30 TByte für die Massen: Seagate startet mit Verkauf von HAMR-Festplatten

Seagate macht mit seiner »Mozaic 3+«-Plattform und der HAMR-Technologie den Sprung zu 30 TByte-Festplatten erstmals für Endkunden möglich.

Jahre nach der ersten Ankündigung zu HAMR starten die ersten Festplatten in den regulären Handel. Jahre nach der ersten Ankündigung zu HAMR starten die ersten Festplatten in den regulären Handel.

Es hat ein wenig gedauert, aber die HAMR-Technik kommt endlich auch im Endverbrauchermarkt an: Seagate hat den Marktstart der neuen Festplatten aus der »Exos M«- und »IronWolf Pro«-Serie angekündigt.

Die neuen Laufwerke erreichen eine Schreibdichte von über 3 TByte pro Scheibe und ermöglichen somit Kapazitäten von 30 TByte bei gleichbleibender 3,5-Zoll-Bauform.

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Seagate HAMR: Verfügbarkeit und Preisgestaltung

Die Festplatten sind ab sofort über den Seagate Online-Store sowie autorisierte Fachhändler weltweit erhältlich. Die unverbindlichen Preisempfehlungen liegen bei 590 Euro für die Exos M 30 TByte und 661 Euro für die IronWolf Pro 30 TByte. Zusätzlich sind auch 28-TByte-Varianten verfügbar, die mit 566 respektive 623 Euro zu Buche schlagen.

Diese Preise entsprechen etwas unter 20 Euro pro TByte bei der Exos M 30 TByte-Variante, was im Vergleich zu bisherigen Hochkapazitätslaufwerken zumindest nicht exorbitant darüber liegt. Die Laufwerke werden mit einer fünfjährigen Garantie und einer mittleren Betriebsdauer zwischen Ausfällen (MTBF) von 2,5 Millionen Stunden geliefert.

Technologie im Detail: Wie HAMR funktioniert

HAMR stellt eine grundsätzliche Weiterentwicklung der Festplattentechnologie dar und nutzt einen nanophotonischen Laser, der direkt am Schreibkopf integriert ist.

Dieser Laser erhitzt während des Schreibvorgangs einen winzigen Bereich der Magnetscheibe auf etwa 450 Grad Celsius. Dadurch wird die magnetische Koerzitivkraft des Materials vorübergehend reduziert, was das Schreiben bei höheren Datendichten ermöglicht.

Die »Mozaic 3+«-Plattform, die den beiden neuen Seagate-Festplatten zugrunde liegt, kombiniert mehrere zusätzliche Komponenten wie ein Supergitter-Platin-Legierungsmedium für höhere magnetische Stabilität.

Hiermit soll die hohe Flächendichte bei gleichbleibender Zuverlässigkeit und Leistung herkömmlicher Festplatten gewährleistet bleiben, wie der Hersteller verspricht.

In einem Bereich sogar Vorteile

Passend zum Start hat Seagate auch eigene Benchmarks (via Tom's Hardware) für die neuen HAMR-Festplatten veröffentlicht. Aufgrund ihrer Natur sollten diese natürlich mit etwas Vorsicht genossen werden, geben aber zumindest einen Anhaltspunkt über die Leistungsfähigkeit.

  • Die neuen HAMR-Laufwerke bieten eine maximale Übertragungsrate von 275 MB/s und sind vollständig kompatibel mit bestehenden SATA-6-Gbps-Systemen. Der Stromverbrauch liegt bei 6,9 Watt im Durchschnitt und maximal 9,5 Watt.
  • Bei den Benchmarks soll die sequenzielle Lese- und Schreibgeschwindigkeit der HAMR-Laufwerke mit herkömmlichen Festplatten vergleichbar sein. In gemischten Arbeitslasten sollen durch den segmentierten 512-MByte-Cache sogar Vorteile spürbar sein.

Die Einführung der 30-TByte-Laufwerke dürfte aber nicht nur für Privatkunden interessant sein, sondern insbesondere erhebliche Auswirkungen auf Rechenzentren haben.

Ein vollständig bestückter 4U-Server mit 100 Laufwerken kann nun 3 Petabyte Daten speichern. Pro Rack sind damit Kapazitäten von 30 bis 36 Petabyte möglich, was die Speicherdichte im Vergleich zu herkömmlichen 16-TByte-Laufwerken nahezu verdoppelt.

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