Aurzen Zip im Test: So groß wie ein Handy, aber mit ganz anderem Zweck: Faltbarer Beamer will als Kino für die Hosentasche glänzen

Ein Beamer für die Hosentasche - Mini-Kino oder Spielerei? Der Aurzen Zip zeigt im Test, was er kann.

In wenigen Sekunden aufgeklappt und einsatzbereit: Der kleinste Faltbeamer der Welt. In wenigen Sekunden aufgeklappt und einsatzbereit: Der kleinste Faltbeamer der Welt.

Als ich den Aurzen Zip auf der IFA entdeckte, war ich überrascht: Ein Projektor für die Hosentasche? Wow! Laut dem Hersteller geht es um den kleinsten faltbaren Beamer der Welt. Mir war sofort klar, dass dieses Meisterwerk der Miniaturisierung nur mit Kompromissen funktionieren kann. Dennoch: Allein für die Idee muss man Aurzen loben.

Transparenzhinweis: Aurzen hat mir den Zip Tri-Fold für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor dem Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.

Aurzen Zip
Aurzen Zip
Der Aurzen Zip ist ein außergewöhnlicher, tragbarer Mini-Projektor – perfekt für spontane Unterhaltung und kreative Anwendungen. Das Falt-Design macht Spaß und ist zugleich praktisch. Für ernsthafte Filmvorführungen oder regelmäßiges Streaming eignet er sich aufgrund technischer Einschränkungen weniger. Technikfans, die Portabilität schätzen, finden in ihm sicher ein spannendes Gadget; für alle anderen bleibt er vorerst eine teure Spielerei. 499 Euro UVP plus Zusatzhardware sind ein ganz schöner Brocken für ein ein wenig mehr Spontanität. Doch die Idee bleibt faszinierend, und vielleicht gelingt Aurzen noch eine Preisanpassung.
  • Winzig und Flexibel
  • Diverse kreative Einsatzmöglichkeiten
  • Einfache Bedienung (auch per App)
  • Schnelle Kopplung mit Smartphone, PC und Mac
  • Dank Akku autonom verwendbar
  • Hoher Preis
  • Für vollen Funktionsumfang sind weitere Anschaffungen nötig
  • Nur ein USB-C-Anschluss
  • Kurze Akkulaufzeit
  • Blecherner Klang
  • Lauter Lüfter
  • Geringe Helligkeit

So klein wie ein Klapp-Handy

Auf den ersten Blick wirkt der Aurzen Zip Tri-fold Ultra Portable Projektor, als hätte man einem Samsung Galaxy Z Flip 7 eine dritte Klapp-Schicht verpasst. Zusammengefaltet misst er gerade einmal 8,4 × 7,6 × 2,5 Zentimeter und wiegt etwa 270 g. Es gab schon Handheld-Spielkonsolen, die klobiger waren. Aufgeklappt bildet er eine Z-Form, die flexible Projektionswinkel erlaubt. Ein durchdachtes System, das viele kreative und nicht zuletzt spontane Einsatzmöglichkeiten hergibt.

Denis Brown
Denis Brown

Denis 'Lucius' Brown ist seit 2007 als freier Autor in der Videospiel- und Tech-Presse tätig. Als Hobby-Musiker, Co-Organisator einer jährlichen Benefiz-Konzertreihe, Karaoke-DJ, Moderator, Cineast und Astro-Fan kennt er keine Langeweile.

Es ist genial, immer und überall einen Projektor dabeihaben zu können. Dennoch macht sich nach zwei Wochen intensiver Tests ein wenig Ernüchterung breit. Nicht wegen der 720p-Auflösung oder der geringen Helligkeit von 100 ISO-Lumen, die Tageslicht-Betrieb fast unmöglich macht. Auch der deutlich hörbare Lüfter ist eine Schwachstelle der Miniaturisierung. Solche Kompromisse waren allerdings von vornherein zu erwarten.

Mich stören vielmehr ein paar kleine Macken und der hohe UVP-Preis von 499 Euro. Eine stattliche Summe für einen Projektor, der Cineasten an der heimischen Leinwand wenig Freude bereitet. Dafür ist er aber auch gar nicht gedacht. Filmfans wäre die Auflösung zu niedrig, die ideale Projektionsfläche mit maximal 60 Zoll zu klein und das Farbprofil einen Tick zu grün. Der dreifach faltbare Mini-Projektor eignet sich eher als Kreativwerkzeug oder mobiler Unterhalter, zum Beispiel beim Campen.

So klein wie ein Falt-Handy, nur etwas dicker. Bedienen lässt sich der Winzling über die kleinen Schaltflächen am Rand oder per App. So klein wie ein Falt-Handy, nur etwas dicker. Bedienen lässt sich der Winzling über die kleinen Schaltflächen am Rand oder per App.

Aurzen Zip Tri-Fold Ultra Portable Projector Hardware Eigenschaften:

  • Native Auflösung: 720p
  • Unterstützt Videomaterial bis 4K (wird herunterskaliert)
  • Helligkeit: 100 ISO-Lumen (Normal), 60 ISO-Lumen (Eco-Modus)
  • Akku Laufzeit: 50 Min (Normal), 84 min (Eco),
  • Akku: 5000 mAh
  • Netzbetrieb: USB-C- mit Power Delivery 3.0 bei 24 Watt
  • Netzteil nicht im Lieferumfang
  • Anschlüsse: 1 x USB-C
  • Konnektivität: WLAN, Bluetooth
  • Preis: 499 Euro UVP (zur Zeit 399 Euro bei Amazon)

Flexible Einsatzmöglichkeiten

Der Beamer-Winzling kann überall zum Einsatz kommen. Mit dem separat erhältlichen magnetischen Saugnapf-Mount MagPlay für 40 Euro lässt er sich an fast jeder stabilen, glatten Fläche befestigen. So kann er in der Küche Rezepte und Koch-Videos per Spiegelung vom kleinen Smartphone auf die große Arbeitsplatte bringen, den heimischen Stubentigern Fisch-Videos für den Spieltrieb auf den Boden projizieren oder auf einer Klassenfahrt Schnappschüsse vom jüngsten Ausflug an die Decke werfen - ohne zusätzliche Apps.

Ein spontaner Karaoke-Abend auf dem Bauernhof? Kein Problem. Selbst als zweiter PC-Monitor auf Präsentationen ist er nutzbar, wenn man das Bild per WLAN sendet. Das hat allerdings eine spürbare Verzögerung bei Mausbewegungen und nachschleppenden Sound bei Videos zufolge, sofern man ihn nicht mit einem Bluetooth-Lautsprecher koppelt.

Der kleine Projektor ist allem voran ein Kreativwerkzeug. Der kleine Projektor ist allem voran ein Kreativwerkzeug.

Letztere sind sowieso empfehlenswert. Die beiden eingebauten 1-Watt-Lautsprecher reichen gerade, um Sprache verständlich wiederzugeben. Musik klingt blechern oder bei Bass-lastigem Arrangement sogar dröhnend.

Netflix und Disney Plus? Nur per Zusatzhardware!

Streaming-Apps wie Netflix, Disney Plus und Co. funktionieren über die Spiegelung vom Smartphone allerdings nicht. Strenge DRM-Regelungen seitens der Streaming-Anbieter verhindern das.

Per separat erhältlichem HDMI-Sender kann jeder beliebige Inhalt bei geringer Latenz übertragen werden. Per separat erhältlichem HDMI-Sender kann jeder beliebige Inhalt bei geringer Latenz übertragen werden.

Aurzen bietet eine Lösung: den Funksender CastPlay für 120 Euro, der ein HDMI-Signal kabellos überträgt. Und das sogar nahezu latenzfrei, sei es von einem Fire TV-Stick, einer PlayStation 5 oder einem PC. Spielen ist bei rund 60ms Verzögerung zwar nicht ideal, aber im verträglichen Rahmen. Ein USB-C-zu-HDMI-Adapter kann da ebenfalls helfen, würde am Projektor allerdings den einzigen USB-C-Anschluss belegen, was ein Problem darstellt.

Für eine dauerhafte Nutzung ist nämlich ein USB-C-Ladegerät mit PD 3.0 Unterstützung und mindestens 24 Watt erforderlich. Schwächere Ladegeräte oder Powerbanks ohne PD-Protokoll können den internen Akku nicht während des Betriebs füllen.

Ohne Netzbetrieb liegt die maximale Laufzeit unseren Messungen zufolge bei 84 Minuten im Stromsparmodus (60 Lumen) oder 50 Minuten im normalen Modus (100 Lumen). Das reicht gerade so für eine Folge der Lieblings-TV-Serie. Addiert man alle Zusatzkosten für den vollen Funktionsumfang, summiert sich der Preis dieser Anschaffung also auf etwa 680 Euro (Beamer, HDMI-Sender, Mount, PD-fähiges Netzteil).

Aurzen Zip Tri-Fold 
Aurzen Zip Tri-Fold 
Mini Beamer mit Akku, 4k Unterstützt Smart Beamer Klein Tragbarer Projektor Outdoor Heimkino Autofokus & Trapezkorrektur Portable Projector Bluetooth 5.4 für Handy/HDMI/USB
399 (mit Coupon) €

Trotzdem bleiben die flexiblen Einsatzmöglichkeiten des Zip unbestreitbar. Kein anderer Projektor verschwindet so schnell in der Hosentasche und startet innerhalb weniger Sekunden, sobald man ihn aufstellt. Automatische Trapezkorrektur und Bildschärfung sorgen für ein unkompliziertes Setup. Das Konzept zeigt klare Ambitionen, könnte aber noch Optimierungen gebrauchen. Etwa durch einen zweiten USB-C-Port und ein wenig mehr Leuchtkraft.

zu den Kommentaren (0)

Kommentare(0)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.