Elektrogeräte müssen laut EU-Verordnung ab 2021 besser reparierbar werden

Von der EU-Kommission gibt es neue Durchführungsverordnungen zum Ökodesign zum Elektrogeräten. Diese müssen in Zukunft besser reparier- und recyclebar sein.

von Manuel Schulz,
04.10.2019 09:22 Uhr

Fernseher und andere Elektrogeräte sollen laut EU in Zukunft besser reparierbar werden.Fernseher und andere Elektrogeräte sollen laut EU in Zukunft besser reparierbar werden.

Gefühlt lohnt es sich immer öfter kaum, Elektrogeräte reparieren zu lassen, da die Reparatur umständlich ist und oft praktisch so teuer wie ein Neugerät. Durch die Ökodesign-Maßnahmen der EU sollen Waschmaschinen, Kühlschränke, Fernseher und Co. nicht mehr so schnell auf dem Müll landen.

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Dazu hat die EU-Kommission nun neue Durchführungsverordnungen vorgelegt. Alle Geräte, die ab 2021 in der EU auf den Markt kommen, müssen demnach besondere Anforderungen erfüllen, darunter auch eine deutlich bessere Reparierbarkeit aufweisen.

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Auch für Ersatzteile für diese Geräte gelten dann besondere Auflagen. So müssen zum Beispiel Kühlschrank-Ersatzteile sieben Jahre lang, für Waschmaschinen sogar zehn Jahre lang erhältlich sein und innerhalb von maximal 15 Tagen geliefert werden können.

Zusätzlich müssen die Ersatzteile mit gängigem Werkzeug (keine proprietären oder exotischen Schrauben, etc.) einbaubar sein, ohne dass das Gerät dabei beschädigt wird. Doch nicht nur für die Geräte und Ersatzteile stellt die EU-Kommission deutlich höhere Anforderungen.

Ab 2021 Energielabel gibt es ein neues Energielabel. (Bild: co2online.de)Ab 2021 Energielabel gibt es ein neues Energielabel. (Bild: co2online.de)

Die Effizienz der Geräte soll zusätzlich deutlich verbessert werden. Für Waschmaschinen, Geschirrspüler und ähnliches sehen die Ökodesign-Maßnahmen vor, dass der Wasserverbrauch optimiert wird, ohne die Spülleistung zu beeinträchtigen.

Zudem soll die Kennzeichnung verbessert werden. Ab 2021 soll es ein neues Energielabel geben. Jetzige A+++-Geräte fallen dann in Energieklasse C, um mehr Spielraum nach oben zu bieten. Zudem wird auch die Lautstärke (im Beispiel eines Kühlgeräts) mit einer Bewertung versehen.

Europas CO2-Abdruck soll verringert werden

All diese Maßnahmen sollen dazu führen, dass der CO2-Fußabdruck Europas deutlich verringert wird. Gleichzeitig sollen die Energiekosten für Verbraucher durch die verschärften Anforderungen gesenkt werden. Für einen normalen Haushalt könnte das laut EU bis zu 150 Euro geringere Kosten im Jahr bedeuten.

Bis 2030 sollen in Folge der Ökodesign-Maßnahmen bis zu 167 TWh Strom jährlich eingespart werden können, was dem Energieverbrauch Dänemarks in dieser Zeit entspricht und damit über 46 Millionen Tonnen CO2 sparen soll.

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Trotz dieser relativ zeitnah umzusetzenden Richtlinien sind Umweltverbände, Verbraucherschützer und die reparierende Wirtschaft noch nicht zufrieden. Sie fordern, dass die Ersatzteile noch schneller geliefert und auch unabhängige Reparaturbetriebe beliefert werden müssen.

Ein weiterer Schwachpunkt sei die Software, die von den Maßnahmen ebenfalls nicht berücksichtigt wird. »Sie ist mit der häufigste Grund, warum Produkte vorzeitig entsorgt werden«, sagt die Initiative »Runder Tisch Reparatur«.


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