»Ich wollte einen schönen Rechner und fand keinen« - Mann baut einzigartige Holz-PCs in Personalunion

Rechner sehen alle gleich aus? Dachte sich dieser Mann nach einem Museumsbesuch aus - und hat das geändert. Seine PCs sind alles, was modernen Desktop-Rechnern fehlt.

Die Idee kam Keegan McNamara nach einem Museumsbesuch im Sommer 2022. Er bewunderte teils Jahrhunderte alte Schusswaffen im Metropolitan Museum of Art in New York und die Detailverliebtheit, mit der diese gestaltet worden waren. Gleichzeitig wurde ihm bewusst, wie sehr ihm diese Kombination aus Kunsthandwerk und Nutzen bei modernen Gegenständen fehlte - vor allem bei Computern.

Aus der Idee wurde ein Projekt: Im ersten Stock seiner Wohnung in Los Angeles machte sich McNamara daran, einen PC zu bauen. Dieser sollte vereinen, was er bei den heutigen Computern so oft vermisste:

Modernes Design hat etwas, das mir sehr kalt und unmenschlich vorkommt. Es ist ein sehr gut verarbeitetes Rechteck, aber es ist eben nur ein Rechteck.

Während das Projekt Form annahm, bekam es einen Namen: der Mythic I, ein Retro-PC in Holzverkleidung, der das verzierte Kunsthandwerk vergangener Jahrhunderte auf moderne Technik übertragen soll.

Die US-Webseite The Verge hat McNamara, der sich in der Tradition von Gitarrenbauern und Sportwagen-Herstellern sieht, zu Hause besucht und sich mit ihm über den Mythic I unterhalten.

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PC als Kunsthandwerk: der Mythic I

PC mit Schreibmaschinen-Optik: Der Mythic I erinnert in seiner Form etwas an Schreibmaschinen und die alten Retro-PCs der 70er Jahre. Gleichzeitig strahlt er durch seine Rundungen und das Material in Form von Holz und Leder eine Wärme aus, die seinen gedanklichen Vorgängern meist fehlte.

Für das Holz verwendet McNamara Ahorn und Walnuss, geformt wird es von Hand mit einem Holzbeitel - allein diese Materialkosten dafür belaufen sich bereits auf 600 US-Dollar (entspricht etwa 550 Euro). In das Holz eingelassen sind ein Display, eine Tastatur und eine Reihe von Knöpfen und Schaltern zur Bedienung.

Beim Display musste sich der Erbauer mit weniger zufriedengeben, als ihm lieb gewesen wäre:

Wenn man kein Mega-Konzern ist, ist es echt schwierig, diese wirklich leistungsstarken Bildschirme mit hoher Aktualisierungsrate zu bekommen. [...] Das ist echt ätzend. Ich wünschte, es wäre ein Kerl in seiner Garage, der sie herstellt.

Bei der Tastatur hat er dafür umso mehr auf seine Wunschkomponenten geachtet. Auf eine Leiterplatte von KBDfans setzt er Schalter von Glorious Panda, die er einzeln von Hand schmiert. Darauf kommen gleich zwei verschiedene Arten von Tastenkappen.

Welche Hardware ist verbaut? Unter der Haube seines Designer-Rechners verbaut der Kunsthandwerker einen Intel-NUC mit einem Core i3 als Prozessor. Dazu kommen 8 GB RAM und 250 GB Massenspeicher.

Ausgelegt ist der Holz-PC auf eine einzige Aufgabe: das Schreiben von Texten und Code. Und das hat einen Grund, wie McNamara in seinem Notizbuch niederschreibt:

Er sollte sich wie ein Pagani Huayra anfühlen, aber die Einfachheit einer platonischen Form und die Eleganz der Software einer funktionalen Programmierung haben.

So verzichtet er auch beim Betriebssystem auf populäre Alternativen wie Windows und setzt stattdessen auf die Linux-Distribution NixOS, die er auf Minimalfunktion herunter trimmt. So wird aus dem OS nicht viel mehr als eine bessere Eingabezeile - was seiner Vision von dem Mythic I jedoch voll entspricht.

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Was kommt nach dem Mythic I

Anfang des Jahres hat McNamara sein Projekt in Form des Mythic I fertiggestellt. Seitdem ist der Rechner bei ihm zu Hause im Einsatz.

Nachdem McNamara das Internet per Twitter- und Blogbeitrag über seinen neuen Rechner informiert hatte, meldete sich bei ihm Max Novendstern, einer der Mitgründer des Krypto-Startups Worldcoin. Die beiden hatten schnell ein gemeinsames Ziel gefunden: ein zweiter Rechner für Novendstern.

Im Juli stellte McNamara auch diesen Rechner fertig, wie ein weiterer Reddit-Post zeigt.

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Wie es weiter geht? McNamara hat offenbar bereits einen weiteren Auftrag für einen neuen PC. Künftig könnte er sich durchaus vorstellen, seinen Lebensunterhalt mit dieser Arbeit zu verdienen - wenn sich genug Interessenten an seiner Arbeit finden.

Vielleicht wäre sogar eine Zusammenarbeit mit weiteren Handwerkern möglich, die sich auf verschiedene Aspekte des Rechners spezialisieren und künftige Projekte damit nochmal auf ein neues Niveau heben könnten.

Lust auf noch mehr Kurioses der Marke Eigenbau aus den Weiten des Internets? Dieser Erfinder hat ein Fahrrad gebaut, das auf Sägeblättern fährt.

Was meint ihr? Könntet ihr euch so einen handgefertigten Rechner auch für euren Schreibtisch vorstellen? Oder ist euch ein sehr gut verarbeitetes Rechteck am Ende doch lieber? Wünscht ihr euch manchmal auch, die Designs von Hardware und Technik würden sich stärker voneinander unterscheiden? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

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