Mit der Zowie U2 richtet sich BenQ nicht etwa an Fans der irischen Popband U2, sondern an professionelle Spieler.
Für mich als langjährige Testerin von Gaming-Peripherie das Besondere: Die E-Sports-Maus verzichtet komplett auf eine Software. Das ist 2024 für eine kabellose Gaming-Maus in dieser Preiskategorie (150 Euro) schon einigermaßen ungewöhnlich.
Im Test wollte ich wissen, ob die vorprogrammierten Profile für E-Sport-Titel wie Counter-Strike 2 ausreichen oder ob es nicht vielleicht doch sinnvoll gewesen wäre, Anpassungsoptionen via Software bereitzustellen.
Transparenzhinweis: BenQ hat mir die Zowie U2 für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Inhalt und Optik
Die Maus kommt in einem schwarzen, edlen Hartkartonschächtelchen, das sofort deutlich macht, dass hier drin keine 50- oder 100-Euro-Maus verpackt ist. Beim Unboxing blieb der positive Ersteindruck erhalten:
Wir bekommen neben massig Zubehör, wie zwei unterschiedlich ummantelten USB-A-nach USB-C-Kabeln, auch einen Dongle und – mein persönliches Highlight – einen Enhanced Receiver. Auf den komme ich noch einmal zu sprechen.
Die Zowie U2 ist makellos verarbeitet und schlicht. Auf der matt-schwarzen Oberfläche prangt in Rot das Zowie-Logo. Allerdings ist sie auch anfällig für Fingerabdrücke.
RGB-Beleuchtung hat die Maus nicht, was typisch bei leistungsorientierten Gaming-Mäusen ist. Ebenfalls typisch in dem Bereich: Sämtliche Umschalter befinden sich auf der Unterseite.
Spezifikationen
- Sensor: PMW 3395
- Verbindung: Kabellos via 2,4 GHz-Funk (Dongle oder Enhanced Receiver) oder mit Kabel
- Abtastrate: 125 / 500 / 1000 Hz
- DPI: 400, 800, 1000, 1200, 1600, 3200
- Akkulaufzeit: 70 Stunden (Herstellerangabe, die wir bestätigen können)
- Software/Treiber: Keine
- Beleuchtung: Nein, aber LED-Indikatoren für Modi und Batterie
- Gewicht: 60 Gramm
Preis und Verfügbarkeit
- Release: 12. Januar 2024
- Preis: 149 Euro (UVP)
So habe ich getestet
Ich hatte die BenQ Zowie U2 ungefähr sechs Wochen lang im Einsatz. Während dieser Zeit habe ich mit der Maus acht Stunden täglich meine Büroarbeit erledigt und nach Feierabend sowie an den Wochenenden gespielt. Darunter waren viele kleinere Point and Click-Indie-Titel, der Shooter Metal: Hellsinger) und ein paar Runden in Counter-Strike 2.
Alle Einstellungen ohne Software
Ich war im Test überrascht, wie viele Anpassungen ich ganz ohne Software vornehmen kann. Nur wenige Hersteller von Hochleistungsmäusen lassen das 2024 überhaupt noch zu.
Bei der Zowie U2 aber können wir problemlos über verschiedene Schalter auf der Unterseite den Verbindungsmodus, die DPI sechsstufig, die Polling-Rate dreistufig sowie die Klickreaktionszeit und die Lift-of-Distance ändern.
Wie spielt es sich denn nun?
Gut, doch zunächst ungewohnt. Die Form ist ziemlich speziell, aber fantastisch durchdacht. Insbesondere die Daumenseite sticht bei näherer Betrachtung hervor. Hier finden wir eine zur Mitte hin tiefer werdende Einbuchtung. Das Besondere hierbei ist nicht die abgeflachte Kurve selbst, sondern wie die beiden Daumentasten dort integriert sind.
Sie liegen nicht, wie bei vielen anderen Gaming-Mäusen, einfach nur auf der gebogenen Fläche, sondern winden sich leicht nach unten geneigt mit ihr und sind selbst abgerundet. Dadurch gleitet der Daumen ohne Nachgreifen zu den Tasten.
Das Gameplay fühlt sich mit der Maus angenehm flüssig an. Einzig bei den sechs vordefinierten DPI-Stufen hätte ich mir vielleicht noch die ein oder andere Zwischenstufe gewünscht. Beim Counter-Strike-Spielen wechselte ich immer wieder zwischen zwei DPI-Stufen und war mit beiden nicht so ganz zufrieden – immerhin aber auch ein Problem, dass sich über die Einstellungen lösen lässt.
Apropos DPI: Unabhängig davon, wie viele E-Sportler es tatsächlich benutzen: der Standard an Höchst-DPI bei Gaming-Mäusen liegt inzwischen bei 16.000. Die wenigsten hantieren jedoch mit derartigen Werten herum.
Die BenQ Zowie U2 ist sehr angenehm geformt und konzentriert sich im Design aufs Wesentliche. Schnörkellos und ohne RGB.
Aber wo wir schon bei Standards sind: Was professionelle Spieler unter Umständen kritisieren könnten, ist die Polling-Rate. Diese liegt nur
bei 1.000 Hertz. Auch hier gilt: Für eine stinknormale Gaming-Maus ist das vollkommen ausreichend. High-End-Gaming bewegt sich aber inzwischen bei Werten mit bis zu 8.000 Hz, wie einer unserer letzten Tests zeigt:
Wer im Clawgrip spielt, wird die symmetrische Ergonomie lieben. Für mich als Fingertip-Grip-Spielerin mit mittelgroßen Händen ist der Maushintern aber manchmal etwas zu voluminös geraten. Beim langsamen Scrollen fiel mir außerdem ein minimales Kratzen im Mausrad auf.
Der Enhanced Receiver
Die Zowie U2 kann sowohl mit einem gewöhnlichen USB-Dongle, als auch mit dem beiliegenden Enhanced Receiver kabellos verbunden werden.
Anders als beim Dongle soll mit letzterem ein richtungsabhängiger und somit zuverlässigerer Empfang gewährleistet werden. Der ist nach vorne gerichtet und nicht in einem Radius um das Gerät herum.
Ob die Optimierung des Funksignals sich in der Praxis auch wirklich bewährt, lässt sich schlecht beurteilen. Was damit aber funktionieren dürfte, ist eine bessere Abschottung anderer Funksignale.
Zudem äußerst praktisch: Der Receiver kann auch als Ladestation benutzt werden. Wenn man die Maus jedes Mal dort anlegt, wenn man mal aufsteht, hält der Akku quasi unbegrenzt.
Solltet ihr euch die BenQ Zowie U2 kaufen?
Die BenQ Zowie U2 lohnt sich für euch, wenn ...
- ihr eine stabile Maus mit ordentlichen Spezifikationen sucht, die auf Überflüssiges verzichtet
- ihr viele verschiedene kabellose Geräte gleichzeitig auf eurem Schreibtisch benutzt
- wenn ihr den Lieferumfang mit Extras wie dem Enhanced Receiver, der auch laden kann, zu schätzen wisst
Mögliche Alternativen zur BenQ Zowie U2
- Logitech G Pro X Superlight 2, wenn ihr eine Maus mit ähnlichen Spezifikationen sucht, bei der weitere Anpassungen via Software möglich sind
- Razer Viper V3 Pro, wenn ihr eine noch leistungsstärkere Maus sucht und Geld keine Rolle spielt
Weitere Gaming-Mäuse findet ihr in unserer großen Kaufberatung:
Preis-Leistung: Die BenQ Zowie U2 macht alles richtig, worauf es ankommt. Auch wenn eine Software gegebenenfalls noch mehr Einstellungen und eigene Profile zugelassen hätte, beweist die Maus, dass es grundsätzlich auch wunderbar ohne funktionieren kann. Die Qualität überzeugt bis auf das leicht kratzige Mausrad durchweg. In Anbetracht dessen und des Lieferumfangs ist der Preis für die Maus angemessen.

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