Roborock will es mit dem Saros 20 wissen: Der neueste Saug- und Wischroboter des Herstellers ist mit nicht mal 8 Zentimetern Höhe superflach, bietet aber gleichzeitig mit 36.000 Pascal die höchste Saugkraft auf dem Markt.
Ich habe den kleinen Helfer bereits einige Wochen durch mein Haus gescheucht, um herauszufinden, ob ihr Kompromisse eingehen müsst. Die kurze Antwort: Ja, müsst ihr, denn auch der Saros 20 ist nicht perfekt. Aber er ist verdammt nah dran!
Transparenzhinweis: Roborock hat mir den Saros 20 für diesen Test kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Inhalt oder das Ergebnis und es gab keine Verpflichtung für einen Test.
Lieferumfang & erster Eindruck
Beim Auspacken fällt sofort die erste Besonderheit des Saros 20 ins Auge: seine geringe Bauhöhe. Mit 7,98 Zentimetern ist er der flachste Roboter auf dem Markt. Die schwarze Farbe wirkt edel, könnte dem ein oder anderen je nach Umgebung aber zu dunkel sein.
Neben Roboter und Station findet ihr folgendes im Lieferumfang:
- 2x Ersatz-Staubbeutel
- 1x Ersatz-Wischmopps
Obwohl der Saros 20 über eine Reinigungsmittelkartusche in der Station verfügt, legt Roborock kein Reinigungsmittel bei. Das ist angesichts des Preises etwas schade. Glücklicherweise ist die Beimischung komplett optional, sodass ihr auch ohne Spüli direkt loslegen könnt.
Die Einrichtung ist Roborock-typisch absolut unkompliziert: App laden, QR-Code unter der Haube scannen, WLAN-Passwort eingeben – fertig. Der Roboter dreht eine schnelle Runde zur Kartierung, was in meinem Test problemlos und sehr präzise funktionierte.
So habe ich getestet
Ich habe den Saros 20 für einen Zeitraum von zwei Wochen in der unteren Etage meines Einfamilienhauses auf die Probe gestellt, um seine Alltags-Performance zu bewerten.
Schwellen: Da meine Umgebung keine Türschwellen hat, teste ich sie mithilfe eines in der Höhe verstellbaren Hindernisses.
Testumgebung: 38 Quadratmeter Reinigungsfläche (von insgesamt 66 Quadratmeter).
Böden: Hauptsächlich Fliesen und PVC sowie niedrigflorige Teppiche.
Besondere Herausforderungen: Haushalt mit einem 5-jährigen Kind (Krümel, Spielzeug) und einer Katze.
Saugleistung: Für die Bewertung der Saugleistung habe ich jeweils einen Esslöffel Mehl, Haferflocken sowie Katzentrockenfutter verteilt. Darüber hinaus habe ich jeweils eine Handvoll Katzenhaare auf Fliesen und Teppich drapiert.
Wischleistung: Für die Bewertung der Wischleistung habe ich jeweils einen Esslöffel Milch, Saft und Kaffee verteilt und diese in einem zweiten Durchgang eintrocknen lassen.
Technische Spezifikationen
| Kategorie | Merkmal | Spezifikation |
|---|---|---|
| Roboter | Abmessungen | 350 x 353 x 79,5 mm |
| Nennleistung | 65 W | |
| Saugen | Max. Saugkraft | 36.000 Pa |
| Hauptbürste | DuoDivide Brush (Anti-Tangling, anhebbar, schwebend gelagert, entnehmbar) | |
| Seitenbürste | FlexiArm Arc (Anti-Tangling, Kantenreinigung) | |
| Wischen | Wisch-System | Doppelt rotierende Mopps |
| Mopp-Funktionen | Automatisch ablegbar (in Station), automatisch ausfahrbar | |
| Mopp-Anhebung | 15 mm | |
| Anpressdruck | 8 ~ 13 N | |
| Navigation & KI | Navigationssystem | StarSight Autonomous System 2.0 |
| Hindernisvermeidung | StarSight Autonomous System 2.0 | |
| Schmutzerkennung | Ja (DirTect) | |
| Sprachsteuerung | "Hallo, Rocky" (Offline), Siri Shortcuts, Alexa, Google Home, Yandex | |
| Smart Home | Matter-Support | |
| Akku & Kapazität | Akkukapazität | 6.400 mAh |
| Ladezeit | < 2,5 Std. | |
| Max. Laufzeit | 200 min | |
| Staubbehälter (Roboter) | 259 ml | |
| Wassertank (Roboter) | 65 ml | |
| Max. Kletterfähigkeit | 4,5 + 4,3 cm | |
| Station (Dock) | Abmessungen | 381 x 475 x 488 mm |
| Staubbeutel | 2,5 L | |
| Frischwassertank | 4 L | |
| Schmutzwassertank | 3,5 L | |
| Mopp-Wäsche Temp. | 100 °C | |
| Trocknungstemperatur | 55 °C | |
| Features | Auto-Dosierung Reinigungsmittel, Selbstreinigung, Intelligente Nachwäsche bei Schmutz |
Die Station im Detail: Aufbau, Design & Funktionen
Links: Der Schmutzwassertank. Rechts: Hinter der Frontblende verstecken sich der Behälter für die Reinigungslösung (Reinigungsmittel separat erhältlich) sowie der Staubbeutel. (Bildquelle: Mirco K., GameStar)
Die Station wirkt dank der dunkel-schimmernden Blende hochwertig, ist ansonsten aber funktional gebaut: Mit einem Griff habt ihr sofort die Wassertanks herausgeholt, ohne erst einen Deckel öffnen zu müssen.
Die Blende lässt sich leicht abnehmen und gibt den Blick ins Innere frei, wo Staubbeutel und Reinigungskartusche Platz finden. Der Einweg-Staubbeutel fasst 2,5 Liter und dürfte je nach Staubansammlung zwei bis drei Monate halten. Danach muss er ersetzt werden.
- Design und Maße: Sie ist mit 38,1 x 47,5 x 48,8 Zentimeter kompakt gehalten und fügt sich gut in moderne Wohnumgebungen ein.
- Funktionen: Das All-in-One-Dock übernimmt die komplette Wartung. Sie saugt den Staub ab, reinigt die Wischmopps mit bis zu 100 Grad Celsius und trocknet sie anschließend mit 55 Grad Celsius. Die Station gibt das Reinigungsmittel (separat erhältlich) automatisch bei der Mopp-Wäsche hinzu.
- Besonderheit: Der Saros 20 kann seine rotierenden Wischmopps in der Station ablegen, wenn sie nicht gebraucht werden. Das schont etwa Teppiche.
Der Roboter im Detail: Aufbau, Design & Technik
Links: Der Saros 20 setzt auf zwei rotierende Mopps zum Wischen. Rechts: An der Oberseite befinden sich zwei Knöpfe zum Pausieren/Ausschalten und zum Senden zurück in die Station. (Bildquelle: Mirco K., GameStar)
Obschon das typische Turmdesign in der Saugroboter-Premiumklasse längst ausgedient hat, wirkt der Saros 20 durch seine extrem flache Bauweise noch einmal deutlich moderner.
- Design und Maße: Mit einer Bauhöhe von nur 7,95 Zentimeter ist er einer der flachsten voll ausgestatteten Saugroboter auf dem Markt. Da er keinen Laserturm besitzt, gleitet er unter Möbeln hindurch, an denen die meisten Konkurrenzmodelle scheitern.
- Aufbau und Technik: Die Navigationstechnik ist komplett in die Front und die Seiten integriert. Er verfügt über eine ausfahrbare Seitenbürste und einen schwenkbaren Wischmopp, um auch in Ecken zu reinigen.
Reinigungsleistung: Wie schlägt sich der Saros 20 im Alltag?
Saugleistung auf Hartböden & Teppich: Mit 36.000 Pa bietet der Saros 20 die aktuell höchste Saugkraft am Markt, wobei solche Werte häufig reine Marketing-Hülsen sind. Denn zum einen handelt es sich dabei um Spitzenwerte, die lediglich für kurze Zeit in der höchsten Saugstufe erreicht werden. Zum anderen sagt der Wert in der Praxis nicht immer etwas über die Staubaufnahme aus.
Beim Saros 20 gibt's hier aber nichts zu meckern – selbst auf Teppichen lässt er kaum ein Staubkorn liegen. Wer lediglich Hartböden besitzt, wird kaum von der brachialen Saugleistung profitieren, spielt sie ihren Trumpf doch eher auf langfaserigen Teppichen und bei Haaren aus. Letztere zog der Saros 20 anstandslos aus Fußmatten und Badvorlegern.
Zugegeben: Einige Krümel Katzenstreu blieben liegen. Das trifft aber auch auf nahezu alle anderen Modelle zu. In der App könnt ihr jedoch eine Tiefenreinigung für Teppiche einstellen (leider nicht für Fußmatten), sodass der Robo mehrmals drüber saugt.
Die Teppichreinigung ist sehr gut, es bleiben nur vereinzelt Krümel übrig. (Bildquelle: Mirco K., GameStar)
Kanten und Eckenreinigung: Dank der ausfahrbaren Seitenbürste kommt der Roboter sehr gut in Ecken. Aber: Da er die Seitenbürste konstruktionsbedingt nicht anheben kann, neigt er dazu, groben Schmutz (wie Katzenstreu oder Haferflocken) an Kanten eher wegzuschleudern als einzusaugen. Das trübt den sonst perfekten Eindruck etwas.
Der Saros 20 fährt seine Seitenbürste aus, um an Kanten entlang und in Ecken zu reinigen. (Bildquelle: Mirco K., GameStar)
Auch in Ecken reinigt der Saros 20 beinahe makellos. (Bildquelle: Mirco K., GameStar)
Ohnehin ist das ein Phänomen, das ich bei Saugrobotern häufig beobachte: Die Seitenbürste dreht sich zu schnell und verwandelt sich zum Staubkatapult. Ein Umstand, den Roborock per Software-Update noch feintunen könnte. Ob das passiert, ist jedoch fraglich.
Dennoch: Der Saros 20 sorgt für eine angenehme Grundsauberkeit. Wer es absolut steril will, muss ohnehin in Ecken per Hand nachhelfen.
Wischleistung: Der Saros 20 setzt im Gegensatz zum Curv 2 Flow sowie mittlerweile viele andere Modelle abermals auf rotierende Wischmopps statt auf einen Wischroller – und das merkt man. Zwar kann sich die Wischleistung sehen lassen, bei eingetrockneten Flecken kommt der Saros 20 aber schnell an seine Grenzen. Verschüttete Flüssigkeiten werden zudem nicht so gründlich aufgenommen, wie das mit einer Wischwalze möglich wäre.
Die Mopps bieten aber auch einen Vorteil: Sie lassen sich in der Station ablegen. Somit bleiben selbst hohe Teppiche trocken.
Navigation und Hinderniserkennung
Ohne Laserturm muss sich der Roboter auf Kameras und Sensoren verlassen. Und das klappt wie von Roborock gewohnt auch beim Saros 20 erstaunlich gut. Größere Hindernisse wie Möbel werden zuverlässig erkannt und umfahren. Meine verstrebten Esstischstühle, eigentlich das ultimative Saugroboter-Gefängnis, meistert der Roboter problemlos.
Auch kleinere Objekte werden zuverlässig erkannt. Ihr dürft aber keine Wunder erwarten: Klemmbausteine oder Ü-Ei-Figuren erkennt der Saros 20 nicht.
Bei Kabeln jeglicher Art ist er sogar übervorsichtig und umfährt diese in meinen Augen zu großzügig, was sich in der App mit einer Einstellung aber anpassen lässt.
Dafür kommt die Flunder fast überall drunter, was vor allem Leute mit flachen Sofas oder TV-Boards freuen dürfte.
Aber Achtung: Unter meinem TV-Schrank blieb er an den Metallstreben der Unterkonstruktion hängen. Glücklicherweise lässt sich in der App konfigurieren, wie mutig
er unter flache Möbel fahren soll. Alternativ hilft eine unsichtbare Wand
in der App.
Und was ist mit Schwellen? Die Kletterleistung ist enorm, der Winzling schafft Schwellen bis zu 4 cm. Dabei hebt der Saros 20 sein Chassis dank ausfahrbarer Mini-Beinchen an und hüpft
über die Schwelle. Laut Roborock sollen zudem Doppelschwellen bis zu 8,8 cm Höhe überwunden werden können, was ich aber nicht überprüfen konnte.
App und smarte Funktionen
Die Roborock-App ist nach wie vor eine der besten auf dem Markt. Sie bietet extrem viele Einstellmöglichkeiten zur Wartung, Reinigungsintensität und Trocknungsdauer. Besonders hervorzuheben sind die detaillierten Konfigurationsmöglichkeiten.
Wie nah soll der Saros 20 an Objekte heranfahren? Wie soll er mit Kabeln umgehen? Soll er sich unter niedrige Möbel trauen? Hier lässt sich für jeden eine Balance zwischen Sicherheit und Gründlichkeit finden.
Auch die Sprachsteuerung gefällt mir. So kann ich den Roboter per Sprachkommando durch den Flur jagen, wenn die Katze ihr halbes Streu aus dem Klo geschaufelt hat, anstatt zum Handy greifen zu müssen.
Hinweis zum Datenschutz: Ein Benutzerkonto ist für die App zwingend erforderlich. Wer möchte, kann Fotos von Hindernissen oder seinen Haustieren aufnehmen und den Roboter auch als (ferngesteuerte) Überwachungskamera nutzen. Diese Funktionen müssen jedoch separat aktiviert werden. Dabei werden Ton- und Videoaufnahmen verschlüsselt auf den Server übertragen, jedoch nicht gespeichert.
Für die Nutzung der Fernvideofunktion, bei der automatisch auch das Haustier aufgestöbert werden kann, muss ein Muster in der App gezeichnet werden. Außerdem informiert eine Sprachansage potenziell anwesende Personen darüber, dass die Aufnahme startet.
Übrigens: Wenn ihr Treppen zu Hause habt, kann es sich es lohnen, auf die nächste Generation der Saugroboter zu warten:
2:28
Roborock Saros Rover beim Treppensteigen
Fazit: Für wen lohnt sich der Roborock Saros 20?
Der Roborock Saros 20 ist ein starker Allrounder mit der Besonderheit, dass er auch unter flache Möbel passt. Die enorme Saugkraft und die Matter-Integration sind weitere Kaufargumente. Man muss sich anfangs jedoch etwas Zeit für die App-Einstellungen nehmen, um das Fahrverhalten (Kabel, flache Möbel) optimal an die eigene Wohnung anzupassen.
Der Roborock Saros 20 lohnt sich für euch, wenn...
- ...ihr Möbel mit geringer Bodenfreiheit (unter 10 Zentimeter) habt, unter denen gesaugt werden muss.
- ...ihr viele (hohe) Teppiche besitzt, die gesaugt werden sollen.
- ...ihr selten hartnäckige oder eingetrocknete Flecken oder verschüttete Flüssigkeiten habt.
Alternativen zum Roborock Saros 20
Modelle wie der Dreame X50 Ultra sowie L50 Ultra bieten ebenfalls Top-Features, gehen aber schlauer mit Flüssigkeiten um und sind günstiger. Wer eine Wischwalze bevorzugt, sollte sich meinen Test zum Roborock Qrevo Curv 2 Flow anschauen.
Für eine bessere Übersicht empfehle ich euch einen Blick in die umfassende Kaufberatung meines Kollegen Frederic:
Die besten Saugroboter 2026
Roborock hat mit dem Saros 20 einen sehr fähigen Saug- und Wischroboter abgeliefert, der bei Saugleistung, Hinderniserkennung sowie im Umgang mit (Tier-)Haaren überzeugt. Trotz seines ultraflachen Gehäuses sind Schwellen bis zu 4 Zentimeter kein Hindernis für ihn.
Dennoch ist auch der Saros 20 nicht perfekt. Gemessen am hohen Preis wäre eine anhebbare Seitenbürste oder eine noch bessere Wischleistung bei eingetrockneten Flecken wünschenswert. Das Gesamtpaket, das Roborock hier schnürt, spielt dennoch in der höchsten Liga.


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