»Sagt mir, warum es nicht funktionieren würde!« - Tiktoker fragt, warum wir unseren Müll nicht in Vulkane werfen und bekommt extrem detaillierte Antwort

Gute Idee oder doch eher Fantasie? Ein Mann zeigt es euch.

Wassermelonenschalen, Zeitungspapier und so viel mehr: Passt das alles in unsere Vulkane? (Bild: Adobe Stock David Epsy) Wassermelonenschalen, Zeitungspapier und so viel mehr: Passt das alles in unsere Vulkane? (Bild: Adobe Stock David Epsy)

Die Menschheit braucht gute und simple Ideen, um mit zukünftigen oder gegenwärtigen Problemen umzugehen, richtig? Dasselbe dachte sich wohl auch der Tiktoker, der ein Video veröffentlichte und eine ernsthafte Frage stellte:

Wenn wir so viel Müll auf der Erde haben, warum werfen wir das nicht in einen Vukan. Sagt mir, warum das nicht funktionieren würde.

Den ganzen Müll einfach in einen Vulkan werfen – klingt nach einer simplen Lösung für ein komplexes Problem. Doch würde das funktionieren?

Ein TikToker mit dem Namen learnwithsherlock erklärt ganz genau, was es mit dieser Idee auf sich hat und ob es funktionieren würde. Dazu geht er ins kleinste Detail und stellt diverse Berechnungen an, die wir euch hier zusammenfassen.

Die erschreckende Dimension unseres Müllproblems

Die Zahlen sind ernüchternd: Die Menschheit produziert jährlich 2,01 Milliarden Tonnen kommunalen Abfall. Das entspricht einem Volumen von etwa 6,7 Kubikkilometern – eine Menge, die man sich kaum vorstellen kann.

Zum Vergleich: Diese Müllmenge würde einen Würfel mit einer Kantenlänge von fast zwei Kilometern füllen. Jahr für Jahr.

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Weltweit gibt es nur etwa 15.000 aktive Vulkane. Doch wer an diese Lösung denkt, meint eigentlich Schildvulkane mit offenen Lavaseen. Das schränkt die Auswahl drastisch ein. Im TikTok-Video werden die aussichtsreichsten Kandidaten genannt:

  • Mount Nyiragongo in der Demokratischen Republik Kongo
  • Kilauea auf Hawaii
  • Erta Ale in Äthiopien
  • Masaya in Nicaragua

Der Mount Nyiragongo gilt als vielversprechendster Kandidat. Mit einem Durchmesser von 800 Metern und einer Tiefe von 250 Metern beträgt sein Kratervolumen 0,126 Kubikkilometer – das sind weniger als zwei Prozent des jährlichen weltweiten Müllaufkommens.

Selbst lokale Entsorgung würde scheitern

Das Video rechnet beispielhaft mit der Stadt Goma vor, die in der Nähe des Nyiragongo liegt. Die Millionenstadt produziert täglich rund 700 Tonnen Müll. Bei einer Dichte von 250 kg/m³ entspricht das etwa 28 Kubikmetern pro Tag.

Theoretisch könnte der Krater den Müll von Goma für 123 Jahre aufnehmen. Doch diese Rechnung berücksichtigt einen entscheidenden Faktor nicht: Wasser.

Wasser macht die Rechnung zunichte: Ein Großteil unseres Mülls besteht aus Wasser. Lebensmittelabfälle enthalten 50 bis 70 Prozent Wasser, Plastik und Gummi nur etwa zwei Prozent. Im Beispiel Goma liegt der durchschnittliche Wasseranteil bei 60 Prozent.

Das bedeutet: Täglich müssten 420.000 Kilogramm Wasser verdampft werden. Dafür wären etwa ein Terajoule Energie pro Tag nötig.

Die Energie-Bilanz stimmt nicht

Die Lava liefert nur 1,7 Gigajoule pro Kubikmeter. Um das Wasser im Müll zu verdampfen, müsste man täglich 630 Kubikmeter Lava verbrauchen.

Das hätte fatale Folgen: Auf dem Lavasee würde sich eine Kruste bilden, die ihn unbrauchbar macht. Das System würde sich selbst zerstören.

Mülltrennung und Recycling bleibt die erste Wahl

Das TikTok-Video von learnwithsherlock zeigt eindrucksvoll, warum die Müll-in-den-Vulkan-Idee nicht funktioniert. Es fehlt an Platz, Energie und den richtigen physikalischen Bedingungen.

Selbst wenn wir alle logistischen und sicherheitstechnischen Hürden überwinden könnten – die Physik macht uns einen Strich durch die Rechnung. Unser Müllproblem braucht andere, weniger spektakuläre Lösungen: Recycling, Müllvermeidung und nachhaltige Kreislaufwirtschaft.

Vulkane bleiben das, was sie sind: beeindruckende Naturphänomene – aber keine Mülleimer.

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