Was vor 20 Jahren noch Anwohnern und Eltern mit ohrenbetäubendem Lärm den letzten Nerv raubte, entpuppt sich heute als unerwartete Goldgrube.
In Spanien zahlen Käufer derzeit Höchstpreise für alte, meist stark getunte 49-Kubik-Motorroller, die Anfang der 2000er-Jahre das Kult-Gefährt der dortigen Jugendkultur waren.
Während der Markt für die Mopeds fast vollständig durch strengere Gesetze und Vorgaben zum Erliegen gekommen ist, erleben Klassiker wie die Yamaha Jog einen zweiten Frühling und wechseln auf Gebrauchtbörsen für bis zu 2.500 Euro den Besitzer – und damit teilweise mehr als sie damals frisch ab Werk gekostet haben.
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Das spanische Magazin Xataka berichtet, dass zwischen den 90er und 2000er Jahren Jugendliche ab dem Alter von 14 Jahren einen Führerschein für die 49-Kubik-Klasse erwerben konnten.
Bis zu 200.000 Mopeds wurden damals pro Jahr in Spanien verkauft. Modelle wie die Yamaha Jog und Aerox, Aprilia Sonic, Beta Ark oder Peugot Speedfight buhlten damals um die Gunst der Jugend.
Obwohl die gesetzliche Geschwindigkeit der Mopeds auf 45 Kilometer pro Stunde festgeschrieben war, war das Frisieren der motorisierten Zweiräder weitverbreitet. Vor allem größere Zylinder, Sportauspuffe und andere Vergaser standen laut des Berichts hoch im Kurs. Damit gelang es den Jugendlichen, die Geschwindigkeit deutlich auf das Doppelte oder sogar mehr zu erhöhen.
Zum Vergleich: Heutige 125-Kubik-Roller erreichen ab Werk eine Höchstgeschwindigkeit von rund 100 bis 130 Kilometern pro Stunde.
Starke Nachfrage in Spanien
Auf spanischen Verkaufsseiten für Motorräder und Autos sind die damaligen Roller stark gefragt und werden dort, je nach Zustand, Ausstattung und Grad des Tunings, teilweise über dem ursprünglichen Verkaufspreis angeboten und auch verkauft.
Neben nostalgischen Gründen sind die Mopeds mittlerweile auch zu Sammlerstücken geworden, auch wegen ihres Kultstatus.
Die 125-Kubik-Klasse hat die älteren Zweiräder fast vollständig aus dem Handel verdrängt. Auch elektrische Roller werden im Markt immer stärker nachgefragt. Heutzutage machen 49-Kubik-Mopeds nur noch einen kleinen Teil des Marktes aus.
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Die Ära, in der ohrenbetäubende Zweitakt-Roller das Straßenbild in Spanien dominierten, ist durch strenge Abgasnormen und sicherere 125er-Alternativen endgültig vorbei. Doch ihr Erbe lebt unübersehbar auf dem Gebrauchtmarkt weiter. Ironischerweise sind genau die Fahrzeuge, die damals als ein relativ billiges Rebellionssymbol galten, heutzutage zu exklusiven Liebhaberstücken geworden.
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