Festplatten-Prognose: SSD-Kapazität bis 2029 vervierfacht, HDDs bis 2028 mit 60 TB Kapazität

In beiden Fällen gibt es aber noch Hindernisse zu überwinden.

Festplattenkapazitäten sollen in den kommenden Jahren immer stärker ansteigen. Festplattenkapazitäten sollen in den kommenden Jahren immer stärker ansteigen.

Das »Institute of Electrical and Electronics Engineering« (IEEE) hat einen neuen Zeitplan für die Entwicklung von Festplatten veröffentlicht. Neben den mittlerweile handelsüblichen SSDs ging es dabei auch um die Zukunft der klassischen Magnetfestplatten (HDDs).

Flashspeicher-Markt noch im »Erholungsjahr«

Grundsätzlich befinden sich SSDs noch in einem Erholungsjahr, wie die IEEE ausführt. Der technologische Fortschritt in diesem Segment sei ins Stocken geraten, da die infolge der Coronapandemie aufgebauten Lagerkapazitäten nicht schnell genug verkauft wurden.

Auch für 2025 werden noch keine großen Sprünge erwartet. Danach soll aber gewissermaßen im Zweijahresrhythmus eine Verdopplung stattfinden. So soll eine höhere Anzahl an Schichten erreicht werden. Auch mehr Bits pro Zelle sind im Gespräch. In Summe führe dies bis 2029 zu einer Vervierfachung der Speicherdichte; folglich sollten auch die im Markt erhältlichen SSD-Kapazitäten im selben Maße ansteigen.

2023202520272029
Speicherdichte
1 Tb
1 Tb/2Tb2 Tb/4Tb
(TLC+)
4 Tb/8Tb
Bits pro ZelleTLCTLC+TLC+TLC+
3D-Layer»Hohe 200«300+500+N/A
Die SSD-Roadmap des IEEE.

Allerdings werden hierbei auch Kostensenkungen zum Problem. Mit jeder zusätzlichen Schicht gehe zwar die Speicherdichte nach oben – allerdings auch die Verarbeitungszeit und die Kosten der zugehörigen Wafer. Das IEEE sieht hier noch Verbesserungsbedarf bei der Konstruktion und Fertigung.

Grundsätzlich sei man sich beim IEEE einig, dass bei SSDs ein Wechsel weg von der derzeit gängigen Triple-Level-Cell (TLC) bevorsteht, die drei Bits pro Speicherzelle speichern kann.

So sei in den nächsten Jahren eine marktweite Einführung von QLC (Quadruple-Level-Cell) oder gar PLC (Penta-Level-Cell) denkbar, die vier respektive fünf Bits pro Zelle speichern können. Erste Demonstrationen zu beiden Methoden wurden bereits erfolgreich durchgeführt.

Laut IEEE: HDDs bis 2028 mit 60 TB

Der Zeitplan rund um HDDs sieht einen etwas anderen Rhythmus vor. Die im vergangenen Jahr erstmals öffentlich vorgestellte Festplatte auf Basis von HAMR-Technologie (»Heat-assisted magnetic recording«) gilt in den Augen des IEEE als Antriebsfeder für weitere Fortschritte im Bereich der Kapazität.

Auch hier gibt es jedoch Hürden zu überwinden, bei denen noch nicht ganz sicher ist, welche Form die Fortschritte annehmen werden. So sind laut IEEE »entscheidende Fortschritte bei (nicht-)magnetischen Materialien für eine funktionale Lese- und Schreibleistung von HDDs bei hoher Flächendichte erforderlich«.

202220252028203120342037
Kapazität in TB1-222-406-607-758-9010-100
US-Dollar pro TB13,66,913,462,62<2
Die HDD-Roadmap des IEEE.

In dem Entwicklungsplan des IEEE werden zudem zwei weitere Punkte angesprochen. So sieht das Institut das 2,5-Zoll-Format für die Magnetfestplatten als irrelevant genug an, um diese ab 2028 gar nicht mehr aufzuführen.

Ebenfalls spannend: Die Anzahl verkaufter HDDs soll aller Unkenrufe zum Trotz von 173 Millionen im Jahr 2025 auf 359 Millionen Einheiten im Jahr 2037 ansteigen. Zumindest für das IEEE ist das Ende der klassischen HDD also noch lange nicht in Sicht.

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