Um Identitätsfälschung zu bekämpfen, werden unerwünschte Anrufe in Frankreich ab dem 1. Januar als »unterdrückte Nummern« angezeigt

Unser Nachbarland reagiert damit auf die steigende Zahl an Betrugsanrufen.

Ab dem 1. Januar werden in Frankreich deutlich mehr Menschen Anrufe von unterdrückten Nummern erhalten – aber das ist besser so. (Bildquelle: Antonioguillem - stock.adobe.com) Ab dem 1. Januar werden in Frankreich deutlich mehr Menschen Anrufe von unterdrückten Nummern erhalten – aber das ist besser so. (Bildquelle: Antonioguillem - stock.adobe.com)

Frankreich reagiert auf eine starke Zunahme von Telefonnummern-Spoofing: Seit Januar 2025 gingen über 18.000 Beschwerden bei der Arcep ein. Betrüger nutzen dabei echt wirkende Rufnummern, um Vertrauen zu wecken. Trotz bestehender Authentifizierungsmaßnahmen finden Kriminelle weiterhin Wege, um sie zu umgehen.

Die Arcep, eine französische Behörde für die Regulierung von Telekommunikation, führt deshalb mehrere neue Vorgaben ein, die größtenteils ab dem 1. Januar 2026 greifen.

Maskierung nicht-authentifizierter internationaler Anrufe

Das Problem: Obwohl viele Betrugsanrufe aus dem Ausland kommen, nutzen nicht wenige davon inländische Nummern. Da legitime Roaming-Anrufe aus dem Ausland schwer davon zu unterscheiden sind, können diese Spoofing-Anrufe oft nicht gefiltert werden.

Frankreichs Lösung:

  • Internationale Anrufe mit französischen Mobilnummern, deren Authentizität nicht bestätigt werden kann, werden künftig als unbekannte Anrufer angezeigt.
  • Das schützt sowohl Empfänger der Spam-/Betrugs-Anrufen als auch die Besitzer der missbrauchten Nummern.
  • Alle Betreiber sollen bald vollständig auf die neuen Roaming-Authentifizierungsprotokolle umstellen, damit die Zuordnung eindeutig möglich ist.

Um Fehlzuordnungen und Missbrauch zu verhindern: Rufnummern dürfen von Betreibern mindestens 45 Tage lang nicht neu vergeben werden, nachdem sie deaktiviert wurden. In diesem Zeitraum können ursprüngliche Nutzer die Nummer zurückfordern.

Wie diese Maßnahme gegen Betrug und Spam helfen soll: Viele Menschen reagieren bereits heute misstrauisch, wenn eine ihnen unbekannte Nummer anruft. Wenn künftig deutlich häufiger »unterdrückte Nummer« angezeigt wird, könnte das aus Verbrauchersicht paradoxerweise für mehr Klarheit sorgen. Statt einer scheinbar vertrauenswürdigen französischen Mobilnummer sehen Nutzerinnen und Nutzer sofort, dass der Ursprung des Anrufs nicht verifiziert wurde.

Das senkt die Chance, dass Betrüger mit gefälschten Identitäten erfolgreich sind. Ein großer Teil der aktuellen Spoofing-Maschen funktioniert nur deshalb, weil echte oder echt wirkende Mobilnummern angezeigt werden, was Glaubwürdigkeit erzeugt. Wenn diese gefälschten Nummern künftig verschwinden, verlieren viele Betrugsversuche ihren wichtigsten Trick: den Eindruck von Seriosität.

Auch die Besitzer der missbrauchten Nummern werden entlastet: Bislang wurden sie oft von verärgerten Menschen zurückgerufen, die dachten, der Betrugsanruf käme von ihnen. Dass ihre Nummer im Ausland künftig nicht mehr angezeigt wird, schützt sie und reduziert solche Rückfragen.

Warum diese Entscheidung über Frankreich hinaus wichtig sein könnte

Die technische Grundlage, eine zuverlässige Authentifizierung der Anrufer-ID über alle Netze hinweg, wird in Europa bereits ausgebaut. 

Frankreich ist eines der ersten EU-Länder, das so eine Maßnahme zur Maskierung nicht-authentifizierter internationaler Anrufe einführt. Angesichts der wachsenden Zahl an Beschwerden in vielen EU-Staaten ist es durchaus denkbar, dass diese Lösung als Vorbild dient.

Wenn Frankreich mit dieser Entscheidung positive Effekte erzielt, etwa sinkende Betrugsfälle oder weniger Beschwerden, könnte das andere Regulierungsbehörden motivieren, ähnliche Vorgaben einzuführen.

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