Wer gehofft hatte, dass die Speicherkrise durch eine erhöhte Produktion gelöst wird, dürfte enttäuscht werden

Die großen Halbleiterfirmen zögern bei Investitionen in die Produktionskapazitäten.

Die Preise für RAM steigen seit Monaten stark an. (Bild: Crucial) Die Preise für RAM steigen seit Monaten stark an. (Bild: Crucial)

Während PC-Spieler stark darunter leiden, gehören Halbleiterhersteller wie Samsung DS oder SK Hynix zu den größten Profiteuren der Speicherkrise. Trotz riesiger Gewinne sollen diese Firmen aber vor großen Investitionen zurückschrecken.

Angst vor Verlust ab 2028

Seit Herbst 2025 steigen die RAM-Preise weltweit stark an. Der KI-Boom der vergangenen Jahre hat zu einer stark erhöhten Nachfrage geführt. Zudem zahlen KI-Firmen deutlich höhere Summen, was sich auch auf den Endverbrauchermarkt auswirkt.

Halbleiterhersteller wie Samsung DS oder SK Hynix reiben sich im Angesicht von Rekordumsätzen die Hände. Die Angebote der KI-Branche sind dabei sogar so verlockend, dass etwa die neuen Samsung-Handys teurer werden, obwohl Samsung selbst zu den Herstellern gehört.

Der nächste logische Schritt scheint klar: Die Halbleiterhersteller bauen ihre Produktionsstätten massiv aus, lösen so die Knappheit und verdienen dabei noch mehr als aktuell schon. Ganz so einfach wird es aber wohl nicht laufen.

Video starten 39:01 3.000€ für eine Grafikkarte? Die Hardware-Krise ist zurück – und sie ist schlimmer!

Wie die südkoreanische Zeitung Chosun Daily berichtet, gibt es bei Samsung DS Bedenken ob einer solchen Investition. Demnach erwarte man, dass die Nachfrage 2028 wieder deutlich nachlassen wird. Ein Ausbau der Kapazitäten könnte so langfristig zu Verlusten führen.

Eine ganz ähnliche Erfahrung haben viele Tech-Firmen nach der Corona-Pandemie gemacht. Während der Pandemie gab es eine erhöhte Nachfrage etwa nach Home-Office-Lösungen und Rekordgewinne in der Spielebranche. Hinterher brach die Nachfrage ein, was zu Entlassungen und Verlusten führte.


Eine Lösung für die Lieferprobleme könnte auch DDR5-Speicher aus China sein. Ein YouTuber hat kürzlich entsprechende Modelle getestet und für überraschend gut befunden.


Dazu kommt, dass viele Hersteller derzeit noch dabei sind, ihre Produktionsstätten für modernste Technologien umzurüsten. Zukünftig können also so oder so mehr High-End-Produkte hergestellt werden, auch ohne das Errichten neuer Fabriken oder Anlagen.

Endnutzern bleibt letztlich nichts anderes übrig, als die Krise auszusitzen, so gut es eben geht. Wer nicht unbedingt aufrüsten muss, sollte damit noch warten, bis sich die Preise wieder normalisiert haben. Was auch immer das dann bedeutet.

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