Die Kameras in Smartphones werden immer besser, schärfer, schneller und jetzt auch intelligenter. Immer mehr verwenden maschinelles Lernen und KI, um Bilder zu kreieren, die vorher nur mit fortgeschrittenem Wissen über Fotografie und Bildbearbeitung möglich waren.
Heute geht das praktisch auf Knopfdruck.
Jetzt hat Qualcomm mit dem französischen Unternehmen »Prophesee« eine neue Technologie vorgestellt, die die mobile Fotografie auf ein neues Level heben könnte.
Das Versprechen: Nie wieder unscharfe Fotos.
So funktioniert der neue Kamerasensor
Der T-Rex unter den Kamerasensoren: Anders als konventionelle Kamerasensoren, die kontinuierlich Bilder aufnehmen, erfasst der Prophesee-Sensor nur Änderungen in der Szene.
Der neue Sensor »sieht« nur, wenn sich etwas bewegt. Statische Elemente sind für den Sensor unsichtbar. Das funktioniert, indem jeder einzelne Pixel unabhängig voneinander und »Ereignisse« auslöst, wenn sich der Helligkeitswert an einem Standort ändert - was bei Bewegung der Fall ist.
Prophesee nennt die Technologie »Neuromorphic Sensing«. Vermarktet wird das Feature als »Metavision«.
Im Gegensatz zu normalen Kamerasensoren nimmt dieser also nicht Bilder, sondern Veränderungen auf.
Er kann bei aktuellen Smartphones mit leistungsstarken Qualcomm-Prozessoren neben den Hauptkameras verbaut werden. Weil der Sensor außerdem nicht kontinuierlich Bilder aufnimmt, arbeitet er besonders energieeffizient.
Der neueste mit der Bezeichnung »Gen X 320« verbraucht zum Beispiel nur zwischen 36 Mikrowatt und 3 Milliwatt.
Die nötige Technologie für diesen Sensor wurde von Prophesee in Zusammenarbeit mit Qualcomm und Sony entwickelt.
Wie sorgt er für scharfe Fotos?
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Weil der Sensor nur Veränderungen aufnimmt, kann er extrem schnell Bildinformationen sammeln.
Um das in einen Kontext zu setzen: Zu einer konventionellen Kamera wäre das etwa das Äquivalent zu einer 10.000 FPS-Aufnahme.
Konventionelle Bildsensoren benötigen für eine so schnelle Bildaufnahme besonders viel Licht, um rauscharme Bilder erstellen zu können. Der Prophesee-Sensor ist hierbei deutlich flexibler und kann seine Informationen selbst bei schlechten Lichtbedingungen einfangen.
Beim Fotografieren können die Daten von diesem mit dem der Hauptkamera verrechnet werden (natürlich mit KI) und so kann Bewegungsunschärfe eliminiert werden.
Wann gibt es erste Handys mit diesem Sensor?
Die in dem Video oben präsentierten Ergebnisse wurden schon mit einem Smartphone mit »Metavison« aufgenommen. Welches Smartphone wirklich zum Einsatz kommt oder ob es ein noch nicht veröffentlichtes ist, wird nicht verraten. Es gibt allerdings Bilder, die das Handy zeigen - allerdings nur von vorne.
Abseits von Handys können solche Sensoren auch in AR/VR-Brillen, Robotern, in der Medizin, Smart-Home-Geräte und vielen anderen Anwendungsbereichen zum Einsatz kommen.
Inzwischen hat Prophesee drei Metavision-Sensoren im Portfolio, die für Hersteller zur Verfügung stehen. Einer davon ist der Sony IMX636, der auch für Smartphones gedacht ist. Wann ein Handy mit diesem oder einem ähnlichen Sensor erscheint, ist konkret noch nicht bekannt.
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Was haltet ihr von dieser Technologie? Würdet ihr euch ein Handy mit einem solchen Sensor wünschen? Oder erhofft ihr euch vielleicht eine solche Technologie für klassische Systemkameras? Gibt es andere Features und Funktionen, die ihr als verbesserungswürdig bei Smartphones sieht? Schreibt es uns in die Kommentare!
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