Vom Skeptiker zum Fan: Als Hifi-Enthusiast greife ich immer zu kabelgebundenen Kopfhörern, doch der Sonos Ace verändert alles

Redakteur Alex ist Hifi- und Kopfhörer-Enthusiast. Der neue Sonos Ace hat ihn mit Blick auf die Klangqualität überrascht.

Der Sonos Ace ist der erste Over-Ear-Bluetooth-Kopfhörer, den ich teste. Der Sonos Ace ist der erste Over-Ear-Bluetooth-Kopfhörer, den ich teste.

Kopfhörer sind für mich schon seit meiner Kindheit eine Leidenschaft. Ich mag das Gefühl, völlig in die Musik oder einen Film einzutauchen, im Zentrum des Geschehens zu stehen. Seit meinem ersten selbst bezahlten Funkkopfhörer – dem AKG Hearo 999 Audiosphere, der schon in den 90ern mit Unterstützung für Dolby Digital auftrumpfte – habe ich viele kabelgebundene Kopfhörer mein Eigen genannt.

Von Bluetooth-Modellen hatte ich bislang aber Abstand genommen. Sie standen unter Hifi-Enthusiasten lange in dem Ruf, nicht so gut zu klingen wie reguläre Funk- und kabelgebundene Kopfhörer.

Der Sonos Ace ist daher der erste Over-Ear-Bluetooth-Kopfhörer, den ich ausführlich teste. Und er ist gleichzeitig der erste Kopfhörer der Marke überhaupt. Bislang kannte man Sonos nur für seine drahtlosen Boxen und Hifi-Komponenten. Der Ace hat mich jedoch auf Anhieb überzeugt – wie ist ihm das gelungen?

Transparenzhinweis: Sonos hat mir den Ace für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.

Herausragend
Sonos Ace
Sonos Ace
Sonos gelingt mit dem Ace ein bemerkenswerter Einstieg in das Kopfhörersegment. Der Klang lässt nichts zu wünschen übrig, gleichzeitig trägt er sich sehr angenehm. Die Akkulaufzeit ist großzügig bemessen und im Zusammenspiel mit einer Sonos Soundbar glänzt er auch im Heimkino. Herausragend ist zudem die Active Noise Cancellation (ANC).
  • Sehr gute Klangqualität
  • Ausdauernder Akku
  • Sehr hoher Tragekomfort
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Hervorragende Geräuschunterdrückung
  • Lässt sich mit einer Sonos Soundbar verbinden
  • Ohrpolster können bei Hitze schweißtreibend sein
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Verarbeitungsqualität

Der Sonos Ace kommt in einem schicken schwarzen Filz-Case und ist selbst sehr hochwertig verarbeitet. Ein gepolsterter und mit Kunstleder überzogener Edelstahlbügel hält die beiden Ohrmuscheln, deren Polster ebenfalls einen Kunstledermantel tragen und magnetisch befestigt sind.

Der Ace wiegt 312 Gramm, was nicht zu schwer ist. Außerdem gibt es ihn in Mattweiß und Mattschwarz.

Die seidig glatten Ohrmuscheln beherbergen dezente Mikrofone, dazu gesellen sich einige Bedienelemente.

Wissenswertes zum Test
So habe ich getestet

Ich habe den Sonos Ace mehrere Wochen lang im Alltag genutzt, sowohl am PC als auch am iPhone und via Soundbar Sonos Arc.

Spezifikationen
  • 40-mm-Treiber
  • Verlustfreies Audio via Bluetooth (Android und aptX Lossless) und USB-C
  • Geräuschunterdrückung und Aware-Modus
  • Dynamisches Headtracking
  • 30 Stunden Akkulaufzeit
  • 312 Gramm Gewicht
  • Ohrpolster magnetisch und abnehmbar
Preis und Verfügbarkeit

Den Sonos Ace gibt es in schwarzer und weißer Ausführung. Beide Modelle sind breit verfügbar und kosten 499 Euro.

Bedienung

Die Steuerung ist sehr komfortabel. Auf der rechten Seite befindet sich ein Metallschieber, mit dem sich die Lautstärke anpassen lässt. Man kann ihn aber auch wie einen Knopf drücken, wodurch die Wiedergabe pausiert oder fortgesetzt wird, zum nächsten oder letzten Titel gesprungen und Anrufe angenommen oder abgelehnt werden können.

Darunter befindet sich eine Taste für die Geräuschunterdrückung und den Aware-Modus, die per langem Drücken auch noch die Sprachassistenten von Android oder iOS aktiviert.

Die Multifunktionstaste samt einem Knopf für die Geräuschunterdrückung respektive den Aware-Modus. Die Multifunktionstaste samt einem Knopf für die Geräuschunterdrückung respektive den Aware-Modus.

Auf der linken Seite befindet sich der Einschaltknopf, der gleichzeitig den Kopplungsmodus startet, wenn er mehrere Sekunden gedrückt wird.

Neben dem Einschalter ist ein USB-C-Anschluss angebracht. Damit lässt sich der Ace mit einem PC oder einem Ladegerät verbinden. Ein entsprechendes Kabel liegt bei. Außerdem ist es per USB-Verbindung möglich, hochaufgelöste Audioformate mit 24 Bit und 96 Kilohertz zu hören.

Ein weiteres beigelegtes Kabel lässt euch den Ace per Klinke verbinden.

Apropos Ladegerät: Mit einer vollen Ladung hält der Sonos Ace etwas mehr als 30 Stunden. Das ist ein sehr guter Wert.

Wie klingt der Sonos Ace?

Am wichtigsten ist aber, wie der Ace klingt. Und da schöpft Sonos aus dem Vollen. Höhen, Mitten und Tiefen gibt der Kopfhörer präzise und druckvoll wieder. Er klingt dabei aber stets natürlich und hinterlässt den Eindruck, dass er jederzeit eine Schippe drauflegen kann.

Der Ace kann es mit Blick auf die Klangqualität sogar mit meinem acht Jahre alten und etwa gleich teuren kabelgebundenen Magnetostaten Oppo PM-3 aufnehmen. Instrumente sind klar im Raum zu verorten, überhaupt bietet er eine beeindruckende Klangbühne.

Der Sonos Ace kommt schlicht, aber edel daher. Der Sonos Ace kommt schlicht, aber edel daher.

Das hatte ich von einem Bluetooth-Gerät ehrlich gesagt nicht erwartet. Aber die Zeiten, da Bluetooth mit schlechterer (hörbarer) Qualität einhergeht, sind wohl zum Glück vorbei. Das hat mir der Ace eindrucksvoll demonstriert.

Der Grund dafür liegt in den unterstützten Codecs aptX und AAC, sogar aptX Lossless ist auf Android-Geräten möglich - die iOS-Alternative ALAC wird nicht unterstützt. Damit können 16 Bit und 44,1 Kilohertz in CD-Qualität übertragen werden.

Die Reichweite beträgt dabei rund zehn Meter im Haus mit einer Wand dazwischen.

In der App lässt sich zudem dynamisches Headtracking aktivieren, bei dem der Sound an die Kopfbewegung angepasst wird. Das heißt: Wenn ich meinen Kopf nach rechts drehe, kommen Musik und Filmsound eher von links, und umgekehrt. Das funktioniert ganz gut, war für mich im Test aber eher ein Gimmick als echter Mehrwert.

ANC, Aware-Modus und Soundbar-Integration

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Geräuschunterdrückung. Die Active Noise Cancellation (ANC) verrichtet einen hervorragenden Job, ich kann vor jeder Geräuschkulisse ungestört der Musik lauschen.

Nicht weniger gut ist der Aware-Modus, bei dem Geräusche von außen wahrgenommen werden können. Zugegeben, das ist eine Funktion, die ich eher weniger nutze, aber schön, dass sie optional zur Verfügung steht.

Der Ace kann aber noch mehr: Wer die Soundbar Sonos Arc besitzt, kann sie in der Sonos-App mit dem Kopfhörer verbinden. Dann lässt sich der Fernsehton per Tastendruck in der App oder langem Drücken der Multifunktionstaste darauf verschieben.

Das klingt auch in Filmen und Serien ohne dedizierte Surround-Unterstützung schon überraschend räumlich. Mit Dolby Atmos ist der Surround-Eindruck aber noch einmal besser.

Wie trägt sich der Sonos Ace?

Die Ohrpolster sind magnetisch und lassen sich leicht abnehmen. Die Ohrpolster sind magnetisch und lassen sich leicht abnehmen.

Mit Blick auf den Tragekomfort geht Sonos ebenfalls keine Kompromisse ein. Die Memoryschaum-Ohrpolster schmiegen sich angenehm an, der Bügel drückt nirgends - selbst mit Brille nicht.

Und auch nach mehrstündigem Tragen fallen die 312 Gramm Gewicht des Ace nicht auf.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Wenn es besonders heiß ist, können die Kunstleder-überzogenen Ohrpolster durchaus schweißtreibend sein.

Solltet ihr euch den Sonos Ace kaufen?

Der Sonos Ace lohnt sich für euch, wenn:

  • ihr Wert auf hohe Klangqualität legt.
  • ihr neben Musik auch Filme damit genießen und bereits eine passende Sonos Soundbar besitzt oder euch zulegen wollt.
  • ihr einen kompromisslosen Bluetooth-Kopfhörer sucht.
  • euch 500 Euro nicht zu viel sind.

Mögliche Alternativen zum Sonos Ace:

Jobs bei GS Tech Jobs bei GS Tech

  • Der B&W PX7 S2e, wenn ihr weniger Geld ausgeben wollt (kostet rund 300 Euro).
  • Der Sony WH-1000XM5, wenn ihr weniger Geld ausgeben wollt und gleichzeitig Wert auf einen besonders leichten Kopfhörer legt (kostet rund 330 Euro und wiegt 250 Gramm)
  • Die AirPods Max, wenn ihr eine native Einbindung ins Apple-Ökosystem schätzt (kosten rund 500 Euro).

Preis-Leistungs-Verhältnis: Der Preis von 500 Euro ist zwar nicht ohne, aber angesichts dessen, was der Ace zu leisten vermag, durchaus gerechtfertigt. Derart hohe Klangqualität hatte ich von einem Bluetooth-Kopfhörer nicht erwartet. Er ist zudem äußerst hochwertig verarbeitet und sitzt stets angenehm, ohne zu drücken. Sonos ist mit dem Ace der Einstieg ins Kopfhörersegment mit Bravour gelungen – Hut ab!

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