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Warum viele PCs zu langsam laufen und wie sich das leicht ändern lässt

Damit euer PC sein volles Potenzial ausschöpft, müssen auch die Einstellungen stimmen. Wir zeigen, wie ihr eine oft vergessene BIOS-Option für mehr Performance nutzen könnt.

von Nils Raettig,
10.03.2022 12:30 Uhr

Läuft der Arbeitsspeicher ungewollt mit zu niedrigen Einstellungen, kann euch das durchaus nennenswert Leistung kosten. Läuft der Arbeitsspeicher ungewollt mit zu niedrigen Einstellungen, kann euch das durchaus nennenswert Leistung kosten.

In diesem Schnell-Check zu der Performance eures Rechners geht es um den Arbeitsspeicher und seine Taktrate. Darauf mache ich auch im Zuge meiner Test-Erfahrung als Hardware-Redakteur der Gamestar aufmerksam, weil die passende BIOS-Option meist nicht von Haus aus richtig einstellt ist und man leicht vergessen kann, das zu ändern.

Wo liegt das Problem? Damit Arbeitsspeicher beziehungsweise RAM mit den technischen Eigenschaften wie der Taktrate betrieben wird, für die er laut Hersteller ausgelegt ist, muss in den Grundeinstellungen eures PCs das passende RAM-Profil ausgewählt sein. Das ist aber oft nicht der Fall.

Beim AMD nennt sich die Option D.O.C.P. (Direct Overclock Profile) und bei Intel X.M.P. (Extreme Memory Profile). Ist kein entsprechendes Profil aktiv, wird meist der Mindesttakt angelegt - und das kann einen großen Taktverlust und damit auch eine niedrigere Performance bedeuten. Die Untergrenze bei DDR4-RAM beträgt beispielsweise 2.133 MHz. Sehr viele RAM-Module können dagegen 3.200 MHz und mehr erreichen. Ob euer RAM zu langsam läuft und wie ihr das ändern könnt, zeigt dieser Guide.

Hinweis: Eure CPU und euer Mainboard müssen ebenfalls mitspielen, Arbeitsspeicher mit hohem RAM-Takt alleine reicht also nicht aus. Dadurch kann es nach dem Einstellen des Profils auch dazu kommen, dass der PC nicht mehr richtig startet. Es gibt aber mehrere Wege, die Standardeinstellungen wiederherzustellen, worauf wir im Abschnitt Nachteile und mögliche Probleme näher eingehen. Dennoch gilt: Anwendung auf eigenes Risiko.

Wie viel Arbeitsspeicher ihr haben solltet und welche Rolle Faktoren wie die Taktrate und die Timings eures RAMs spielen, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Wie viel RAM braucht man? 8 GB vs. 16 GB vs. 32 GB   507     35

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Schnell-Check in zwei Schritten

1. Welchen Takt unterstützt mein RAM und mit welcher Taktrate läuft er aktuell?

Ladet euch das Tool CPU-Z herunter. Wir empfehlen die ZIP-Version, die ihr links auf der Webseite des Programms im Bereich Classic Versions findet. Ihr könnt sie ohne Installation direkt nach dem Download und Entpacken über die cpuz_x64.exe starten.

Schaut anschließend wie im Bild unten zu sehen in die Reiter SPD (steht für Serial Present Detect) und Memory:

  • Im Programmreiter SPD gibt CPU-Z an, welche technischen Eigenschaften euer Arbeitsspeicher offiziell besitzt, inklusive der maximal unterstützten Taktrate. In diesem Fall liegt sie bei 3.400 MHz. Das ist auch an der Modulbezeichnung beziehungsweise der Part-Number mit dem Wert F4-3400C16-8GSXW zu erkennen.
  • Der Reiter Memory zeigt dagegen, mit welchen Eigenschaften euer Arbeitsspeicher tatsächlich läuft. Achtet darauf, dass ihr die hier zu sehende Taktrate verdoppeln müsst - DDR steht für Double Data Rate, was bei der Angabe nicht berücksichtigt wird. Aus den ungefähr 1.070 MHz wird in diesem Beispiel so der oben angesprochene Minimaltakt von 2.133 MHz.

Stellt ihr fest, dass die anliegende Taktrate im Bereich Memory stimmt, müsst ihr nichts weiter unternehmen und euer RAM läuft bereits mit dem richtigen Wert. Andernfalls folgt Schritt zwei wie unten beschrieben.

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2. Wie stelle ich das richtige Profil für meinen Arbeitsspeicher ein?

Die PC-Einstellungen öffnen: Öffnet die Grundeinstellungen eures Rechners, die sich im BIOS (Basic Input/Output System) beziehungsweise der moderneren Variante UEFI (Unified Extensible Firmware Interface) befinden. Ihr erreicht diese Optionen, indem ihr kurz nach dem Start des PCs die Entfernen-Taste drückt, teilweise geht es auch per F2-Taste.

Die richtige Option finden: Die Auswahl des RAM-Profils erfolgt in der Regel in Menübereichen mit Titeln wie Extreme Tweaker oder O.C. Tweaker. Entscheidend sind dort jeweils die Stichworte D.O.C.P. und X.M.P. (letztere wird teils auch bei AMD-Mainboards verwendet). Oft sind sie auch ohne Punkte aufgeführt und manchmal hinter anderen Optionen versteckt, wie im folgenden Bild zu sehen:

Um bei diesem Asus-Mainboard ein XMP-Profil auswählen zu können, müsst ihr die Option Ai Overclock-Tuner passend einstellen. Um bei diesem Asus-Mainboard ein XMP-Profil auswählen zu können, müsst ihr die Option "Ai Overclock-Tuner" passend einstellen.

Oft stehen zwei verschiedene Profile zur Wahl, sie unterscheiden sich aber in der Regel kaum. Durch die Wahl des Profils wird übrigens nicht nur der RAM-Takt korrekt eingestellt, sondern auch die passenden Werte für die Spannung und die Timings des Arbeitsspeichers.

Hilfestellung durch das Handbuch: Wir raten euch aufgrund der fehlenden Einheitlichkeit, das Handbuch eures Mainboards auf der Hersteller-Webseite im Support-Bereich als PDF-Datei herunterzuladen und darin per Suchfunktion die Begriffe XMP / X.M.P. beziehungsweise DOCP / D.O.C.P einzugeben.

Abspeichern und Überprüfen: Zu guter Letzt müsst ihr die neue Einstellung nur noch speichern, was meist per F10-Taste gelingt. Zur Sicherheit könnt ihr anschließend wie oben beschrieben nochmal CPU-Z starten, um zu überprüfen, ob der Takt wie gewünscht anliegt.

Welche Nachteile und Probleme es geben kann und wie hoch das mögliche Leistungsplus ist, erfahrt ihr auf der nächsten Seite.

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