In der chinesischen Fassung des australischen Horrorfilms »Together« wurde ein schwules Paar mithilfe von KI in ein heterosexuelles Paar verwandelt.
Darum ist das wichtig: In China werden queere Inhalte zunehmend zensiert. Durch Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz und maschinellen Lernens wird das immer einfacher, wie dieser Fall zeigt. Er macht deutlich, wie KI nicht nur kreativ eingesetzt werden kann, sondern auch von autoritären Regierungen zur Unterdrückung von Menschen und anderer Meinungen genutzt wird.
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Im Detail: In dem Thriller mit Dave Franco und Alison Brie wurde das Gesicht eines Mannes, der Teil einer gleichgeschlechtlichen Beziehung ist, durch das einer Frau ersetzt. Dabei kam offensichtlich KI zum Einsatz.
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Die Veränderung fiel in sozialen Netzwerken durch direkte Vergleiche mit dem Original auf und sorgte sofort für Kritik und Diskussionen. Zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer warfen den Verantwortlichen vor, gezielt queere Repräsentation auszulöschen.
Homosexualität in China: Zwar wurde Homosexualität 1997 entkriminalisiert und 2001 von der Liste psychischer Krankheiten gestrichen, gesellschaftlich und politisch ist Akzeptanz jedoch weiterhin eingeschränkt. Öffentliche Darstellungen queerer Beziehungen, etwa in Filmen, Serien oder Games, werden regelmäßig zensiert oder ganz verboten.
Streaming-Plattformen und Kinos schneiden Szenen heraus oder verändern Figuren, um den staatlichen Vorgaben zu entsprechen. Gleichzeitig wächst in Städten eine aktive LGBTQ+-Community, die Sichtbarkeit und Anerkennung fordert.
Doch staatliche Restriktionen, insbesondere durch strenge Mediengesetze und die Möglichkeit, Inhalte mit KI nachträglich zu verändern, erschweren diese Bemühungen zunehmend. Der aktuelle Fall zeigt, wie weit die technische Kontrolle reicht – und wie tief die staatliche Zensur in das kulturelle Leben von Minderheiten eingreift.
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