Im Zentrum der weltweiten Speicherkrise stehen die Knappheit von DRAM und die dadurch stark gestiegenen Preise. Die Suche nach den Schuldigen könnte nun eine ganz andere Richtung einschlagen.
Während bisher allgemein die Hardware-Gier der KI-Firmen verantwortlich gemacht wird, wirft eine neue Sammelklage den großen RAM-Herstellern eine Verschwörung vor.
Samsung, SK Hynix und Micron sollen an den Preisen gedreht haben
Knapp 90 Prozent des weltweiten RAM werden von drei Firmen hergestellt. Die beiden südkoreanischen Firmen Samsung, SK Hynix und Micron aus den USA haben nahezu den kompletten Markt unter sich aufgeteilt und gehören zu den größten Profiteuren der Krise.
Dass weltweit DRAM fehlt, liegt nämlich vor allem daran, dass die drei Firmen ihre Produktion im Zuge des KI-Hypes auf High Bandwidth Memory (HBM) fokussiert haben. HBM wird vor allem in Rechenzentren benötigt, von denen ja gerade unzählige aus dem Boden gestampft werden.
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Gemeinsam durch die Hardware Krise: Warum die RAM-Knappheit uns ALLE angeht
Angesichts der extremen Nachfrage erscheint es wirtschaftlich nur logisch, dass die großen Firmen sich auf HBM konzentriert haben. Eine neue Sammelklage vermutet dahinter allerdings mehr und wirft Samsung, SK Hynix und Micron illegale Absprachen vor. Laut der Klage sollen die Firmen:
»[...] das Angebot und die Preise für DRAMs festgesetzt und dabei Verhaltensweisen an den Tag gelegt [haben], die ohne Absprachen wirtschaftlich keinen Sinn ergeben und die den Preis für herkömmliche DRAMs [...] innerhalb von vier Jahren um etwa 700 Prozent in die Höhe getrieben haben.«
Pikant ist dabei, wie die Klage ebenfalls ausführt, dass Samsung, Hynix (der Vorgänger von SK Hynix) und Micron zwischen 1998 und 2002 schon einmal wegen Verschwörung vor Gericht standen. Samsung und Hynix bekannten sich dabei schuldig und zahlten Strafen in Höhe von insgesamt 485 Millionen US-Dollar.
Micron entging einer Strafe nur, weil das Unternehmen die Verschwörung selbst anzeigte und mit den Behörden kooperierte.
Aktuell ist völlig unklar, was aus der Sammelklage wird und ob es ausreichende Beweise für die schweren Vorwürfe gibt. Sollte die Klage erfolgreich sein, dürfte das die RAM-Hersteller ziemlich teuer zu stehen kommen und ihr Image unter Umständen beschädigen. Auch andere Unternehmen wie Valve, Sony oder Nintendo, die ihre Hardware-Preise stark anheben mussten, könnten im Falle einer Verurteilung versuchen, eigene Ansprüche geltend zu machen.
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