Nach The Line: Jetzt war es das auch für Saudi-Arabiens Hightech-Würfel, in den 20 Empire State Buildings passen sollten

Erst die enorme Bandstadt »The Line« und jetzt der enorme Riesenwürfel. Saudi-Arabien beendet das nächste Riesenprojekt – vorerst.

Der Mgea-Würfel soll vorerst Geschichte sein. (Bildquelle: New Muraaba Development Company) Der Mgea-Würfel soll vorerst Geschichte sein. (Bildquelle: New Muraaba Development Company)

Saudi-Arabien hat im Jahr 2023 ein Megabauwerk angekündigt, das die Hauptstadt Riad komplett umgestalten sollte: Mukaab, ein 400 x 400 x 400 Meter Hightech-Würfel, sollte die Innenstadt im Rahmen des »New Murabba«-Projektes komplett modernisieren.

Nachdem die Saudi-Arabische Regierung schon das Riesenbauprojekt The Line stark herunterpriorisiert hat, ist jetzt auch New Muraaba dran.

Die Problemlage rund um fundamentale Rechte in Saudi-Arabien: Amnesty International zufolge missachtet der Golfstaat in etlichen Bereichen Menschenrechte und international anerkannte gesellschaftliche Standards. Meinungs-, Presse- oder Vereinigungsfreiheit sind nicht gegeben.

Ferner bleibt die gesellschaftliche Stellung von Frauen und Minderheiten weiterhin problematisch. Sie werden durch Gesetze und im täglichen Leben aufgrund von Tradition und Religion diskriminiert.

In der Strafverfolgung herrscht teils Willkür; Regimekritiker werden ohne klare Anklage, mitunter für sehr lange Zeit, in Gewahrsam genommen oder verschwinden spurlos. Vor Gericht erwarten sie regelmäßig ausgedehnte Haftstrafen, und in Gefängnissen sind sie Folter ausgesetzt. Auch die Todesstrafe bleibt ein Mittel für die Gerichte, die die auch für Straftaten wie etwa Drogenschmuggel verhängen.

Darüber hinaus leiden Arbeitsmigranten weiterhin unter dem Kafala-System. Obschon dieses traditionelle Vertragsinstrument inzwischen auf Kritik hin verändert wurde, sind ausländische Beschäftigte noch immer der Kontrolle ihrer Arbeitgeber unterworfen. Pässe werden mitunter einbehalten, um ein Druckmittel zu besitzen. Im Sommer müssen die Arbeitsmigranten weiterhin ungeschützt in brütender Hitze arbeiten.

Saudi-Arabien führt außerdem illegal einen Krieg im Jemen. Dem Land werden deshalb Kriegsverbrechen und zahlreiche schwere Verstöße gegen das Völkerrecht vorgeworfen.

Riesiger Würfel mit Holodeck – das war New Muraaba

Was steckte hinter New Muraaba? Das Stadtzentrum in Würfelform sollte diverse Arten von Unterhaltung und Freizeitangeboten bieten und im Inneren wechselnde Fantasie-Welten und mehr darstellen. Das sollte eigentlich durch das weltweit erste Holodeck realisiert werden, das als riesige Kuppel in der Mitte des Würfels geplant war.

Weiterhin wurden Einkaufszentren, Restaurants, Kinos und mehr in Aussicht gestellt, um Einwohner und Touristen gleichermaßen anzuziehen.

Der Würfel sollte das neue Stadtzentrum bilden. (Bildquelle: New Muraaba Development Company) Der Würfel sollte das neue Stadtzentrum bilden. (Bildquelle: New Muraaba Development Company)

Fakten zu New Muraaba im Überblick:

  • Größe: 400 × 400 × 400 Meter großer Würfel mit je 160.000 Quadratmeter großen Fassaden
  • Innere Kuppel: 360 Meter hoch, 380 Meter Durchmesser
  • Platzangebot: Das Würfelinnere könnte 20 Empire State Buildings aufnehmen.
  • Architektur: Vier Ecktürme mit Wohnungen und Hotels
  • Zusätzliche Features: Parkanlage von über einem Dutzend Hektar auf dem Dach; Verkehrsnetz mit Fahrzeugen für die kilometerlangen Innenstrecken
  • Hologramm-Inhalte: Unterwasserstädte, schwebende Felsenlandschaften, der Mars, exotische Alien-Planeten und mehr
  • Ursprünglich geplante Fertigstellung: 2030 (erste Phase) zur Weltausstellung in Riad

Das Ende des Projekts – vorerst

Saudi-Arabien hat das Mukaab-Projekt vorerst gestoppt. Nach Angaben von Reuters hat der saudi-arabische Staatsfonds PIF (Public Investment Fund) die geplante Konstruktion des Würfels suspendiert, während das Land die Finanzierung und Umsetzbarkeit neu bewertet.

Übrigens: Dass das Riesenbauprojekt in Saudi-Arabien ins Stocken gerät, kommt indes nicht überraschend. Schon letztes Jahr gab es Anzeichen, wie Gerald berichtete:

170-Kilometer-Stadt »The Line« in Gefahr? Saudi-Arabien stellt sein Mega-Projekt auf den Prüfstand

Woran liegt es genau? Grund für die Aussetzung sind finanzielle Probleme: Der PIF musste Ende 2024 Verluste von 8 Milliarden Dollar bei Megaprojekt-Investitionen eingestehen, während noch weitere große Bauprojekte anstehen.

Der Fokus soll laut Reuters auf der Weltausstellung 2030 und der Fußballweltmeisterschaft 2034 liegen. Beide Events werden in Saudi-Arabien stattfinden. 

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