Geburt eines Monsters: Forscher wollen Rätsel um das extremste Objekt im Universum gelöst haben

Ein ungewöhnliches Signal im Licht der Supernova stützt eine Theorie, nach der ihre enorme Energie von einem jungen Magnetar angetrieben wird.

Eine künstlerische Darstellung einer Supernova samt entstehenden Magnetar und Akkretionsscheibe. (Bildquelle: Adobe Firefly, KI-generiert; Prompt: Alexander Köpf) Eine künstlerische Darstellung einer Supernova samt entstehenden Magnetar und Akkretionsscheibe. (Bildquelle: Adobe Firefly, KI-generiert; Prompt: Alexander Köpf)

Astronominnen und Astronomen haben offenbar den bislang stärksten Hinweis auf etwas gefunden, wonach sie seit Jahren suchen: Sie konnten die Entstehung eines Magnetars womöglich erstmals direkt in den Daten einer Sternexplosion verfolgen.

Im Zentrum der Beobachtung steht dabei die superluminöse (superleuchtkräftige) Supernova SN 2024afav, deren Lichtkurve ein ungewöhnliches Muster aufweist. Die Ergebnisse wurden am 11. März 2026 im Fachjournal Nature veröffentlicht.

Warum das so besonders ist

Magnetare sind schnell rotierende Neutronensterne mit gewaltigen Magnetfeldern. Neutronensterne wiederum sind die Überbleibsel massereicher Sterne nach einer Supernova. Sie haben einen Durchmesser von rund 20 bis 27 Kilometern, enthalten aber deutlich mehr Masse als unsere Sonne und gehören damit zu den dichtesten bekannten Objekten im Universum.

Seit Jahren gelten Magnetare deshalb als heiße Kandidaten, um die enorme Energie superleuchtkräftiger Supernovae zu erklären.

Denn diese Explosionen strahlen mindestens zehnmal heller als gewöhnliche Supernovae, manchmal sogar noch deutlich stärker.

Video starten 2:13 Wir zerstören das Sonnensystem und entfesseln eine gigantische Supernova in Universe Sandbox

Das Problem dabei: Ein klarer Beleg dafür, dass sich in ihrem Inneren tatsächlich ein Magnetar bildet und die Explosion antreibt, fehlte bislang.

Zugleich gibt es in der Forschung schon länger einen konkurrierenden Erklärungsansatz, wonach zumindest manche dieser extrem hellen Explosionen vor allem durch Wechselwirkungen mit umgebendem Gas angetrieben werden.

Eine Lichtkurve mit eigenartigem Muster

Die Supernova SN 2024afav wurde im Dezember 2024 entdeckt und seither mehr als 200 Tage lang mit einem weltweiten Netzwerk an Observatorien verfolgt.

In den Messdaten fanden Forschende neben der außergewöhnlichen maximalen Helligkeit auch noch vier weitere auffällige Wellen in der Lichtkurve. Entscheidend war dabei nicht ihre bloße Existenz, sondern ihr zeitlicher Abstand. Die Wellenberge rückten immer näher zusammen.

Es entstand also ein Chirp, ein Signal mit steigender Frequenz. Ein derartiges Muster war bis dahin in einer Supernova nicht beobachtet worden.

Die Erklärung führt zu Einstein

Das Forschungsteam deutet dieses Muster als Folge eines neugeborenen Magnetars, um den sich nach der Explosion eine verkippte Scheibe aus zurückfallendem Material bildet – eine sogenannte Akkretionsscheibe.

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Hier kommt Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie ins Spiel.

Denn ein schnell rotierendes kompaktes Objekt wie ein Magnetar reißt, vereinfacht gesagt, die Raumzeit mit sich. Genau dadurch beginnt die Scheibe zu taumeln – ein Effekt, den Astronomen als Lense-Thirring-Präzession bezeichnen.

Durch dieses Taumeln schirmt die Scheibe das ausgehende Licht zeitweise ab oder lenkt es um. Und weil das Material mit der Zeit weiter nach innen wandert, nimmt auch die Geschwindigkeit des Taumelns zu. Die Helligkeitsschwankungen werden deshalb immer schneller.

Genau dieses Verhalten passt laut den Forschenden am besten zu den beobachteten Lichtkurven.

Andere Erklärungsansätze, die auf einfachere physikalische Modelle setzen, konnten das demnach nicht so gut reproduzieren. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass alle Alternativen vom Tisch sind. Es heißt zunächst nur, dass die relativistische Sichtweise auf die potenzielle Geburt des Magnetars derzeit am besten zu den Daten passt.

Ein Stern mit extremen Eigenschaften

Aus den Messreihen leiten die Wissenschaftler zudem einige für Magnetare typische Eigenschaften ab:

So soll sich der junge Neutronenstern etwa alle 4,2 Millisekunden um die eigene Achse drehen und ein Magnetfeld besitzen, das rund 300 Billionen Mal stärker ist als das der Erde.

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Ein lange vermuteter Zusammenhang

Die jüngsten Beobachtungen stützen damit eine Theorie, die bereits im Jahr 2010 vorgeschlagen wurde: dass superleuchtkräftige Supernovae zumindest teilweise von Magnetaren angetrieben werden.

Ganz beendet ist die Debatte damit allerdings noch nicht.

Zwar ist das Signal von SN 2024afav der bislang stärkste Hinweis darauf, dass Astronomen hier tatsächlich die Entstehung eines Magnetars beobachtet haben könnten. Gleichzeitig betonen Forschende, dass andere vergleichbare Explosionen weiterhin durch starke Wechselwirkungen mit umgebendem Gas erklärt werden könnten.

Gerade das macht den Fall von SN 2024afav so bemerkenswert.

Denn hier wurde womöglich nicht einfach nur eine besonders helle Supernova vermessen, sondern ein physikalischer Prozess sichtbar, der bislang vor allem theoretisch beschrieben wurde: die Geburt eines der extremsten Objekte im Universum.

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