Stell dir vor, du zahlst im Supermarkt mehr als andere, nachdem eine KI dich analysiert: Erstes Verbot dagegen in den USA ausgesprochen

Der US-Bundesstaat Maryland hat das erste Gesetzt verabschiedet, das »Überwachungspreise« im Supermarkt verbietet.

Technisch schwer umsetzbar, aber etwas, das in den USA Sorgen bereitet: personalisierte Preise im Supermarkt auf Basis von Überwachungsdaten (Bild: stock.adobe.com – Abubakar Muneer, Syda Productions) Technisch schwer umsetzbar, aber etwas, das in den USA Sorgen bereitet: personalisierte Preise im Supermarkt auf Basis von Überwachungsdaten (Bild: stock.adobe.com – Abubakar Muneer, Syda Productions)

In den USA sorgt aktuell ein neues Gesetz des Bundesstaates Maryland für Schlagzeilen.

Es wurde unter dem Titel Protection from Predatory Pricing Act verabschiedet, was übersetzt etwa Gesetz zum Schutz vor ausbeuterischer Preisgestaltung bedeutet (via goodnewsnetwork.org).

Worum geht es bei dem Gesetz?

  • Ziel der neuen Vorgaben ist das Verbot von personalisierten Preisen in Einzelhandelsgeschäften wie Supermärkten. Dabei könnten auf Basis der Erhebung und der Analyse von Kundendaten je nach Einkommen und so weiter unterschiedliche Preise verlangt werden.
  • Laut goodnewsnetwork.org spielt bei den wachsenden Sorgen vor diesem Surveillance Pricing (zu Deutsch etwa Überwachgunspreise) in den USA eine wichtige Rolle, dass große Händler wie Walmart mehr und mehr auf digitale Preisschilder setzen, die sich mithilfe von Prognosetechnologie sofort anpassen lassen, um Preise zu manipulieren und den Durchschnittsverbraucher zu benachteiligen.
  • Von dem Gesetz unberührt bleiben sollen Werbeangebote und Treueprogramme.

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Bereits im Januar äußerte sich Gouverneur Wes Moore folgendermaßen zu dem Thema:

In einer Zeit, in der die Einwohner Marylands bereits durch die steigenden Kosten für Lebensmittel, Wohnen und Dinge des täglichen Bedarfs finanziell stark belastet sind, müssen wir sicherstellen, dass neue Technologien nicht dazu genutzt werden, die Kosten für arbeitende Familien weiter in die Höhe zu treiben.

Lob und Kritik für das neue Gesetz

Während die mit der Stiftung Warentest vergleichbare Organisation Consumer Reports das grundsätzliche Anliegen des Gesetzes lobt, sieht sie die Bestimmungen nicht als ausreichend zum Schutz der Endkunden an.

Die Maryland Retail Alliance hat sich dagegen generell gegen das Gesetz ausgesprochen und für die Ergänzung zahlreicher Ausnahmen gesorgt, so goodnewsnetwork.org.

Zu den zentralen Bestimmungen des Gesetzes gehören die Folgenden:

  • Einzelhandelsgeschäfte dürften ihre Preise nur einmal pro Geschäftstag verändern.
  • Überwachungsdaten wie Kaufgewohnheiten, Herkunft und das Einkommen dürfen nicht dafür verwendet werden, unterschiedliche Kunden unterschiedliche Preise zahlen zu lassen.
  • Bei Verstößen gegen das Gesetz beträgt die erste Strafzahlung 10.000 US-Dollar, Folgestrafen kosten bis zu 25.000 US-Dollar.

Wie es weiter geht und die Lage bei uns

Das Gesetz tritt in Maryland am 01. Oktober 2026 in Kraft. Zahlreiche weitere Staaten sollen bereits ähnliche Gesetze planen, darunter Kalifornien, New Jersey und New York.

Was ist mit Deutschland?

  • Während dynamische Preise, die für alle gleichermaßen gelten, auch bei uns erlaubt sind (etwa ja nach aktueller Nachfrage oder Verfügbarkeit von Angeboten wie Uber-Fahrten oder Flugtickets), sieht es bei personalisierten Preisen anders aus.
  • So müssen Händler seit Mai 2022 explizit darauf hinweisen, wenn ein Preis auf Basis einer automatisierten Entscheidung personalisiert wird.
  • Außerdem verbietet Artikel 22 der DSGVO solche Entscheidungen, wenn sie eine erhebliche Beeinträchtigung darstellen (was im Falle einer Preiserhöhung juristisch gegeben sein kann).

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Was Kunden indes sowohl im deutschen als auch im US-amerikanischen Einzelhandel ein Stück weit vor personalisierten Preisen schützt: die schwierige technische Umsetzung.

Schließlich können verschiedene Kunden gleichzeitig dasselbe digitale Preisschild betrachten, und bezahlt wird (noch) erst an der Kasse.

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