Texas hat Millionen von Sonnenkollektoren auf einem Stück Land installiert. Um sie zu warten, hat die Firma 3.000 Schafe eingestellt

Flauschige Greenkeeper kommen auch bei uns in Deutschland zum Einsatz.

Mähen ziemlich gut: Schafe. (Bild: snapshotfreddy - adobe.stock.com) Mähen ziemlich gut: Schafe. (Bild: snapshotfreddy - adobe.stock.com)

Es ist selten, dass wir einen technischen Rückschritt machen. Im Falle von Solaranlagen setzen Firmen weltweit allerdings nicht auf Technik, sondern auf eine wesentlich archaischere Methode: Schafe.

Da ist zum Beispiel die Geschichte eines Schafhirten aus Texas. JR Howard bot sich eine goldene Gelegenheit, als eine der größten Solaranlagen in der Nähe seines Hauses gebaut wurde (Xataka).

Die fünftgrößte Solarfarm der Welt steht in Milam County außerhalb von Austin.

  • Sie umfasst Millionen von Sonnenkollektoren.
  • Sie bedeckt 1.600 Hektar Land.
  • Sie erzeugt bis zu 900 MW sauberen Strom.

Was der Schafhirte bis zum Bau nicht wusste: SB Energy, der Firma, welcher die Farm gehört, setzt bei der Grasentfernung unter den Anlagen nicht auf Rasenmäher. Stattdessen nutzen sie eine nachhaltigere Lösung: Schafe.

Oftmals werden ganze Schafherden auf Photovoltaik-Anlagen losgelassen. (Bild: Cloudy Design - adobe.stock.com) Oftmals werden ganze Schafherden auf Photovoltaik-Anlagen losgelassen. (Bild: Cloudy Design - adobe.stock.com)

Warum Schafe? Die tierischen Greenkeeper haben gleich mehrere Vorteile:

  • Schafe sind nachhaltig, da sie weder Strom noch Benzin brauchen.
  • Schafe sind wetterfest.
  • Schafe fressen Gras auch an Stellen, die Rasenmäher nicht erreichen.

Für den Schafhirten JR Howard war das ein Glücksfall. Sein Betrieb floriert. Seine Schafherde ist von 3.000 auf 8.000 Stück angewachsen und er beschäftigt 27 Mitarbeiter.

Auch in Deutschland setzt man übrigens auf Schafe. Vergangenen Mai berichtete der BR über Freiflächen-PV-Anlagen in Franken, die im Sommer auch von Schafen betreut werden. 

Tatsächlich gibt es in Bayern sogar eine Verordnung für »Beweidung von Photovoltaik-Anlagen mit Schafen« von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (PDF).


Passend zum Thema:


Tatsächlich dient die Fläche unterhalb von Solarfeldern nicht nur den Schafen. Im fränkischen Hiltpoltstein stehen unter den Paneelen Süßkirschensträucher (BR). Die werden durch die das Dach aus Solarkacheln vor Wind und Wetter geschützt – win-win.

Auf einer Solarfarm in Minnesota baut man auch Nutzpflanzen an. Ein netter Nebeneffekt: Eine ausgedehnte Bienenkultur, die sich an den Pflanzen bedient. 

Eine Studie des Argonne National Laboratory zeigte, dass Projekte den Rückgang der Bienenpopulationen umkehren und gleichzeitig die Insekten- und Blumenvielfalt exponentiell steigern können.

Unter Photovoltaik-Anlagen existieren oftmals ganz eigene Lebensräume.

Habt ihr beim Vorbeifahren vielleicht sogar schon mal Schafe oder Ziegen zwischen Solarpaneelen grasen sehen?

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