Nehmen wir nur mal an, die Menschheit würde heute eine Enterprise bauen wollen. Was würde das kosten? Ein Problem, vor dem die postkapitalistische Welt von Star Trek nie stand, das in unserer Welt aber nur allzu real ist.
In Star Trek werden Schiffe der Sternenflotte in einer speziellen Werft namens Utopia Planitia im Mars-Orbit hergestellt. Da wir bisher aber nur ein paar Rover und Sonden auf dem roten Planeten haben (und einmal Matt Damon da vergessen haben), müssten wir eine Enterprise auf der Erde in Teilen fertigen und dann ins All schicken und sie wie die Internationale Raumstation zusammensetzen.
Vielleicht mit Leasing-Vertrag?
Captain Kirks Enterprise aus der Original-Serie ist 288 Meter lang, spätere Modelle wie die Enterprise-D von Captain Picard sind mehr als doppelt so lang. Um herauszufinden, was ein solches Schiff heute kosten würde, ist ein vergleichbares Bauvorhaben nötig.
Der Weg von Raumschiff zu einem Seefahrtschiff ist nicht weit, der beste Vergleich sind Flugzeugträger. Mit der »Gerald R. Ford«-Klasse liefert die US Navy nicht nur das mit 337 Metern längste Kriegsschiff, sondern auch das teuerste.
Die Träger dieser Klasse sind zwar etwas länger als die erste Enterprise, allerdings auch nicht so hoch. Eines dieser Schiffe kostet 13 Milliarden US-Dollar.
Eine Enterprise mit ähnlichen Größenverhältnissen würde vermutlich sogar noch mehr kosten - schließlich muss das Raumschiff nicht nur wasser-, sondern auch luftdicht sein.
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Star Trek: Eine der größten Niederlagen der Sternenflotte wird neu aufgerollt
Wie kommt das jetzt ins All?
Jetzt habt ihr für 13 Milliarden Euro den vermutlich größten Bausatz der Welt rumliegen und müsst das Ganze noch in den Orbit kriegen. Dafür braucht ihr eine Trägerrakete, wie eine Pegasus XL.
Wie eine US-Mission aus dem Jahr 2021 zeigt, kostet es etwa 40 Millionen US-Dollar, eine solche Rakete ins All zu bekommen. Die Traglast beträgt 450 Kilogramm. Immer noch ausgehend von unserem Flugzeugträger, der etwa 100.000 Tonnen wiegt, sind das 222.222 Raketenstarts à 40 Millionen US-Dollar.
Das macht dann Transportkosten von über 8,8 Billionen US-Dollar. Dazu kommen auch der Zusammenbau im All, eine Crew für das Schiff und die laufenden Kosten für die Versorgung und so weiter.
Falls ihr gut mit Elon Musk könnt, ist die Falcon Heavy von SpaceX die deutlich günstigere Variante. Laut Angaben von 2022 bringt diese Rakete pro Flug 26,7 Tonnen in den Orbit und das für etwa 97 Millionen US-Dollar. Es braucht dann 3.745 Flüge und ungefähr 363,3 Milliarden US-Dollar, um »eure Enterprise« in die Erdumlaufbahn zu bringen.
Da klingen die 13 Milliarden für den Bau ja fast wie ein Schnäppchen. Die Kosten für eine Enterprise wären also enorm. Natürlich existiert die für solches Projekt nötige Technologie noch überhaupt nicht, und da sind wir noch gar nicht beim Warp-Antrieb. Laut Star-Trek-Erfinder Gene Roddenberry haben wir dafür ja auch noch ein bisschen Zeit. Zefram Cochrane, der Erfinder des Warp-Antriebs, führt seinen Testflug, der zum ersten Kontakt mit den Vulkaniern führt, ja erst im Jahr 2063 durch.
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