuz.

Tekken und DJ Max machten auf diesem D-Pad nicht gerade Laune. Die Sticks haben mir aber gut gefallen und waren sehr geschmeidig in der Bedienung. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Tekken und DJ Max machten auf diesem D-Pad nicht gerade Laune. Die Sticks haben mir aber gut gefallen und waren sehr geschmeidig in der Bedienung. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Wo er aber wirklich glänzt, ist die gebotene Ausstattung für den niedrigen Preis:

  • Driftfreie Analog-Sticks
  • Zwei-Stufen-Trigger 
  • Vier Back-Buttons
  • 6-Achsen-Gyroskop
  • Mit PC, Android, iOS und Nintendo Switch kompatibel
  • 8.000-Hz-Polling-Rate

Das ist eine durchaus beeindruckende Liste an Features, die man in dieser Aufzählung für gewöhnlich bei deutlich teureren Modellen findet und die 8.000-Hz-Polling-Rate ist selbst da eine Seltenheit.

Was ist Polling Rate und warum ist es wichtig?

Einfach erklärt ist die Polling-Rate, die Frequenz, mit der der Controller dem PC oder der Konsole sagt: »Hey, hier stehe ich gerade und diese Tasten drücke ich.«

Ein Standard-Controller macht das meistens mit 250 Hz, also 250-mal pro Sekunde (zum Beispiel der Sony DualSense per Kabel). Das klingt viel, bedeutet aber rechnerisch eine Verzögerung (Latenz) von etwa 4 Millisekunden.

Der Controller unterstützt die hohe Polling-Rate über Kabel und über den USB-Dongle. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Der Controller unterstützt die hohe Polling-Rate über Kabel und über den USB-Dongle. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Bei 8.000 Hz wird dieser Wert auf theoretische 0,125 Millisekunden reduziert. Man eliminiert also fast die gesamten 4 ms Wartezeit. 

In der Theorie ist das ein gewaltiger Sprung: Eure Eingaben landen nahezu in Echtzeit im Spiel. Das soll besonders in extrem schnellen Shootern dafür sorgen, dass sich Bewegungen direkter anfühlen und jegliche Eingabeverzögerung (die vom Controller ausgeht) verschwindet. 

Auf dem Papier ist der PXN P5 8K damit also 32-mal schneller als ein herkömmliches Gamepad. 

Doch wie viel von diesem theoretischen Zeitgewinn kommt wirklich in unseren Fingerspitzen an? Ich habe den Praxistest gemacht – und wiederholt – und dann noch einmal.

Mein Praxistest: Ich weiß nicht, ob ich mir selbst trauen kann

Für meinen Test habe ich drei Spiele ausgewählt:

  • Tekken 8: ein Fighting Game bei dem es auf schnelle Eingaben und Reaktionen ankommt
  • DJ Max Respect V: ein Rhythmusspiel, das extrem schnelle Eingaben erfordert
  • Ghostrunner: Ein Ego-Slasher mit Parkour-Elementen und sehr schneller Action

Bevor ich loslegen konnte, musste ich den Controller und den USB-Dongle aktualisieren. Danach habe ich ihn per Bluetooth mit meinem Handy gekoppelt, da die App für Einstellungen nur auf Android und iOS und nicht auf PCs verfügbar ist. 

Dort stellte ich fest, dass die Standard-Polling-Rate auf 2.000-Hz eingestellt war – das geht natürlich nicht. Ich habe sie auf 8.000 geändert – keine halben Sachen!

Der Controller kann nur am Handy konfiguriert werden, da eine PC-App nicht existiert. Hier lässt sich die Polling-Rate auf 8.000 Hz erhöhen. Der Controller kann nur am Handy konfiguriert werden, da eine PC-App nicht existiert. Hier lässt sich die Polling-Rate auf 8.000 Hz erhöhen.

Mein erster Eindruck: Wow!

In Tekken 8 und DJ Max Respect V machte der Controller einen tadellosen Job. Wenn ich mal eine Combo vermasselte, war das mir selbst verschuldet. Der PXN P5 8K ist definitiv responsiv und schnell; Eingabeverzögerung habe ich keine gespürt. 

Obwohl bei diesen beiden Spielen schnelle Reaktionen unheimlich wichtig sind, stellte ich fest, dass sie nicht ganz perfekt geeignet für diesen Test waren, da die meisten der Eingaben digitaler Natur sind. Das heißt, ich drücke eine Taste und eine Aktion wird ausgeführt; X zum Kicken oder Y für einen Schlag.

Bei analogen Eingaben, wie etwa Zielen mit dem rechten Stick oder schnelle Bewegungen mit dem linken, dürfte der Unterschied eher spürbar sein.

Also wechselte ich zu Ghostrunner.

Video starten 1:27 Ghostrunner 2 beweist im Trailer, dass es nichts cooleres gibt als einen Cyber-Ninja mit Katana

Ghostrunner ist eine Mischung aus Plattformer und Ego-Slasher. Schnelle Reaktionen und Eingaben sind überlebenswichtig, da jeder kleinste Treffer sofort zum Tod führt. Als ich den PXN P5 8K das erste Mal mit diesem Spiel und 144 FPS spielte, war ich schwer beeindruckt. 

Der Controller fühlte sich extrem schnell an und eine Eingabeverzögerung war für mich nicht wahrnehmbar. Es war in etwa so, als wäre der PXN P5 8K eine Verlängerung meines Armes. 

Dann kam das Dilemma

Dann wechselte ich zum Sony Dualsense. Ein Controller, der nur 250 Hz bietet – der Unterschied müsste dramatisch sein!

»Hm. Das fühlt sich ja auch ziemlich schnell an«, dachte ich mir, als ich meinen Cyber-Ninja mit dem Dualsense von Wand zu Wand springen ließ. 

Das Spielgefühl war keineswegs schlechter, also nahm ich nochmal den PXN P5 8K in die Hand, um den Gegencheck zu machen. 

»Ja, doch! Der PXN fühlt sich einen Tick schneller und präziser an!«. Das wiederholte ich mehrere Male, um den Placebo-Effekt möglichst auszuschließen. 

Ich traute mir selbst nicht, also habe ich noch weitere Controller in den Test herangezogen: der Horipad-Steam-Controller (250 Hz), der PXN P5 Pink (1.000 Hz) und den Victrix Pro BFG (125 Hz):

  • Das Horipad fühlte sich wie der Dualsense minimal langsamer an, aber je öfter ich den Test wiederholte, desto mehr hatte ich das Gefühl mir diesen Unterscheid einzubilden.
  • Der PXN P5 Pink fühlte sich genauso schnell an, obwohl er eine achtmal niedrigere Polling-Rate hat.
  • Der Victrix Pro BFG fühlte sich auch minimal langsamer an, aber auch hier war ich mir nicht sicher, ob es dem Placebo-Effekt geschuldet war.

Bis spät in die Nacht wiederholte ich die Vergleiche. Hier auf meinem Sofa, dem Asus ROG Xbox Ally X und dem Horipad Steam Controller. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Bis spät in die Nacht wiederholte ich die Vergleiche. Hier auf meinem Sofa, dem Asus ROG Xbox Ally X und dem Horipad Steam Controller. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Zum Glück gibt es mit Gamepadla eine große Controller-Datenbank mit Messdaten aus aller Welt, mit der ich mein subjektives Gefühl bestätigen oder widerlegen kann.

Der PXN P5 8K erreicht in vielen der Messungen eine Polling-Rate von etwa 7.600 Hz und eine Tasten-Eingabeverzögerung von unter einer Millisekunde. Der Dualsense kommt hingegen auf eine Tasten-Latenz von etwa acht Millisekunden bei 250 Hz. 

Es existiert also definitiv ein messbarer Unterschied. 

Ob ich ihn beim Spielen auch wirklich wahrgenommen habe, wirkte somit wahrscheinlicher, aber hundertprozentig sicher bin ich mir immer noch nicht.

Unterm Strich: Es gibt einen Vorteil – aber er ist selten relevant

Wie wichtig sind vier bis acht Millisekunden weniger Eingabeverzögerung wirklich?

Obwohl ein Unterschied spürbar sein kann, ist er wohl nur auf dem höchsten ESport-Niveau wirklich relevant. Ich bin in den getesteten Spielen keineswegs schlecht, – behaupte ich mal so – aber ich bin fern von dem Level entfernt, bei dem ein paar Millisekunden wirklich ausschlaggebend über Sieg oder Niederlage sind.

Da spielen andere Faktoren eine viel größere Rolle: 

  • Wie schnell ist euer Bildschirm?
  • Habt ihr den Spielmodus und die Auto-Low-Latency auf eurem TV aktiviert?
  • Ist eure Hardware schnell genug für hohe Aktualisierungsraten?

Noch wichtiger sind taktische und spielerische Entscheidungen, bei der euch keine Hardware der Welt hilft.

Wer allerdings wirklich jeden technischen Vorteil mitnehmen möchte, für den oder diejenigen könnte sich so ein Controller 8.000 Hz lohnen – und mit dem PXN P5 8K kann man günstig den Selbsttest machen.

Ist es messbar? Ja. Ist es spürbar? Vielleicht. Ist es spielentscheidend? Für die meisten von uns wahrscheinlich nicht, aber es ist beruhigend zu wissen, dass die Technik nicht der Flaschenhals ist – sondern meistens vorm Bildschirm sitzt.


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Jetzt will ich aber von euch brennend wissen, ob ihr selbst schon Erfahrung mit Gaming-Peripherie und hohen Abtastraten habt. Spürt ihr da einen merkbaren Unterschied oder glaubt ihr, dass es sich dabei um einen Placebo-Effekt handelt? Ich bin sehr gespannt auf eure Antworten! Schreibt sie gerne unten in die Kommentare! 

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