Als Oberflächenabfluss bezeichnet die Hydrologie jenes Regen- oder Schmelzwasser, das nicht im Boden versickern oder verdunsten kann, sondern oberirdisch abfließt. Grundsätzlich handelt es sich dabei um einen völlig natürlichen und wichtigen Teil des Wasserkreislaufs, der Flüsse, Seen und Reservoirs speist.
Sobald dieses Wasser jedoch über Straßen und versiegelte Flächen strömt, nimmt es Müll, Pestizide, Motoröl und Schwermetalle auf. Um diese Verunreinigung lokaler Gewässer einzudämmen, braucht es oft erstaunlich wenig Hightech.
Eine Schülerin aus Texas verwandelte ausgemusterte Industriebehälter kurzerhand in funktionale Regentonnen. Nach ihren Berechnungen fingen die Behälter bereits rund 170.000 Liter potenziell belastetes Abflusswasser auf. Für dieses Projekt erhielt Kaitlyn Tran nun einen der diesjährigen Gloria Barron Prizes für junge Umweltengagierte.
Das Besondere daran ist nicht allein das Upcycling, sondern wie Tran eine engagierte Umweltinitiative in ihrer Heimatstadt aufgebaut hat – einer Region, die regelmäßig mit extremen Starkregenereignissen zu kämpfen hat.
Dieser Artikel stammt im Original von unserer spanischen Schwesterseite Xataka.com und erscheint bei GameStar Tech in übersetzter und angepasster Form.
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Im Dienste der Wissenschaft: Massenhaft schwarze Bälle werden in ein Wasserreservoir geschüttet
Warum ihr Vorhaben wichtig ist
Fällt Regen auf Hausdächer, Straßen oder Parkplätze, kann er nirgendwo versickern. Dadurch kann es dazu kommen, dass das Wasser in Flüsse und Aquifere fließt und auf dem Weg dorthin gewisse Schadstoffe aufnimmt.
In Cedar Park nahe der texanischen Hauptstadt Austin sorgt das für Probleme. Wie der Sender CBS Austin berichtet, liegt ein Großteil des Stadtgebiets in den Einzugs- und Versickerungszonen des Edwards-Aquifers – einem lebenswichtigen Grundwasserspeicher für Zentraltexas.
Im schlechtesten Fall gelangt unbehandeltes Regenwasser mit schädlichen Giftstoffen in das Trinkwasserreservoir.
Die Ursache des Problems – und die mögliche Lösung
Trans Engagement begann mit einem traurigen Befund. Laut einem Bericht der Hill Country News führten toxische Algenblüten im Lady Bird Lake in Austin zwischen 2019 und 2022 zum Tod von mindestens sechs Hunden.
Obwohl Tran selbst allergisch gegen Hunde ist, veranlasste der Verlust der Tiere sie zum Handeln.
- Gemeinsam mit ihrer Schwester und Freundinnen gründete sie die Jugendgruppe »Steward 4 Stormwater«, die sich später mit dem Kunstclub ihrer Schule zusammenschloss.
- Das erste Projekt der Gruppe trug den Namen »Rain Barrels for Runoff«. Laut CBS Austin fuhr Tran hunderte Meilen quer durch Texas, um alte Kunststofffässer aus der Lebensmittelindustrie einzusammeln. Mehr als 40 junge Kunstschaffende bemalten die Fässer anschließend von Hand, damit sie sich harmonisch in Gärten einfügen.
- Die fertigen Fässer wurden an Anwohnende verkauft, wodurch über 2.500 Dollar für Naturschutzprojekte zusammenkamen. Trans Initiative schätzt, dass so bereits etwa 45.000 Gallonen Oberflächenwasser abgefangen wurden – rund 170.000 Liter.
Neun der bemalten Fässer versteigerten die Jugendlichen in einem lokalen Supermarkt über QR-Codes direkt an Meistbietende. Der Erlös ging zu gleichen Teilen an die Initiative, den Kunstclub der Schule und gemeinnützige Umweltorganisationen wie EcoRise.
Blick hinter die Kulissen
Ausgewachsene Algenblüten im Nachhinein zu beseitigen, ist teuer. Wie die Hill Country News erklären, kann die Behandlung selbst kleiner Gewässer mit lanthanhaltigem Ton (Lanthan ist ein weiches, silberweißes Schwermetall) schnell hunderttausende Dollar kosten – ohne dauerhaften Nutzen.
»Selbst wenn Algenblüten aufwendig bekämpft werden, kehren sie immer wieder zurück, solange die eigentlichen Ursachen des Regenwasserabflusses unberührt bleiben«, erklärte Tran dem Portal.
Tran betont, dass vielen Menschen nicht bewusst sei, welche Folgen es hat, wenn Schmiermittel oder Abfälle im Straßengully landen: Sie fließen direkt in nahe Gewässer und gefährden dort Wild- und Haustiere.
Datenanalyse statt bloßem Aktionismus
Laut CBS Austin trieb Tran bald eine noch größere Gefahr um: die geplante Erschließung des Lime-Creek-Steinbruchs, die erhebliche Schadstoffmengen in den Grundwasserspeicher spülen könnte.
Über acht Monate hinweg erlernte sie eigenständig Software zur Grundwassermodellierung sowie GIS-Kartierungstools. In Zusammenarbeit mit örtlichen Hydrologiefachkräften simulierte sie verschiedene Bebauungsszenarien und legte ihre fundierten Analysen dem Stadtrat von Cedar Park vor.
Immerhin erwägt die Stadtverwaltung nun, rund 26 Hektar Fläche aus den Bebauungsplänen zu streichen. Das könnte jährlich etwa 1,74 Millionen Gallonen (knapp 6,6 Millionen Liter) kontaminiertes Abflusswasser vom Grundwasserleiter fernhalten.
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Wie es weitergeht
Mit dem Gloria Barron Prize werden jährlich 25 engagierte Jugendliche gewürdigt; 15 von ihnen erhalten jeweils 10.000 Dollar für ihre Bildungs- und Umweltprojekte. Trans Team möchte künftig Partnerschaften mit weiteren Schulen und Städten eingehen und die Erlöse aus dem Fassverkauf in größere Vorhaben investieren.
»Die Menschen tragen den Wunsch in sich, das zu schützen, was sie lieben«, betonte sie im Gespräch mit dem Sender. »Sie brauchen oft nur die passenden Werkzeuge an die Hand.«

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