Der Switchbot-Standventilator ist smart, sparsam und akkubetrieben – doch eine Kleinigkeit nervt mich seit Wochen

Akku, App-Steuerung und ein Modus, der echten Wind nachahmt: Der SwitchBot Standventilator hat mich in vielem überzeugt – doch perfekt ist er nicht.

Der Switchbot-Standventilator bietet unter anderem eine Beleuchtung. Der Switchbot-Standventilator bietet unter anderem eine Beleuchtung.

Diesen Sommer mussten wir schon ein paar Hitzewellen durchstehen, eine weitere soll im September folgen. Daher habe ich mir ein Ziel gesetzt: Ich will den besten Ventilator 2026 finden.

Nach dem Meaco Sefte 10 Pro und dem Dreo TurboCool 516S habe ich mir den nächsten Luftverwirbler geschnappt: der smarten Standventilator von Switchbot.

Die Marke ist vor allem für kleine Smart-Home-Gadgets – Schalter-Roboter, Sensoren, zuletzt auch Luftreiniger und Luftbefeuchter. Alle Produkte haben meiner Meinung nach eines gemeinsam: ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Das trifft auch auf den Standventilator zu. Er ist flexibel in der Höhe verstellbar, dank Akku flexibel im Einsatz und lässt sich dank Matter-Support bei Bedarf mit Handy oder Sprache steuern. Doch eine kleine Sache hat mich dennoch genervt.

Was ist der SwitchBot Standventilator für ein Gerät?

Der Switchbot-Ventilator in der höchsten Höhe mit eingeschaltetem Licht. Der Switchbot-Ventilator in der höchsten Höhe mit eingeschaltetem Licht.

Für einen offiziellen Preis von 130 Euro bekommt ihr einen Umwälzventilator mit Akku, App-Steuerung, Fernbedienung und drei Höhenpositionen zwischen 47 und 100 Zentimetern.

Aufgebaut ist er in wenigen Minuten: Ihr dreht den Kopf wahlweise mit mehreren Verlängerungsstangen auf den Sockel, schaltet den Powerknopf an und ladet den Akku auf. Hier gibt es keinen separaten Standfuß für den Tischmodus – ihr passt euch die Höhe mit den Steckverbindungen selbst an.

Der Kopf lässt sich horizontal bis 90 Grad und vertikal bis 100 Grad schwenken, dazu kommen neun feste Geschwindigkeitsstufen, die sich in der App noch feiner zwischen 1 und 100 Prozent regeln lassen.

Insgesamt bietet das Gerät vier Modi – darunter einen besonders leisen Baby-Modus für die niedrigste Stufe und einen Natural-Modus mit dem Blatt-Symbol, zu dem ich später noch komme. Laut Hersteller schafft er einen Luftstrom von bis zu 9,15 Kubikmetern pro Minute mit einer Reichweite von rund 27 Metern.

Aber Vorsicht beim Preis: Der Marktpreis schwankt stark. Vor der Hitzewelle gab es ihn für rund 90 Euro bei Amazon, aktuell rufen einige Händler wie Kaufland über 200 Euro auf. Hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Die Front überzeugt durch eine schlichte Holzoptik. Die Front überzeugt durch eine schlichte Holzoptik.

Leicht, clean, und mit einem Modus, der Wind nachahmt

Mit 3,4 Kilogramm ist der SwitchBot spürbar leichter als der Sefte 10 Pro von Meaco und lässt sich entsprechend mühelos durch die Wohnung tragen. Klar, er ist ja auch deutlich kleiner, der Kopf hat einen Durchmesser von ca. 28 Zentimetern.

Das Design ist schlicht und clean, ohne unnötigen Schnickschnack – bis auf das kleine Nachtlicht am Kopf, das man bei einem Ventilator nicht erwarten würde, aber wirklich gut aussieht. Es lässt sich in zwei Helligkeitsstufen dimmen und sorgt so für eine angenehme Beleuchtung.

Das warme Licht sorgt für eine angenehme Beleuchtung bei Dunkelheit. Das warme Licht sorgt für eine angenehme Beleuchtung bei Dunkelheit.

Mein persönliches Highlight ist aber ein anderes Feature: der Modus mit dem Blatt-Symbol, der die Luftbewegung nicht konstant, sondern variierend simuliert. Mal ein bisschen stärker, mal schwächer, fast wie eine echte Brise. Das fühlt sich im Alltag deutlich angenehmer an als der immer gleiche Luftstrom, den die meisten Ventilatoren liefern.

Aufbau, App und Fernsteuerung

Was mir richtig gut gefällt: Das Verlängern oder Kürzen des Standfußes ist unkompliziert über Schraubverbindungen gelöst. Die beiden Verlängerungsstangen werden einfach angeschraubt, der elektrische Kontakt zwischen den Segmenten stellt sich dabei automatisch her – deutlich komfortabler, als ich erwartet hatte.

Die Verbindungen lassen sich einfach zusammenschrauben. Die Verbindungen lassen sich einfach zusammenschrauben.

In der SwitchBot-App lässt sich außerdem einiges mehr einstellen, etwa Zeitpläne, die sich automatisch ausführen lassen. Zudem könnt ihr, einen Matter-fähigen Hub vorausgesetzt, den Ventilator per Handy oder Sprache steuern, allerdings nur an oder aus.

Wer aber auf Apple Home oder Alexa-Sprachbefehle für Feinsteuerung hofft, wird enttäuscht. Dabei ist doch gerade die Kopplung ans eigene Smart Home das, was den Switchbot-Ventilator von nicht-smarten Geräten absetzt.

Weniger gut gelöst ist die Halterung der Fernbedienung. Sie haftet magnetisch an der Rückseite des Ventilatorkopfes, was grundsätzlich praktisch ist und nicht jedes Modell bietet. Aber trotz einer kleinen Mulde zum Herausnehmen ist das im Alltag ziemlich fummelig. Beim Meaco Sefte 10 Pro ist das eleganter gelöst: Dort haftet die Fernbedienung einfach an der Front und lässt sich mit einem Griff abnehmen.

Sparsam und leise – und eine nervende Kleinigkeit

Beim Stromverbrauch ist der Switchbot beeindruckend genügsam: Laut Messungen von heise zieht er auf niedrigster Stufe nur rund 1 Watt, selbst auf der höchsten Stufe sind es kaum mehr als 12 Watt.

Bei der Lautstärke habe ich selbst nachgemessen: Mit der Apple Watch Series 7 aus einem Meter Entfernung und außerhalb des direkten Luftstroms, der es nochmal spürbar lauter macht. Auf Stufe 1 komme ich auf rund 33 Dezibel (angenehm leise), auf Stufe 9 auf etwa 57 Dezibel (deutlich hörbar).

Der Switchbot-Ventilator in der Tischvariante. Der Switchbot-Ventilator in der Tischvariante.

Was mich aber seit Wochen nervt: Das horizontale Schwenken klemmt bei meinem Exemplar gelegentlich, sodass ich den Kopf manuell anstoßen oder etwas nachhelfen muss. Gerade ärgerlich, weil man den Ventilator eigentlich fast immer mit aktivierter Schwenkfunktion nutzen möchte.

Möglich, dass das exemplarspezifisch ist, ganz allein stehe ich damit aber offenbar nicht da: Switchbot hat einen eigenen Support-Artikel, der sich ausschließlich mit genau diesem Symptom beschäftigt.

Ein zweiter, kleinerer Kritikpunkt: Wechsle ich in den Nachtmodus (das Mond-Symbol), würde ich erwarten, dass sich die Display-Beleuchtung automatisch mit abschaltet. Tut sie aber nicht – dafür muss ich extra in die App und die Displaybeleuchtung manuell ausschalten. Funktioniert dann zwar zuverlässig, ist aber ein Schritt zu viel für etwas, das eigentlich automatisch passieren sollte.

Im Nachtmodus schaltet sich das Display nicht automatisch ab. Im Nachtmodus schaltet sich das Display nicht automatisch ab.

So lange hält der Akku

Die Akkulaufzeit kann sich sehen lassen: Auf Stufe 3 mit aktivierter seitlicher Schwenkung hält der Akku bei mir zuverlässig um die zehn Stunden durch. Für eine ganze Nacht oder einen langen Homeoffice-Tag reicht das locker.

Auf niedrigerer Stufe und ohne Oszillation hält der Akku entsprechend länger durch, bis der wieder an die Strippe muss.

Was mir sonst noch aufgefallen ist

  • Verarbeitung wirkt, verglichen mit dem deutlich teureren Sefte 10 Pro, spürbar günstiger – wofür man aber auch weniger bezahlt.
  • Für große Wohnzimmer ist die Luftleistung eher knapp bemessen – als Schlafzimmer- oder Homeoffice-Ventilator ist er im Vorteil.
SwitchBot smarter Standventilator
SwitchBot smarter Standventilator
Drei Höhen, neun Stufen und ein komplett dreh- und schwenkbarer Kopf – abgerundet von Matter-Kompatibilität im Smart Home.
Xiaomi smarter Standventilator 2
Xiaomi smarter Standventilator 2
Zusammenbau in zwei verschiedenen Höhen und Einstellung der Lüftergeschwindigkeit in vier Stufen – dabei leiser als 58 dB.

Alternativen

Wer schon meine anderen beiden Tests gelesen hat, kennt die Kandidaten: Der Meaco Sefte 10 Pro (rund 200 Euro) ist hochwertiger verarbeitet und hält den Akku länger durch, hat aber keinerlei Smart-Home-Anbindung. Der Dreo TurboCool 516S (rund 100 Euro) punktet mit aktiver Nebelkühlung, hat aber keinen Akku und kein Matter.

Wer Wert auf ein hochwertigeres Gehäuse legt und auf den Akku verzichten kann, sollte sich zudem den Xiaomi Mi Standing Fan 2 ansehen. Und wer unbedingt Akku und Nebelkühlung kombinieren möchte, landet meist beim spürbar teureren Shark FlexBreeze Pro Mist.

Fazit

Der SwitchBot Standventilator ist nicht der hochwertigste, nicht der leiseste auf voller Stufe und aktuell, je nach Händler, auch nicht mehr der günstigste Ventilator. Aber er ist extrem sparsam, angenehm flexibel, bietet eine schöne Lichtfunktion als nettes Extra und trotz der Matter-Einschränkungen einige smarte Funktionen.

Für 100 Euro ist das ein wirklich rundes Paket aus Akku, Höhenverstellung und cleverer App-Steuerung – die klemmende Oszillation und der Nachtlicht-Bug trüben das Bild aber etwas.

Mein Rat: Wer gerade nicht akut schwitzt, wartet den Preis ab und schaut, ob er wieder in Richtung 90 bis 100 Euro fällt. Dann macht man mit diesem Ventilator wenig falsch.


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